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Windows Live® Suchergebnisse Anders CelsiusEnzyklopädieartikel
Anders Celsius (1701-1744), schwedischer Astronom und Physiker, der u. a. die nach ihm benannte Temperaturskala begründete. Celsius wurde am 27. November 1701 in Uppsala geboren. Sein Vater, Nils Celsius, war Professor für Astronomie an der Universität seiner Heimatstadt. Nach seiner Schulausbildung begann Celsius 1717 auf Anraten seines Vaters zunächst Jura zu studieren. Im Laufe der Zeit verlagerte der junge Wissenschaftler seine Schwerpunkte auf die Meteorologie und Astronomie. 1730 übernahm Celsius schließlich den Lehrstuhl für Astronomie an der Universität Uppsala. Da es zu dieser Zeit keine großen Observatorien in Schweden gab, erhielt Celsius den Auftrag, sich in anderen Ländern fachkundig zu machen und eine Sternwarte in Schweden aufzubauen. 1732 startete er eine fünf Jahre dauernde Studienreise, die ihn über Deutschland (u. a. Berlin, Leipzig, Wittenberg, Nürnberg) und Italien (Rom, Venedig) 1734 nach Frankreich führte. In Paris bereitete die Académie des Sciences eine Expedition nach Ecuador zur Bestimmung der Form der Erde vor. Celsius schlug eine weitere Expedition vor, die durch Vermessung der Meridiane Daten zur genauen Bestimmung der Form des Erdkörpers sammeln sollte. 1736 schloss sich Celsius dieser Expedition nach Lappland an, die unter der Leitung des französischen Mathematikers und Naturforschers Pierre Louis Moreau de Maupertuis stand. Die gefundenen Daten zeigten, dass die Erde keine ebenmäßige Kugelgestalt besitzt. Sie bestätigten Isaac Newtons Vermutung, dass der Erdkörper an den Polen vielmehr abgeplattet ist. Während der Expedition untersuchte Celsius außerdem den Zusammenhang zwischen den Veränderungen des Erdmagnetfeldes und dem Nordlicht (siehe Polarlicht). Nach Uppsala zurückgekehrt begann Celsius 1738 mit den Vorbereitungen für den Bau des Observatoriums, das bis 1740 fertig gestellt sein sollte. Er konnte es Ende 1741 beziehen. 1742 publizierte Celsius seinen berühmten Beitrag zur Temperaturmessung und knüpfte damit an die Arbeiten von René-Antoine Ferchault de Réaumur und Daniel Gabriel Fahrenheit an. Wie Réaumur wählte Celsius als Fixpunkte für seine Temperaturskala den Gefrier- und Siedepunkt des Wassers bei einem bestimmten Luftdruck (760 Millimeter Quecksilbersäule) und auf Höhe des Meeresspiegels. Außerdem gab Celsius wie Fahrenheit Quecksilber als Messmedium gegenüber Ethanol den Vorzug, weil es eine viel gleichmäßigere Wärmeausdehnung besitzt. Anders als Réaumur und Fahrenheit teilte der schwedische Wissenschaftler seine Skala in 100 Grade, wobei er den Siedepunkt des Wassers bei 0 °C und den Gefrierpunkt bei 100 °C festlegte. Erst viel später (1750) wurde die Skaleneinteilung in die noch heute übliche Form umgekehrt – also: Gefrierpunkt = 0 °C, Siedepunkt = 100 °C. Siehe auch Thermometer Celsius’ Hauptarbeitsgebiete blieben aber die Astronomie und vor allem die Geophysik. So führte er z. B. 1743 als einer der ersten Naturforscher die Verschiebung der Strände an den Ostsee- und Nordseeküsten auf eine Hebung des Festlandes zurück. Er setzte sich auch für die Einführung des gregorianischen Kalenders in Schweden ein – was schließlich 1753 erfolgte (siehe Kalender). Celsius litt stark unter der Schwindsucht, der er schließlich erlag. Der Forscher starb im Alter von 42 Jahren am 25. April 1744 in Uppsala.
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