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Malerei

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Materialien und MaltechnikenMaterialien und Maltechniken
Artikelgliederung
11.2

Französischer Barock

Georges de La Tour, der vor allem religiöse Malerei schuf, beherrschte unter dem Einfluss Caravaggios die Helldunkelmalerei und bewies seine Meisterschaft dadurch, dass er Körper nur mit Kerzenschein beleuchtete und dabei die menschliche Haut als extrem durchscheinend, fast durchsichtig darstellte. Auch Louis Le Nain schuf mit dieser Technik großformatige Darstellungen des bäuerlichen Lebens. Klassische Harmonie, Klarheit und Ausgewogenheit kennzeichnen sowohl die antikischen Figurenkompositionen des Nicolas Poussin als auch die traumartigen Landschaften des Claude Lorrain, die beide bezeichnenderweise die meiste Zeit ihres Lebens in Rom verbrachten.

11.3

Spanischer Barock

Die Spanier Jusepe de Ribera und Francisco de Zurbarán waren von Caravaggio beeinflusst, näherten sich seiner Malerei aber mit unterschiedlichen Intentionen. Ribera malte realistisch, Zurbaráns religiöse Malerei dagegen war vom spanischen Mystizismus geprägt, und wie Caravaggio war auch er ein Meister des Still-Lebens. Diego Velázquez, der Hofmaler Philipp IV., der größte spanische Maler der Epoche, war ein Meister der Farbgebung. Er ging mit Distanz an seine Themen heran, und hielt die Mitglieder der königlichen Familie in realistischer Leidenschaftslosigkeit fest.

11.4

Flämischer Barock

Peter Paul Rubens, der flämische Meister der Barockmalerei, stand sowohl unter dem Einfluss Caravaggios als auch der Helldunkelmalerei der großen venezianischen Koloristen Tizian und Veronese. Rubens leitete in Antwerpen eine große Werkstatt mit zahlreichen Schülern, wo die vielen Auftragsgemälde ausgeführt wurden, die er von der Stadt, der Kirche, dem Königshaus und Privatleuten erhielt. Seine großformatigen Bilder sind voll vibrierender Farbe und Licht, dramatisch in der Komposition und flüssig in der Linienführung.

Anthonis van Dyck, Schüler und Mitarbeiter von Rubens, machte sich mit seinen Porträts der Mitglieder des englischen Hofes unter Karl I. einen Namen. Sie zeichnen sich durch Eleganz und Liebe zum Detail aus, was typisch für die Arbeitsweise von Rubens war, und beeinflussten ganz entscheidend die englische Porträtmalerei des 18. Jahrhunderts.

11.5

Holländischer Barock

Auch Rembrandts Frühwerke, wie Der Geldwechsler (1627, Staatliche Museen, Berlin), sind von Caravaggio beeinflusst. Spätere Bilder, wie das Selbstbildnis von 1659 (Iveagh Bequest, Kenwood House, London), demonstrieren psychologische Tiefgründigkeit und eine unvergleichliche Beherrschung des Helldunkelkontrasts. Frans Hals malte wie Rembrandt Gruppen- und Einzelporträts, Jan van Goyen und Jacob van Ruisdael schufen Landschaftbilder. Zahlreiche niederländische Meister widmeten sich ausschließlich der Genremalerei, die ihre Käufer unter den vermögenden Kunstliebhabern fanden. Hervorzuheben ist hier besonders Jan Vermeer, dessen Malerei, etwa die Ansicht von Delft (um 1660, Mauritshuis, Den Haag), trotz geringer Größe eine weite räumliche Ordnung vermittelt und sich durch eine unvergleichliche Lichtwirkung auszeichnet.

12

Rokoko

Die Malerei des Rokoko, die im frühen 18. Jahrhundert in Frankreich und Deutschland zur Blüte gelangte, bildete als Spätform des Barock eine vor allem kleinformatigere, idyllische Kabinettmalerei aus.

Zu den Malern des Rokoko gehört Antoine Watteau mit seinen Darstellungen elegant gekleideter Liebhaber, die sich auf galanten Festen im Freien amüsieren. Großer Beliebtheit erfreuten sich auch Bilder mit mythologischen, ländlichen und erotischen Szenen von François Boucher und Jean-Honoré Fragonard. Im Gegensatz dazu stand die Malerei von J. B. S. Chardin, der in seinen Genrebildern die Frau in den Mittelpunkt stellte, als gute Mutter und ruhender Pol des häuslichen Lebens, in gewisser Weise ein Vorläufer der realistischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Bedeutend ist die deutsche Kirchenmalerei des Rokoko von Johann Baptist Zimmermann und des auch in Deutschland arbeitenden Freskenmalers Giovanni Battista Tiepolo, der Deckenmalerei in illusionistischer Manier schuf (Würzburger Residenz).

Parallel zur Rokokokunst des europäischen Festlands ragen im England des 18. Jahrhunderts besonders drei Maler heraus: William Hogarth machte sich einen Namen durch seine Sittenbilder, in denen er satirisch moralisierte, Thomas Gainsborough und Sir Joshua Reynolds, dessen Malerei in der Tradition van Dycks stand und die englische Aristokratie porträtierte. Durch die psychologisch einfühlsame Darstellung ihrer Figuren verlassen seine Bilder aber die Ebene des konventionellen Gesellschaftsporträts.

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