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Malerei

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14.4

Amerikanische Romantik

Durch ihre Reisen und Studien in der Landschaft des Mittelrheins auch in Europa bekannt geworden sind die Maler der Hudson River School, die die Urtümlichkeiten des Hudson-Tales im Staat New York schilderten. Siehe amerikanische Kunst und Architektur

15

Weitere Tendenzen im 19. Jahrhundert

Obwohl die Romantik die im 19. Jahrhundert dominierende Kunstströmung war, existierten auch andere völlig unterschiedliche Tendenzen in den Bildkünsten. So kann z. B. das Werk des Spaniers Francisco Goya y Lucientes mit keiner bestimmten künstlerischen Richtung in Verbindung gebracht werden. Sein Frühwerk weist Elemente des Rokoko auf, während sein Spätwerk sich jeder kunsthistorischen Einordnung entzieht und nur ansatzweise aus der individuellen psychischen Verfassung des Malers erklärt werden kann. Doch im Gegensatz zur Malerei Velázquez’ waren die Porträts von Goya nie objektiv und sein psychologischer Scharfsinn enthüllte schonungslos die Unvollkommenheit der Porträtierten.

15.1

Realismus

Um 1850 proklamierte der französische Maler Gustave Courbet, der sich von den Romantikern genauso wie vom Klassizismus distanzierte, eine Ein-Mann-Bewegung, genannt Realismus. Ihn interessierten weder die Historienmalerei noch das Genre des Staatsporträts oder exotische Bildthemen, sondern er war der tiefen Überzeugung, dass der Künstler die Aufgabe habe, die Geschehnisse des alltäglichen Lebens und ihre Protagonisten zu schildern. Honoré Daumier wurde in erster Linie durch sein lithographisches Werk bekannt, malte aber auch kleinformatige, realistische Bilder mit Motiven des Pariser Straßenlebens, Jean François Millet, der Schule von Barbizon zuzurechnen, wird gelegentlich als Sozialrealist bezeichnet.

15.2

Tendenzen in den USA

Winslow Homer, Thomas Eakins und Albert Pinkham Ryder, drei prominente amerikanische Maler, arbeiteten im späten 19. Jahrhundert unbeeinflusst von den Kunstströmungen Europas. Auf zahlreichen Ölbildern und Aquarellen mit Motiven der Meer- und der Küstenlandschaft erforschte Homer den Kampf des Menschen gegen die Naturkräfte. Ähnlich den europäischen Impressionisten befasste er sich mit Licht und atmosphärischen Effekten. Im Gegensatz dazu beschäftigte sich Ryder mit der Psychologie des Individuums und weist damit auf den aufkommenden Symbolismus voraus.

16

Die Entstehung des Impressionismus

Édouard Manet war der wichtigste Neuerer der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts und bereitete den Weg für den Impressionismus. Wie Courbet entnahm auch Manet viele seiner Motive dem Alltag: Bürger im Restaurant, im Park oder beim Bootfahren. Manet griff auch Themen von Velázquez oder Goya auf und stellte sie in einen zeitgenössischen Zusammenhang. Edgar Degas malte seine Modelle bevorzugt in Bewegung, seine Malerei stand unter dem Einfluss der Photographie und japanischer Farbholzschnitte, die in Paris in dieser Zeit zirkulierten. Seine Porträtmalerei besticht durch die Einfügung der Figur in die ihr zugehörige Umgebung und durch die Enthüllung der individuellen Persönlichkeit.

Der Impressionismus wurde von Malern entwickelt, die sich mehr und mehr für die Wirkungen des Lichtes auf einem Gegenstand interessierten, wie Licht Schatten färben kann und die Umrisse eines Objekts auflöst, und wie sich diese Beobachtungen auf die Leinwand übertragen lassen. Kritiker und Öffentlichkeit standen den Impressionisten zunächst ablehnend gegenüber, da diese im völligen Gegensatz zu der herkömmlichen akademischen Tradition die Wiedergabe formaler Details missachteten und reine Farbe in kleinen, unabhängigen Farbstrichen auftrugen. Es vergingen fast zwanzig Jahre, bis Claude Monet, dem führenden Impressionisten, Anerkennung widerfuhr. Sein Hauptinteresse galt der Landschaft, die er unter verschiedenen Wetterbedingungen und zu unterschiedlichen Jahreszeiten darstellte. Er malte das strahlende Licht des Frühlings in den Bäumen und das düstere Licht des Winters auf schneebedecktem Boden. Die Formen der Gegenstände lösten sich mehr und mehr auf, indem er sie in das schimmernde Spiel von Licht und Farbe umsetzte.

Camille Pissarro gehörte ebenso zu den Initiatoren des Impressionismus wie Pierre Auguste Renoir. Pissarros bevorzugte Motive waren Landschaften, Flüsse, Straßenszenen in Paris und Bauern bei der Arbeit. Auch Renoir malte ähnliche Motive wie Monet und Pissarro, schuf jedoch darüber hinaus zahlreiche Porträts und figürliche Bilder. Besonders bekannt wurde er für seine zahlreichen Studien weiblicher Akte in Pastellfarben.

Den Weg in die Moderne bereitete Paul Cézanne, der, anders als die Impressionisten, die den transitorischen Moment des Lichtes einfangen wollten, der inneren Struktur und dem Aufbau von Landschaft und Gegenständen nachging. Er reduzierte deren Elemente auf die Grundformen von „Kugel, Kegel und Zylinder” und schuf so die Voraussetzung für die Entwicklung des Kubismus.

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