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Windows Live® Suchergebnisse TorpedoEnzyklopädieartikel
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Torpedo, Unterwasserwaffe mit eigenem Antrieb und einer Sprengladung, die mit einem Leitsystem ausgerüstet ist, das Richtung, Geschwindigkeit und Tiefe kontrolliert. Ein typischer Torpedo ist zigarrenförmig, sechs Meter lang, hat einen Durchmesser von 53 Zentimetern und wiegt etwa 1 350 Kilogramm. Torpedos sind die wichtigsten Waffen von U-Booten. Außerdem werden Torpedos auch von Schiffen und Flugzeugen zur U-Boot-Bekämpfung eingesetzt. Moderne Torpedos werden in Dampftorpedos und Elektrotorpedos eingeteilt. Dampftorpedos laufen mit Geschwindigkeiten von 25 bis 45 Knoten und haben Reichweiten von vier bis 27 Kilometern. Ihre vier Hauptbestandteile sind der Sprengkopf, der Tankteil, der Antriebsteil und der Schwanzteil. Im Sprengkopf befinden sich etwa 200 bis 400 Kilogramm Sprengstoffe. Der Tankteil macht etwa ein Drittel des Torpedos aus und enthält Tanks mit Pressluft, Brennstoff und Wasser für den Antrieb. Der hintere Teil enthält die Antriebsturbinen und die Geräte für die Steuerung und die Tiefenkontrolle. Der Schwanzteil enthält die Ruder, Abgasventile und Schrauben. Elektrotorpedos sind ähnlich aufgebaut wie Dampftorpedos. Anstelle der Tanks und der Turbine haben sie jedoch Batterien und einen Elektromotor. Da Elektrotorpedos schwerer zu orten sind als Dampftorpedos, werden heute immer mehr Torpedos mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet.
Es gibt verschiedene Verfahren zum Abfeuern von Torpedos. U-Boote haben in Bug und Heck fest eingebaute Rohre, aus denen Torpedos mit Hilfe von Druckluft abgefeuert werden können, und zwar sowohl wenn das U-Boot taucht als auch wenn es an der Oberfläche ist. Schiffe haben wie U-Boote Torpedorohre, diese können allerdings unabhängig von der Richtung des Schiffes ausgerichtet werden. Zum Abfeuern des Torpedos wird Schießpulver verwendet. Flugzeuge werfen Torpedos aus speziellen Schächten ab, während sie in geringer Höhe fliegen. Die Torpedoboote, die heute nicht mehr eingesetzt werden, ließen die Torpedos über geeignete Vorrichtungen ins Wasser gleiten. Torpedos ermitteln ihr Ziel häufig, indem sie Unterwassergeräusche elektronisch auswerten. Einige Torpedos bewegen sich auf die Geräusche zu, die die Schiffe oder U-Boote verursachen, andere senden Geräusche aus und bewegen sich auf das Echo zu, das vom Ziel zurückgeworfen wird. Torpedos explodieren beim Auftreffen auf das Schiff oder lösen die Explosion in der Nähe des Schiffes durch einen Magnetsensor aus. Durch die Explosion wird das Schiff bzw. das U-Boot entweder sofort versenkt, oder dessen Gesamtstruktur wird so geschwächt, dass es durch normale Meeresturbulenzen auseinanderbrechen kann.
Es gibt verschiedene Maßnahmen zur Abwehr von Torpedos in Häfen und auf See. Torpedonetze aus verbundenen Stahlringen eignen sich zum Schutz von Schiffen, die vor Anker liegen. Große Schiffe haben einen doppelwandigen Rumpf. Der Zwischenraum zwischen beiden Wänden ist mit Luft, Treibstoff oder Wasser ausgefüllt und absorbiert den größten Teil der Energie einer Torpedoexplosion, ohne dass das Schiff einen größeren Schaden nimmt. Alle Kriegsschiffe sowie einige Handelsschiffe sind in Abschnitte unterteilt. Dadurch können beschädigte Bereiche abgeschottet werden, wodurch eine Flutung des gesamten Schiffes verhindert wird. Kleine Schiffe haben jedoch keinen doppelwandigen Rumpf und auch keine vollständige Unterteilung. Sie müssen sich auf die Ortung von Torpedos verlassen, um eine Katastrophe zu vermeiden. Den größten Schutz bieten Radar und Sonar, die frühzeitig vor möglichen feindlichen Schiffen und Flugzeugen warnen.
Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts bezeichnete der Ausdruck Torpedo verankerte oder geschleppte Sprengkörper, die heute als Minen bezeichnet werden. Die erste dieser Minen wurde 1585 während der spanischen Belagerung von Antwerpen eingesetzt. Der amerikanische Erfinder David Bushnell baute ein solches Gerät, das er 1776 zum Versenken eines britischen Schiffes im New Yorker Hafen verwenden wollte. Der Versuch scheiterte allerdings. Der amerikanische Ingenieur Robert Fulton versenkte bei einem ähnlichen Versuch mit einem Torpedo ein kleines Schiff vor der Küste von Brest (Frankreich). Schließlich wurden die verankerten und die geschleppten Torpedos jedoch durch Torpedos mit eigenem Antrieb verdrängt. Den ersten dieser Torpedos entwickelte der englische Ingenieur Robert Whitehead im Jahr 1864. Sein Torpedo hatte einen Motorantrieb, er war 15 bis 20 Knoten schnell und hatte eine Reichweite von knapp einem Kilometer. Er trug eine 15 Kilogramm schwere Sprengladung und konnte so eingestellt werden, dass er 1,5 bis 4,5 Meter unter der Oberfläche lief. Der modernste Torpedo der Marine der Vereinigten Staaten, der Mark 48, ist in der Lage, die neuesten, schnell fahrenden U-Boote zu bekämpfen. Mit einer Reichweite von 38 Kilometern ist er die bedeutendste taktische Waffe von U-Booten, die mit atomaren Angriffswaffen bestückt sind. Der Mark 48, der aus Torpedorohren im Bug des U-Bootes abgefeuert wird, wird auf dem größten Teil seines Weges zum Ziel über einen Draht gesteuert, den er hinter sich abspult. Danach sucht er sich sein Ziel mit Hilfe von Sonar.
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