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Malerei

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Materialien und MaltechnikenMaterialien und Maltechniken
Artikelgliederung
9.1

Gotik

Die Durchfensterung der Hochschiffwände im Kirchenbau der Gotik bereitete den Weg für den Siegeszug der Glasmalerei als neuem Medium. Im Bereich der Buchmalerei lösten zunehmend professionelle Malerateliers die klösterlichen Werkstätten ab. Eine profane Allegorie des Guten und Schlechten Regimentes mit Einblicken in das Alltagsleben bieten die Fresken von Ambrogio Lorenzetti (1338/39) im Rathaus von Siena. Das Ratszimmer schmückt das Reiterporträt (1328) eines örtlichen Condottiere von Simone Martini, vor dem Hintergrund der von ihm bezwungenen Stadt und der umliegenden Landschaft. Siehe auch gotische Kunst und Architektur

9.2

Internationale Gotik

Ein eigener Bildtyp entstand im so genannten internationalen gotischen Stil der Zeit um 1400, der von den Höfen in Paris, Prag und Mailand ausging, mit den Schönen Madonnen und dem privaten Andachtsbild. Die Brüder Limburg gingen kurz nach 1400 von Flandern nach Frankreich und schufen im Auftrag des Jean de France, Herzog von Berry, das wohl berühmteste Buch des Abendlandes, Les très riches heures du Duc de Berry (1413-1416, Musée Condé, Chantilly, Frankreich), ein Stundenbuch, dessen ganzseitige Monatsbilder das Leben der Bauern und des Adels festhalten, so dass der Nachwelt damit eine Quelle ersten Ranges zu mittelalterlichem Brauchtum, zur Alltagskultur und der Architektur erhalten blieb.

9.3

Giotto

Der italienische Maler Giotto di Bondone hatte bereits 100 Jahre vor den Brüdern Limburg der menschlichen Gestalt monumentale Größe verliehen und den Menschen in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt. Giottos Malerei, die neben der florentinischen auch römische und Elemente der byzantinischen sowie der frühchristlichen Kunst und der französischen Gotik verarbeitet, ist die Grundlage für die gesamte italienische Malerei der Neuzeit. Die Fresken der Arena-Kapelle in Padua mit dem Zyklus des Lebens Jesu und Mariä entstanden 1305 und 1306 zum ewigen Seelengedächtnis Enrico Scrovegnis, eines Paduaner Kaufmannes.

10

Renaissance

Renaissance, die „Wiedergeburt” der Kultur der klassischen Antike, geht einher mit einem neuen anthropozentrischen Weltbild. So stellen die Fresken Masaccios in der Brancacci-Kapelle in Santa Maria del Carmine in Florenz (um 1427) das Heilsgeschehen der biblischen Geschichte in den Kontext menschlicher Verhaltensweisen und zeigen darüber hinaus des Künstlers genaue Kenntnis antiker Skulptur. Von Brunelleschi und Alberti, den großen Theoretikern der Renaissance, wurden die Gesetzmäßigkeiten der Zentralperspektive niedergelegt, der Albrecht Dürer in der deutschen Malerei zum Durchbruch verhalf.

10.1

Frührenaissance

Im Zug der Entwicklung der Linearperspektive durch Architekten und Bildhauer im frühen 15. Jahrhundert ergab sich für die Maler erstmals die Möglichkeit, in einer zweidimensionalen Darstellung den Eindruck einer dreidimensionalen Raumgestaltung zu erzeugen. Viele Künstler der Frührenaissance wie Paolo Uccello, Piero della Francesca oder Andrea Mantegna setzten Perspektive und perspektivische Verkürzung als gestalterische Mittel ein, um den Eindruck zu erzeugen, als würde sich ein Gegenstand oder eine Person in den Raum hinein strecken. Das Ölbild begann sich langsam durchzusetzen und drängte die Tempera- und Freskomalerei zurück. Die Maler, die sich der Möglichkeiten des neuen Mediums bedienten, trugen mehrere Schichten durchsichtiger Öllasuren auf, und die Leinwand begann, die herkömmliche Holztafel als Malgrund abzulösen. Zur besonderen Perfektion beim Mischen leuchtender Farben brachten es die venezianischen Maler, wie Domenico Veneziano, Giovanni Bellini oder Giorgione.

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