![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Seite 8 von 10
MalereiEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Mittel, Techniken und Gattungen; Höhlenmalerei; Ägypten; Kreta; Griechenland; Rom; Frühes Christentum und Byzanz; Mittelalter; Renaissance; Barock; Rokoko; Klassizismus; Romantik; Weitere Tendenzen im 19. Jahrhundert; Die Entstehung des Impressionismus; Nachimpressionistische Strömungen; Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts; Malerei seit dem 2. Weltkrieg
In den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts wandte sich Pissarro kurze Zeit einer neuen Malweise zu, einer Nebenerscheinung des Impressionismus, dem von Georges Seurat begründeten Pointillismus. Seurat und seine neoimpressionistischen Anhänger trugen Komplementärfarben in dichter Reihung und kleinen Punkten (points) auf, die sich im Auge des Betrachters zu Farbtönen und Farbflächen mischen. Seurats theoretische Grundlage ist die Farbenlehre des frühen 19. Jahrhunderts (Goethe, Runge). Drei bedeutende Künstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts, Vincent van Gogh, Paul Gauguin und Henri de Toulouse-Lautrec, waren in ihrem Frühwerk vom Impressionismus beeinflusst, entwickelten dann aber eigene, individuell geprägte Malweisen. Van Gogh experimentierte wie Pissarro kurze Zeit mit der Farbzerlegung. Charakteristisch für seinen Malstil war jedoch die Verwendung reiner Farben, die er in dicken, pastosen Strichen auftrug. Seine Landschaftsbilder mit vom Wind zerzausten Zypressen und Weizenfeldern unter dahinziehenden Wolken, zeigen Landschaften der Psyche, die großen Einfluss auf die Malerei des Expressionismus hatten. Das Werk Gauguins ist demgegenüber eher symbolistisch zu nennen, seine Malerei zeigt dekorative, klar umrissene Flächen. Die von Gauguin unmittelbar ausgehende Bewegung wählte den ebenfalls symbolträchtigen Namen Nabis (Propheten). Wie Manet oder Degas stand auch Toulouse-Lautrec unter dem Einfluss japanischer Holzschnitte. Ein ausgezeichneter Sinn für Linienführung charakterisiert auch seine Zeichnungen und Lithographien.
Die Malerei des 20. Jahrhunderts kennt viele Strömungen und Stilrichtungen. Dabei entstanden im Europa vor dem 2. Weltkrieg Fauvismus, Expressionismus, Kubismus, Futurismus, Konstruktivismus, Dada und Surrealismus, die alle ihre speziellen Maltechniken bevorzugten (siehe moderne Kunst und Architektur).
Gauguins von der außereuropäischen Malerei beeinflusste flächig-dekorative Malerei und seine Theorien beeinflussten die Fauvisten. Ihr wichtigster Vertreter war Henri Matisse. Außerdem gehörten André Derain, Georges Braque und Maurice de Vlaminck zu der Gruppe, die für sich in Anspruch nahm, unter den ersten europäischen Künstlern gewesen zu sein, die die afrikanische Skulptur entdeckten.
Die Darstellung subjektiver Gefühle und Eindrücke durch Farbe und Komposition war das Anliegen der Expressionisten, die sich in Deutschland vor dem 1. Weltkrieg (1905-1913) in zwei Künstlervereinigungen zusammenschlossen, der Brücke und dem Blauen Reiter, die in bewusstem und durchaus kämpferischem Gegensatz zum akademischen Kunstbetrieb gegründet wurden. Afrikanische Kunst inspirierte die Maler der Brücke, zu denen u. a. Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel und Emil Nolde gehörten. Die frühe, von Emotionen geprägte Malerei des norwegischen Malers Edvard Munch war in Deutschland bekannt und hinterließ deutliche Spuren bei den Malern dieser Gruppe. 1911 begründeten Franz Marc und der gebürtige Russe Wassily Kandinsky in München den Blauen Reiter. Diese Gruppe stand besonders unter dem Einfluss der so genannten Primitiven Kunst, der Fauves und der Volkskunst (Hinterglasmalerei, russische Bilderbögen). Wichtige Vertreter dieser Bewegung waren August Macke, Gabriele Münther, Paul Klee und Alexej von Jawlensky.
Angeregt von Cézannes Maxime der Bloßlegung geometrischer Strukturen in Landschaft und Still-Leben und durch die dynamischen Formen der afrikanischen Skulptur entwickelten Pablo Picasso und Georges Braque zwischen 1907 und 1914 in Paris den Kubismus, der die Eindimensionalität der Bildebene als gestalterisches Mittel einsetzt und traditionelle Kompositionselemente wie Perspektive, Verkürzung, Binnenform und Helldunkelabstufungen ablehnte. Unter dem Einfluss von Pablo Picasso und Georges Braque und später von Fernand Léger, Robert und Sonia Delaunay sowie Juan Gris erlebte die kubistische Malerei verschiedene Phasen. Eine Gruppe italienischer Künstler, darunter Gino Severini, Umberto Boccioni, Carlo Carra und Giacomo Balla, entwickelte die kubistische Malerei unter dem Aspekt der Schnelligkeit der Bewegung in den Dimensionen von Raum und Zeit zum Futurismus weiter.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |