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Maske

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KultmaskenKultmasken
Artikelgliederung
1

Einleitung

Maske (italienisch maschera, französisch masque, ursprünglich wohl aus dem Arabischen), Gesichtsbedeckung (Larve) bei rituellen Anlässen oder im Theaterspiel, hinter der sich der Träger verbergen und mit der er eine andere Identität vortäuschen kann. Masken gehören zu den frühesten Zeugnissen fast aller Kulturen und kommen in allen geographischen Bereichen und in den unterschiedlichsten Formen vor.

Die frühesten Masken lassen sich seit dem Paläolithikum nachweisen. Sie können aus Holz, Rinde, Maisblättern, Stoff, Leder, Knochen, Pappmaché oder anderen Materialien bestehen, die Augen, das ganze Gesicht, den gesamten Kopf oder Kopf und Schultern bedecken oder Bestandteil eines komplexeren Kostüms sein. Man kann sie über das Gesicht ziehen oder mit Hilfe eines Griffes davorhalten. Masken weisen in ihrer Gestaltung eine enorme Vielfalt auf, können das menschliche Gesicht realistisch nachempfinden oder verzerren oder abstrakt gestaltet sein, unter Verwendung von Symbolen oder sonstigen Verzierungen. Während beispielsweise die Kachina-Masken der Pueblo-Indianer kaum Ähnlichkeit mit echten Gesichtern aufweisen, sind die der Indianer des pazifischen Nordwestens häufig kunstvoll geschnitzt und bemalt, besitzen teilweise bewegliche Kiefergelenke, die sich mitunter sogar aufklappen lassen, wobei unter der ersten eine zweite Maske zum Vorschein kommt. Daneben kennt man jedoch auch Masken, die nicht über das Gesicht gezogen werden, wie etwa die gewaltigen Kultmasken der ozeanischen Völker oder die winzigen Fingermasken der Inuit-Frauen.

Die Herstellung von Masken ist in vielen Kulturen mit großem handwerklichem Geschick verbunden. Besonders Masken aus Afrika, Ozeanien und von den nordamerikanischen Indianerkulturen sind daher bei Kunstsammlern sehr gesucht und erzielen zum Teil hohe Preise.

2

Kultmasken

Die frühesten Masken sind jeweils in Verbindung mit kultischen Ereignissen belegt, sowohl im Zusammenhang mit der Totenbestattung als auch mit rituellen Tänzen, bei denen sich der Tänzer, der während einer Zeremonie eine Maske trägt, bildlich gesprochen in die Person, den Geist oder Dämon verwandelt, den die Maske repräsentiert. Da diesen Masken nach Vorstellung der Naturvölker große rituelle Kräfte innewohnen, die den Menschen gefährlich werden können, wenn sie nicht in Einklang mit den entsprechenden Ritualen gehandhabt werden, müssen auch bei der Herstellung der Masken bestimmte Regeln befolgt werden. Die Holzmasken des Falschgesichterbundes der Irokesen beispielsweise müssen aus einem lebenden Baum geschnitzt werden, der im Zuge eines Rituals vorher um Erlaubnis zu bitten ist.

Im Allgemeinen zeigen Kultmasken Gottheiten, mythische Wesen, gute und böse Geister, Geister der Ahnen und Verstorbenen, Tiergeister und andere Wesenheiten, denen Einfluss auf die Menschen zugeschrieben wird. Masken der eigenen Vorfahren oder von Totemwesen (Wesen oder Tiere, von denen ein Clan oder eine Familie abstammen soll) werden meist sorgsam gehütet. Wenn ihnen ein Geist innewohnen soll, den sie versinnbildlichen, werden sie in der Regel mit Zeremonien und Geschenken verehrt. Die Furcht erregenden sechs Meter hohen Totemmasken der Papuas sollen böse Geister vertreiben und so die Lebenden schützen. Totemmasken, Masken der Vorfahren und andere Geistermasken spielen häufig bei Initiationsriten eine Rolle. Die Initiationsmasken westafrikanischer Stämme sind wegen ihrer Schönheit berühmt. Im Rahmen von Fruchtbarkeitsritualen verkörpern Masken Regen- oder Fruchtbarkeitsgottheiten; dementsprechend trägt man bei Zeremonien und Beschwörungsritualen, die eine erfolgreiche Jagd garantieren sollen, verschiedene Tiermasken. In beinahe allen Kulturen sind Masken wichtiger Bestandteil bei Heilungsritualen von Schamanen. In Ostasien und auf Sri Lanka benutzt man Masken aus Holz oder Pappmaché, um sich gegen Krankheiten wie Masern oder Cholera zu schützen (oder um Heilung herbeizuführen) und Krankheitsdämonen auszutreiben. In einigen Kulturen, wie beispielsweise bei den Dukduk in Neuguinea, sollen Masken als Identifikationsmerkmal von Geheimbünden einschüchternd wirken und so für die Durchsetzung gesellschaftlicher Normen sorgen. In bestimmten Regionen Afrikas verkünden die Richter ihre Urteile hinter Masken, eine Form der Entpersönlichung, die im maskierten Henker des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa eine Analogie fand. Bei Festlichkeiten in Mexiko und anderen Ländern unterhalten maskierte Künstler die Leute, erzählen Geschichten, karikieren andere oder üben Gesellschaftskritik. Im antiken Griechenland und Rom, im mittelalterlichen Japan und an der Nordwestküste Amerikas trugen die Kämpfer bizarre Kriegsmasken, die man heute zum Teil noch bei zeremoniellen Anlässen findet.

Bei Begräbnissen versuchen maskierte Tänzer, die Seelen der Verstorbenen ins Jenseits zu befördern, wo sie den Lebenden keinen Schaden mehr zufügen können, und im Rahmen von Ahnenriten verkörpern Masken verstorbene Persönlichkeiten oder Vorfahren. Gelegentlich können solche Masken auch auf Ahnenstatuen angebracht werden, wie etwa im präkolumbischen Mexiko. In vielen Kulturen legte man den Verstorbenen Totenmasken aufs Gesicht, wie etwa im alten Ägypten, Rom, China oder Mexiko oder bei den Hopi-Indianern, um sie vor bösen Geistern zu schützen oder, wie in Ägypten, um den Geist des Verstorbenen in sein neues Zuhause im Jenseits zu geleiten. Dort und im alten Rom dienten Totenmasken, die per Wachsabdruck vom Gesicht des Verstorbenen abgenommen wurden, als Vorlage für Steinbüsten. Im mittelalterlichen Europa verwendete man die Totenmaske selbst als Erinnerungsbild, eine Tradition, die sich bei Personen von Rang und Namen bis ins 20. Jahrhundert erhalten hat.

In verschiedenen europäischen Ländern, besonders aber im bayerisch-österreichischen, rheinischen und schwäbisch-alemannischen Raum sind Masken noch immer lebendiger Ausdruck volkstümlichen Brauchtums, und sie werden bei Umzügen zur Schau gestellt, die in der Regel im Zusammenhang mit Fastnachts- oder Karnevalsbräuchen stehen oder in archaischen Fruchtbarkeitskulten wurzeln, wie etwa bei den Perchtenläufen in den Zwölfnächten.

3

Theatermasken

Das Drama der griechischen Antike hatte seine Wurzeln im Dionysos-Kult, durch den Masken ins Theaterwesen Eingang fanden. Die Schauspieler trugen bei den Aufführungen große, plastisch gearbeitete Masken aus bemalter, mit Gips fixierter Leinwand mit Augen- und Mundöffnungen, an denen ein Perückenteil befestigt war. Es gab Masken mit gleichförmig standardisierten Zügen für die Tragödie, asymmetrisch verzerrte für die Komödie und solche mit tierischen Zügen im Satyrspiel. In der altitalischen Posse der Atellane benutzte man stereotype Masken, die später in der Commedia dell'Arte wieder auftauchten. In der römischen Komödie wurden die Typen vermehrt und teilweise grotesk übersteigert.

In den Mysterienspielen des mittelalterlichen Europa setzte man Masken ein, um Drachen, Ungetüme, allegorische Figuren, etwa die sieben Todsünden, und natürlich den Teufel darzustellen. Der Schauspieler, der die Rolle des Herrgotts innehatte, trug in der Regel eine vergoldete Maske. Während der Renaissance verwendete man in der Commedia dell’Arte Halbmasken, die Augen und Nase bedeckten, einen Vorläufer der Dominomaske, die nur noch die Augen verdeckt. In der Renaissance fand die Maske vielfach Verwendung bei Hofe, etwa anlässlich eines Maskenballes oder Ballet de cour, und im Ballett ist sie noch bis ins späte 18. Jahrhundert zu finden. Im Theaterbereich wurden die plastischen Masken zunehmend durch Schminkmasken ersetzt. Über das Theater fanden Masken auch Eingang in die Architektur, z. B. in Form von Wasserspeiern oder Fratzengesichtern in der Bauornamentik.

In Indonesien spielen Masken eine Rolle bei den dörflichen rituellen Tanzdramen und in dramatischen Darbietungen, die Schattenspielen nachempfunden sind. Das traditionelle chinesische Schauspiel mit religiös-didaktischem Hintergrund erfordert Masken, die Könige, Prinzessinnen und groteske Charaktere symbolisieren, im tibetischen Theater treten maskierte Akteure als Dämonen und andere Geister auf. In der japanischen Bühnenkunst des No finden kleine, leichte Masken aus lackiertem oder vergoldetem Gips Verwendung, die von hochangesehenen Künstlern gefertigt werden und die je nach Lichteinfall oder Körperhaltung des Schauspielers subtilste Abstufungen des Ausdrucks ermöglichen.

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Schutzmasken

Nicht nur im beruflichen Bereich, sondern auch im Sport werden Masken getragen, um das Gesicht vor Verletzungen zu schützen, so beispielsweise beim Fechten, im Hockey oder Eishockey oder beim Baseball.

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