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Windows Live® Suchergebnisse Psychoaktive DrogenEnzyklopädieartikel
Psychoaktive Drogen, chemische Wirkstoffe, die Stimmung, Verhalten, Wahrnehmung und Denken beeinflussen und von denen manche Abhängigkeit erzeugen. Psychoaktive Substanzen wirken, indem sie biochemische oder physiologische Abläufe im Gehirn beeinflussen. Das Nachrichtensystem der Nervenzellen (Neuronen) basiert auf der elektrischen und chemischen Übertragung von Signalen. Der mikroskopisch kleine Spalt zwischen einem Neuron und dem nächsten, die Synapse, wird durch chemische Substanzen überbrückt, die Neurotransmitter. Psychoaktive Drogen verändern die Funktionsweise der Neurotransmitter. Sie können – je nach ihrer Wirkung auf das Verhalten bzw. die Psyche des Patienten – einer der sechs folgenden pharmakologischen Kategorien zugeordnet werden: Alkohol, Hypnagoga (Einschlafmittel, siehe Sedativa), narkotische Analgetika (betäubend wirkende Schmerzmittel), Stimulantia (Anregungsmittel), Halluzinogene wie LSD und Psychopharmaka wie Antipsychotika und Antidepressiva. Alkohol ist seit jeher die am weitesten verbreitete psychoaktive Substanz. Erwünschte Wirkungen sind eine angenehme Entspannung und ein euphorisierender Effekt, der gleichzeitig auftretende Rauschzustand beeinträchtigt jedoch das Urteilsvermögen und die motorische Kontrolle. Zudem wirkt Alkohol, vor allem wenn er gewohnheitsmäßig konsumiert wird, auf die Zellen der Leber und des Gehirns toxisch und verursacht körperliche Abhängigkeit (Alkoholismus). Beim Entzug können lebensgefährliche Symptome auftreten (siehe Delirium tremens). Zu den Hypnagoga, z. B. Barbituraten und Diazepam (bekannter unter dem Markennamen Valium®), gehören Schlafmittel und angstlösende Mittel, die beruhigend wirken, ohne Schlaf einzuleiten. Hypnagoga werden missbräuchlich konsumiert, um Entspannung, Gelassenheit und Euphorie zu bewirken. Die Überdosis eines solchen Mittels kann tödlich sein. Zudem können alle diese Medikamente körperliche Abhängigkeit erzeugen. Beim Absetzen kann es zu lebensbedrohenden Entzugserscheinungen kommen. Narkotische Analgetika (Opioide wie Morphin) werden zur Analgesie (Schmerzlinderung) verabreicht. Da Schmerzlinderung eine der Hauptaufgaben medizinischer Behandlung ist, gehören Opioide zu den wichtigsten Arzneimitteln. Beim illegalen Konsum werden Opioide wie das (in der Medizin nicht verwendete) Heroin, das ein extrem hohes Suchtpotential aufweist, intravenös gespritzt oder geraucht, um einen Zustand der Euphorie herbeizuführen. Von Opioiden Abhängige leiden beim Absetzen der Droge unter schweren Entzugserscheinungen. Anregungsmittel oder Stimulantia, z. B. Amphetamine, werden als Appetitzügler eingesetzt und Kindern mit ADHS verschrieben. Amphetamine können extreme Wachheit und Euphorie hervorrufen. Halluzinogene – so genannte psychedelische Drogen wie LSD, Mescalin (siehe Peyotl) und PCP (Phencyclidin) – sind von geringem Nutzen für die Medizin. Sie werden von Drogenkonsumenten wegen ihrer wahrnehmungs- und denkmusterverändernden Wirkung konsumiert. Marihuana ist ein relativ schwaches Halluzinogen, dessen psychoaktiver Bestandteil Delta-9-Tetrahydrocannabinol zur Behandlung der bei Krebstherapien auftretenden Übelkeit und zur Senkung des Augendruckes bei bestimmten schweren Glaukomen sinnvoll sein kann. Antipsychotika dämpfen die Symptome von Schizophrenie, wodurch es vielen schizophrenen Patienten möglich ist, sich wieder in das Gemeinschaftsleben einzufügen. Antidepressiva helfen Patienten mit schwerer Depression. Lithiumsalze verhindern oder verkürzen sowohl manische als auch depressive Phasen bei manisch-depressiven Patienten. Psychoaktive Pflanzendrogen werden seit Jahrtausenden konsumiert. Bereits die Sumerer verwendeten beispielsweise das aus Schlafmohn gewonnene Opium als Schmerzmittel. Auch die Produktion von Alkohol, der vermutlich am weitesten verbreiteten psychoaktiven Substanz, geht auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück. Bei vielen Ethnien steht die Einnahme von psychoaktiven Substanzen in engem Zusammenhang mit kulturspezifischen religiösen Vorstellungen und gehört als integraler Bestandteil zu bestimmten Ritualen.
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