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Robert Burns

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Artikelgliederung
1

Einleitung

Robert Burns (1759-1796), schottischer Schriftsteller. Er gilt als schottischer Nationaldichter, dem seine Landsleute jedes Jahr in der Burns Night am 25. Januar gedenken.

Burns wurde am 25. Januar 1759 als ältestes von insgesamt sieben Kindern von Bauern in Alloway bei Ayr geboren. Seine Kenntnisse musste er sich aufgrund der Armut der Familie weitgehend autodidaktisch aneignen, wobei er Werke der englischen und auch französischen Literatur sowie die Bibel las; die Mutter vermittelte ihm schottisches Volksliedgut und die Legenden seiner Heimat. Bereits als Kind musste Burns in der elterlichen Landwirtschaft hart arbeiten; neben einer durch Armut bedingten Unterernährung trug ihm dies chronische Herzbeschwerden ein, die später zum Tod führten. 1781 verließ Burns sein Elternhaus und arbeitete in einer Flachsspinnerei in Irvine. Als der Betrieb abbrannte, kehrte er mittellos zurück. (Mittlerweile waren erste Gedichte entstanden.) Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1784 pachtete Burns als neues Familienoberhaupt zusammen mit seinem Bruder das Anwesen Mossgiel Farm bei Mauchline, konnte es jedoch auf Dauer nicht halten.

2

Frühe Dichtung

1784 wurde Burns durch die Lektüre Robert Fergussons sowie früher entstandener Gedichte in schottischer Mundart dazu angeregt, sein literarisches Talent auf diesem Gebiet einzusetzen. Während der folgenden zwei Jahre verfasste er seine bekanntesten Gedichte, darunter The Cotter’s Saturday Night, Hallowe’en, To a Daisy und To a Mouse. Ferner schrieb er in dieser Zeit die Kantate The Jolly Beggars. Dieses nicht in Mundart verfasste Werk gilt als eines seiner besten. In mehreren frühen Gedichten, insbesondere in Holy Willie’s Prayer, beschrieb Burns satirisch die lokalen Querelen innerhalb der Geistlichkeit und wandte sich gegen den Calvinismus, wodurch er die kirchlichen Autoritäten gegen sich aufbrachte.

Auch durch seinen exzessiven Lebenswandel, insbesondere durch wechselnde Liebesaffären, schockierte Burns die Kirchenoberen. 1786 verliebte er sich in Jean Armour, die Tochter eines Bauunternehmers in Mauchline. Als sie schwanger wurde, machte Burns ihr einen Heiratsantrag, doch ihr Vater verweigerte seine Zustimmung. Daraufhin trug sich Burns mit dem Gedanken, auf die Westindischen Inseln auszuwandern. Kurz vor der geplanten Abreise im Sommer 1786 brachte er in einer Auflage von 600 Exemplaren, für die er bereits vorab Abnehmer gewonnen hatte, seine Gedichtsammlung Poems, Chiefly in the Scottish Dialect heraus, die sich als großer Erfolg erwies. Burns gab daraufhin seine Auswanderungspläne auf und zog im Herbst des gleichen Jahres – mittlerweile Vater von Zwillingen – nach Edinburgh, wo er in intellektuellen Kreisen gefeiert, aber auch aufgrund seiner unakademischen Herkunft beargwöhnt wurde.

Während Burns’ Aufenthalt in Edinburgh erschien Poems, Chiefly in the Scottish Dialect 1788 in einer zweiten Auflage mit 3 000 Exemplaren, die sich ebenfalls erfolgreich verkauften. Von den Einnahmen finanzierte der Autor seine Reisen durch das schottische Hochland bis hin zur Grenze zu England sowie eine weitere Wintersaison in Edinburgh. Zwischenzeitlich nahm er sein Verhältnis mit Jean Armour wieder auf, die im darauf folgenden Frühjahr erneut ein Zwillingspaar gebar, das jedoch starb. Im April heiratete Burns seine Geliebte. Zwei Monate später pachtete er einen kleineren Bauernhof in Ellisland, der allerdings kaum Ertrag abwarf. Als Steuereinnehmer versuchte Burns eine Zeit lang, das kärgliche Familieneinkommen aufzubessern, und gab schließlich im November 1791 den Hof wieder auf.

3

Spätwerk

Burns’ literarisches Spätwerk besteht fast ausschließlich aus Liedern, für die zum Teil schottische Balladen und Volkslieder als Vorlage dienten. Zu dem sechsbändigen Werk Scots Musical Museum (1783-1803), das auf Initiative des Notenstechers und Musikverlegers James Johnson erschien, trug Burns etwa 200 Lieder bei. 1792 schrieb er die ersten von insgesamt rund 100 Liedern und mehreren humorvollen Gedichten für George Thomsons Sammelwerk Select Collection of Original Scottish Air. Einige seiner Beiträge zu diesem Werk wurden als Volkslieder weithin bekannt, darunter Auld Lang Syne, Comin’ Thro’ the Rye, Scots Wha Hae, The Banks o’ Doon sowie A Red, Red Rose und John Anderson, My Jo. Nach dem Ausbruch der Französischen Revolution schreckte Burns durch seine Begeisterung für Freiheit und soziale Gleichheit viele seine Bewunderer ab. Als sich die Beziehungen zwischen Frankreich und England verschlechterten, wandte er sich von den Idealen der Revolution ab und schloss sich 1794 dem patriotischen Freiwilligencorps in Dumfriesshire an. Burns starb am 21. Juli 1796 in Dumfries. Zugunsten seiner Witwe und Waisen erschien eine Gedenkausgabe von Burns’ Gedichten. Als Herausgeber fungierte der Arzt James Currie, der Burns als verderbten Trunkenbold darstellte und dessen voreingenommene Einschätzung lange Zeit das Bild des verstorbenen Dichters in der Öffentlichkeit prägte.

Burns’ dichterisches Schaffen erhöhte und bereicherte das traditionelle schottische Liedgut, und seine humorvollen ländlichen Idyllen fanden eine große Leserschaft. Daneben schrieb er gewagte und scharfe Satiren auf soziale Missstände, die aus Heuchelei und Grausamkeit resultierten. Diesem Aspekt seines Schaffens wurde erst in jüngerer Zeit weit reichende Aufmerksamkeit zuteil. Darüber hinaus beherrschte er meisterhaft die Technik der Verserzählung, wie er dies in Tam o’Shanter (1788) unter Beweis stellte. Seine Liebesgedichte, die er mit bestehenden Melodien kombinierte, werden noch heute aufgrund ihrer schlichten Schönheit geschätzt.

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