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Windows Live® Suchergebnisse Internationale AtomenergiebehördeEnzyklopädieartikel
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Internationale Atomenergiebehörde (International Atomic Energy Agency, IAEA), seit 1957 bestehende Organisation der Vereinten Nationen (UN), deren Hauptaufgabe es ist, „den Beitrag der Atomenergie zu Frieden, Gesundheit und Wohlstand in der ganzen Welt zu beschleunigen und auszuweiten”.
Die Geschichte der IAEA geht bis in das Gründungsjahr der Vereinten Nationen, 1945, zurück. Schon damals schlugen einige der UN-Gründerstaaten die Schaffung einer internationalen Behörde vor, die die friedliche Nutzung der Kernenergie fördern und ihre militärische Nutzung eindämmen bzw. kontrollieren sollte. Aber erst als sich der amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower 1953 unter dem Schlagwort „Atoms for Peace” nachdrücklich für solch eine Kontrollinstanz aussprach, wurde die Gründung der Atomenergiebehörde in die Wege geleitet. 1956 unterzeichneten 81 Staaten das Statut der IAEA, und 1957 nahm die Behörde ihre Arbeit auf. Inzwischen gehören 138 Staaten der IAEA an (2005). Die IAEA gehört zwar zum System der Vereinten Nationen, ist aber rechtlich eine selbständige Organisation und verfügt über ein eigenes Budget, das 2004 knapp 270 Millionen US-Dollar betrug und sich zum weitaus größten Teil aus den Beiträgen der Mitgliedsstaaten finanziert. Organe der IAEA sind der Generaldirektor (seit 1997 der Ägypter Mohammed el-Baradei; davor von 1981 bis 1997 der Schwede Hans Blix), der für jeweils vier Jahre gewählt wird; die Generalkonferenz, die sich aus den Vertretern aller Mitgliedsstaaten zusammensetzt und einmal jährlich tagt, um Programm, Budget und Mitgliedsanträge zu beraten und zu verabschieden; der Gouverneursrat, der aus Vertretern von 35 von der Generalkonferenz ernannten Staaten besteht, fünfmal jährlich tagt und Programme, Budget etc. erarbeitet. Die IAEA verfügt über etwa 2 200 Mitarbeiter, darunter eine Reihe international anerkannter Atomwissenschaftler, sowie über drei Forschungslabors (in der Nähe von Wien, in Monaco und in Triest), und sie arbeitet mit zahlreichen Labors und Institutionen weltweit zusammen. Hauptsitz der Behörde ist Wien.
Die wesentliche Aufgabe der IAEA ist die internationale Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie; ihre Arbeit konzentriert sich dabei auf drei Bereiche: Kontrolle der Kernenergienutzung, Erhöhung der Sicherheit sowie Förderung von Atomwissenschaft und -technologie. Als Kontrollinstanz überwacht die IAEA vor allem, dass die Mitgliedsstaaten Kernenergie ausschließlich zu friedlichen Zwecken nutzen, und sie kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags. Dazu überprüft sie mit Hilfe des 1960 ins Leben gerufenen Safeguard-Systems u. a. weltweit Atomkraftwerke und andere nukleare Anlagen. Außerdem ist die IAEA nach Maßgabe der entsprechenden Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zuständig für Überwachung und Überprüfung des Irak in Bezug auf atomare Technik und Nuklearmaterial. Und schließlich unterstützt sie die internationale Staatengemeinschaft bei ihren Bemühungen um die nukleare Abrüstung. Im Bereich Sicherheit bemüht sich die IAEA in erster Linie um eine Verbesserung der Sicherheitsstandards und um Vorbeugung gegen und geeignete Maßnahmen bei nuklearen Unfällen oder dem Missbrauch von nuklearem Material. Dafür entwickelte die IAEA eine ganze Reihe von internationalen Übereinkommen, Standards und Richtlinien, die sich vor allem auf den sicheren Betrieb nuklearer Anlagen und die Sicherheit bei Transport und Lagerung oder Entsorgung von nuklearem Material beziehen sowie auf die Überprüfbarkeit des Kernbrennstoffzyklus. Seit 2002 hat auch der Schutz von nuklearen Einrichtungen und nuklearem Material vor Terroranschlägen und anderen Übergriffen einen hohen Stellenwert in der Arbeit der IAEA. Mit der Förderung von Wissenschaft und Technologie unterstützt die IAEA die friedliche Nutzung der Kernenergie weltweit, insbesondere aber in den Entwicklungsländern; Ziel ist es, durch friedlich genutzte Nukleartechnologie den Lebensstandard vor allem in den weniger entwickelten Ländern zu erhöhen. Dafür forciert die Behörde als Schnittstelle die internationale nuklearwissenschaftliche Zusammenarbeit und den Austausch von Technik und Ressourcen, und sie unterstützt Forschungsprojekte, die sich mit Anwendungsmöglichkeiten der Nukleartechnologie etwa in Landwirtschaft, Hydrologie, Industrie und Medizin befassen. Außerdem beschäftigt sich die IAEA mit der Erforschung und Entwicklung von Energiequellen, die konventionelle Brennstoffsysteme ersetzen könnten. Von sich reden machte die IAEA insbesondere im Vorfeld des Irak-Krieges sowie in der Auseinandersetzung um das Atompotential des Iran und Nordkoreas. Vor dem Irak-Krieg widersprach die IAEA, gestützt auf sorgfältige Recherchen, nachdrücklich der von den USA und ihrem Bündnispartner Großbritannien vertretenen Auffassung, der Irak verfüge über nukleare Massenvernichtungswaffen, fand jedoch kein Gehöhr und konnte somit den US-geführten Angriff auf den Irak nicht verhindern. Im Nachhinein bestätigte sich die Analyse der IAEA. Im Falle des Iran und Nordkoreas, die beide verdächtigt wurden, an Kernwaffenprogrammen zu arbeiten, suchte die IAEA sowohl durch Kontrolle als auch durch Verhandlungen zum einen eine Eskalation der Spannungen zwischen diesen Staaten und den USA zu verhindern, zum anderen diese beiden Staaten auf eine ausschließlich friedliche Nutzung der Kernenergie zu verpflichten. 2005 wurde der IAEA wegen ihres Einsatzes gegen die Verbreitung von Kernwaffen und ihrem Generaldirektor el-Baradei als „unerschrockenem Vorkämpfer” der Behörde zu gleichen Teilen der Friedensnobelpreis zugesprochen.
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