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Wunder

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BrunnenwunderBrunnenwunder

Wunder, ein auf göttliche Einwirkung oder auf übernatürliche Kräfte zurückgeführtes Phänomen, das den Erkenntnis- und Erfahrungshorizont des Menschen übersteigt und den Gesetzen der Naturwissenschaften widerspricht.

Geschichten von Wundern gibt es in fast allen Religionen. In manchen Gesellschaften führt man die Heilkräfte von Schamanen darauf zurück, dass sie mit übernatürlichen Kräften in Verbindung stehen. Vielen Religionsgründern und religiösen Führern wird die Fähigkeit zugeschrieben, Wunder zu bewirken. Moses und die Propheten Israels sollen auf Gottes Geheiß wunderbare Taten vollbracht haben: So berichtet die Bibel von der von Moses bewirkten Teilung des Roten Meeres, durch das die Israeliten aus der ägyptischen Gefangenschaft entkommen konnten, und von seinem gelungenen Versuch, auf Weisung Gottes eine Quelle aus einem Stein zu schlagen. Zur islamischen Tradition gehören Berichte über die Wunder Mohammeds, etwa über die außerordentlichen Heilungen, die er bewirkte (siehe Islam).

Eine größere Rolle als in den anderen Religionen spielen Wunder jedoch im Christentum. Dabei wird nicht nur Jesus Christus das Wirken von Wundern zugeschrieben, sondern auch mehreren seiner Jünger sowie den christlichen Heiligen bis in unsere Zeit. Die Berichte über die Wundertaten Christi in den Evangelien sind ein wesentlicher Bestandteil des Neuen Testaments, obwohl der Begriff selbst dort nicht auftaucht; vielmehr wird von „Zeichen”, der „Macht” und der „Großtat” Gottes gesprochen. Von Christus heißt es dort, er habe Tote wie den Lazarus auferweckt, bei der Hochzeit zu Kanaan Wasser in Wein verwandelt, Tausende mit einer kleinen Menge an Fischen und Brot satt gemacht (und noch zahlreiche Körbe übrig behalten), Dämonen ausgetrieben sowie physisch und psychisch Kranke geheilt. Das wichtigste – und für den katholischen Glauben zentralste – Wunder im Neuen Testament ist die Auferstehung Christi. Unter dem Einfluss der griechischen Philosophie kamen katholische Schriftsteller zu der Überzeugung, dass Wunder Beweiskraft besitzen, d. h. das Wirken Gottes in der Welt beweisen.

Die in den Evangelien geschilderten Wunder sind als fiktive Erzählungen religiöser Wahrheiten zu betrachten und weniger als Berichte über historische Ereignisse. Die Bedeutung eines Wunders liegt demzufolge eher in seinem symbolischen Gehalt als in seiner geschichtlich verbürgten Authentizität selbst. Aus dieser Perspektive ist das wichtigste Ziel der Erzählung von einem Wunder, zu zeigen, dass Gott in die menschliche Geschichte eingreift und der Einzelne somit der Allmacht des Schöpfers untersteht.

Traditionell besteht eine enge Verbindung zwischen Wunder und Glaube, und das angebliche Zeugnis vom tätigen Wirken göttlicher Mächte im Geschehensablauf der Welt soll den Glauben verstärken. Dies erklärt, warum wunderbare Ereignisse, insbesondere Heilungen, bei neuen religiösen Bewegungen, Sekten und spirituellen Erneuerungen eine so wichtige Rolle spielen.

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