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Österreich

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Österreich (Flagge und Hymne)Österreich (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
6.8

Energie

Österreich betreibt zahlreiche Wasserkraftwerke, die 58,9 Prozent des Strombedarfs des Landes decken (2003). Der restliche Teil wird überwiegend in Wärmekraftwerken erzeugt. Die Nutzung der Kernenergie wurde durch Volksentscheid im Jahr 1978 abgelehnt.

7

Geschichte

Zu Beginn der christlichen Zeitrechnung war das Gebiet des heutigen Österreich relativ dünn von illyrischen und keltischen Stämmen besiedelt, die gelegentlich Vorstöße in die Ebenen Norditaliens unternahmen.

7.1

Römerzeit und Völkerwanderung

16 v. Chr. besetzten die Römer Noricum in den Ostalpen, das Zentrum des späteren Österreich, und machten es 45 n. Chr. zur prokuratorischen Provinz. Noricum erstreckte sich im Westen bis nach Rätien, im Osten bis nach Pannonien, und im Norden wurde die Provinz von der Donau begrenzt. Unter den Römern entwickelte sich die Provinz zu einem militärischen Vorposten gegen die „Barbaren”, d. h. Germanen im Norden, und dank ihrer strategisch wichtigen Pässe in den östlichen Alpen spielte die Provinz eine wichtige Rolle im Verkehr zwischen Nord- und Süd- sowie West- und Osteuropa. Eine der ersten römischen Befestigungen in Noricum war Vindobona, das heutige Wien; es lag am Knotenpunkt zweier wichtiger Handelsstraßen und mehrerer Verbindungsstraßen in das fruchtbare Niederösterreich. Carnuntum (heute Petronell in Niederösterreich), um 73 n. Chr. gegründet, war eine weitere bedeutende römische Siedlung.

Im Zuge der Völkerwanderung kam es ab der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. an den Grenzen der Provinz immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit germanischen Stämmen, und im Lauf des 4. Jahrhunderts brachen die Grenzen vollständig zusammen. Goten, Langobarden, Vandalen und Hunnen drangen in die Ebenen um Wien ein, die Heruler nahmen Iuvavum (heute Salzburg), und die Goten stießen außerdem entlang der Drau vor.

Von Osten und Südosten kamen im 6. Jahrhundert Slawen und Awaren über Pannonien nach Noricum, während zugleich Germanen von Nordwesten her vordrangen. Um die Mitte des 6. Jahrhunderts hatten die Bajuwaren das Voralpengebiet Rätiens und Noricums besetzt, und die Alemannen hatten sich im Westen angesiedelt. Die Slawen wurden durch die Auseinandersetzungen der Awaren und Bajuwaren um die Donauebene in zwei Gruppen, eine nördliche und eine südliche, geteilt. Die Awaren hinterließen kaum Spuren in Österreich, wohingegen sich die Slowenen, die südslawische Gruppe, in den entvölkerten Tälern der Ostalpen niederließen. Diejenigen slowenischen Siedlungen, in die keine Siedler nachströmten, wurden von Germanen in Besitz genommen; nur in Teilen des heutigen Kärnten und der Steiermark konnten sich die Slowenen dauerhaft ansiedeln.

7.2

Früh- und Hochmittelalter

Im Verlaufe des späten 6. Jahrhunderts festigten die Bajuwaren ihre Herrschaft im Donauraum und im rätischen und norischen Voralpengebiet, und nach dem Abzug der Langobarden nach Italien dehnten sie ihren Herrschaftsbereich sukzessive Richtung Süden bis über die Alpen aus. Ab der Mitte des 8. Jahrhunderts unterwarfen sie nach und nach die Slowenen und brachten damit Kärnten unter ihre Herrschaft; im Südosten des expandierenden Frankenreiches hatten sie nun eine Vormachtstellung inne. Dank ihrer engen Anlehnung an die Franken gelang es den Agilolfingern, den bajuwarischen Herzögen, die Selbständigkeit ihres Herzogtums zunächst weitgehend zu behaupten; 787/788 aber setzte Karl der Große den letzten Agilolfinger-Herzog, Tassilo III., ab, zerschlug das ältere bayerische Stammesherzogtum und gliederte es in das Frankenreich ein. Nach der Zerschlagung des Awarenreiches 791/796 dehnte Karl der Große das bayerische Territorium weiter nach Südosten aus und errichtete zur Sicherung der Grenzen nach Osten und zur Festigung der fränkischen Herrschaft die Awarische bzw. Pannonische Mark; die östlichen Randgebiete gingen jedoch bald wieder an die Ungarn verloren.

Otto der Große stellte nach seinem Sieg über die Ungarn in der Lechfeldschlacht 955 die Marken wieder her, u. a. die Awarische Mark, jetzt unter der Bezeichnung „Ostmark” (der Name „Ostarrichi” für die Ostmark tauchte erstmals 996 auf). 976 trennte Otto II. Kärnten als eigenständiges Herzogtum von Bayern ab; zugleich verlieh er den Babenbergern die Ostmark als Reichslehen, das zunächst allerdings in Lehensabhängigkeit von Bayern blieb. Die Babenberger konnten ihren Herrschaftsbereich nach und nach erweitern; sie etablierten sich als mächtigster Faktor im Südosten des Reiches, konsolidierten ihre Landesherrschaft mit der Ostmark als Kern des späteren Österreich und errangen schließlich eine von Bayern unabhängige Position. 1156 erhob Kaiser Friedrich I. durch das Privilegium minus die Ostmark zum selbständigen Herzogtum Österreich und den Babenberger Heinrich II. Jasomirgott zum Herzog.

Die Babenberger setzten ihr Expansions- und Konsolidierungswerk zielstrebig fort: 1192 erwarben sie das Herzogtum Steiermark und 1232 die Krain; beide waren ebenfalls aus Marken hervorgegangen. Mit dem Tod Friedrichs II., des Streitbaren, 1246 erlosch das Haus der Babenberger. 1251 bemächtigte sich König Ottokar II. von Böhmen, verheiratet mit Friedrichs Schwester Margarete, Österreichs, 1260 erwarb er die Steiermark, und 1269 erbte er Kärnten und Krain. Nach Ottokars Tod 1278 belehnte König Rudolf I. von Habsburg 1282/83 seine Söhne Albrecht I. und Rudolf II. mit den Herzogtümern Österreich und Steiermark. Kärnten und Krain gingen an den Grafen von Görz und Tirol. Mit dieser Belehnung leitete Rudolf I. die über 600-jährige Herrschaft der Habsburger in Österreich ein.

7.3

Die Herrschaft der Habsburger

Während des 14. Jahrhunderts erweiterten die Habsburger ihre Hausmacht beträchtlich: 1335 erwarb Albrecht II., der Lahme, Kärnten und Krain; 1363 übertrug Margarete Maultasch Albrechts Sohn Rudolf IV. die Grafschaft Tirol, und 1374/1382 gewann Rudolfs jüngerer Bruder Leopold III. Inner-Istrien und Triest. Der enorm gestiegenen Macht des Hauses Habsburg suchte Rudolf IV. 1358/59 durch das gefälschte Privilegium maius, durch das die habsburgischen Herzöge einen kurfürstenähnlichen Status erhalten sollten, formal Anerkennung zu verschaffen; Kaiser Karl IV. lehnte jedoch die Bestätigung des Privilegs ab.

Die Machtposition des Hauses Habsburg erfuhr eine deutliche Schwächung durch die Aufteilung des habsburgischen Besitzes auf zwei bzw. drei Linien (1379 bzw. 1406/11): die Leopoldinische (oder innerösterreichische Linie mit Steiermark, Kärnten, Krain, Triest, Inner-Istrien), die Albertinische (oder niederösterreichische Linie mit Nieder- und Oberösterreich) und die Vorder- oder Oberösterreichische Linie (mit den „Vorlanden” Tirol und Vorarlberg sowie den alten habsburgischen Besitzungen in Schwaben, im Elsass und in der Schweiz).

1437/38 folgte die Albertinische Linie mit Herzog Albrecht V. auf Grund eines Erbvertrages mit den Luxemburgern Kaiser Sigismund auf dem böhmischen und dem ungarischen Thron nach; zugleich bestieg Albrecht als Albrecht II. auch den römisch-deutschen Thron. Sein Nachfolger als österreichischer Herzog und römisch-deutscher König, Friedrich III. (als Herzog Friedrich V.) aus der Leopoldinischen Linie, erhob Österreich 1453 zum Erzherzogtum; die Auseinandersetzung um die böhmische und die ungarische Krone nach dem Aussterben der Albertinischen Linie mit Ladislaus V. Postumus verlor er jedoch, zudem hatte er sich mit Adel und Ständen in Österreich auseinanderzusetzen, mit ersten Einfällen der Osmanen und der teilweisen Besetzung Österreichs durch den ungarischen König Matthias Corvinus. Dennoch gelang es Friedrich, seine österreichische Hausmacht zu bewahren und durch die Verheiratung seines Sohnes Maximilian I. mit Maria, der Erbtochter Karls des Kühnen von Burgund, noch zu erweitern. Über dreieinhalb Jahrhunderte lang, von 1438 bis zum Ende des alten Reiches 1806 (mit Ausnahme der Jahre 1742 bis 1745), stellten die Habsburger die Könige bzw. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.

Maximilian I. konnte 1491 die um das burgundische Erbe (soweit es nicht an Frankreich verloren war) erweiterten habsburgischen Erblande wieder in einer Hand vereinen und durch geschickte Heiratspolitik bedeutend vergrößern: 1496 verheiratete er seinen Sohn Philipp den Schönen mit Johanna von Kastilien und León (der Erbtochter von Ferdinand II. und Isabella I.), und erwarb so Spanien mit seinen italienischen Besitzungen und seinen Kolonien für die Habsburger. Philipps ältester Sohn Karl V. erhielt das gesamte habsburgische Erbe – die spanischen, die burgundischen und die österreichischen Lande – und folgte 1519 seinem Großvater Maximilian auch auf dem römisch-deutschen Thron nach. Philipps zweiter Sohn Ferdinand I. heiratete in das böhmisch-ungarische Herrscherhaus ein und wurde 1526, nach dem Tod Ludwigs II. von Böhmen und Ungarn, zum König von Böhmen und von Ungarn gewählt; bereits 1521/22 waren ihm von Karl die österreichischen Erblande übertragen worden. Damit wurde Ferdinand zum Begründer der österreichischen Linie der Habsburger, die nach Karls Abdankung 1556 auch die römisch-deutsche Kaiserwürde übernahm.

In Ungarn machte jedoch Johann I. Zápolya, der von einem Teil der ungarischen Stände 1526 ebenfalls zum König gewählt worden war, Ferdinand die Herrschaft streitig. Johann Zápolya verbündete sich mit dem osmanischen Sultan Süleiman II. gegen Ferdinand und konnte sich mit Süleimans Hilfe im Osten Ungarns behaupten. 1529 zog Süleiman bis vor Wien und belagerte die Stadt (siehe Belagerungen von Wien), musste sich jedoch bald wieder zurückziehen. In Ungarn dagegen konnten sich die Osmanen schließlich festsetzen. In den österreichischen Erblanden selbst führte die „Türkennot”, die Notwendigkeit einer konzentrierten Abwehr der Türkengefahr, zu einer Reform der Verwaltung: Auf Druck der Stände errichtete Ferdinand länderübergreifende Zentralbehörden, die im Wesentlichen bis 1848 Bestand hatten.

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