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Windows Live® Suchergebnisse GranitEnzyklopädieartikel
Granit, magmatisches Gestein (Plutonit) mit richtungslos-körniger Struktur. Es setzt sich aus Feldspat (meist Alkalifeldspat und Plagioklas), Quarz und Glimmer (Biotit oder Muskovit) sowie kleinen Anteilen weiterer Minerale wie Hornblende, Augit, Zirkon, Apatit, Magnetit, Ilmenit und Titanit zusammen. Granit ist hell, meist grau oder leicht rötlich, gelblich oder bräunlich, und durch die dunklen Biotite meist deutlich gesprenkelt. Die Feldspäte sind manchmal in großen Kristallen eingesprengt, man spricht dann in Anlehnung an vulkanische Gesteine etwas irreführend von einer „porphyrischen” Struktur. Granit ist wegen seines Kieselsäuregehaltes ein saures Tiefengestein. Er erstarrt in größeren Tiefen (mehr als ein Kilometer) der Erdkruste aus einem intrudierenden Magma bei etwa 700 °C. Für die Entstehung dieses Magmas wiederum sind zwei Vorstellungen möglich: die eines primären Magmas, das sich ähnlich wie die vulkanischen Magmen bildet (allerdings nicht wie dort aus Mantelmaterial, sondern aus aufgeschmolzenem Krustenmaterial), und aus dessen Schmelze durch Kristallisationsdifferentiation verschiedene Magmen entstehen (erst Gabbro, dann Diorit, schließlich Granit); oder die eines sekundären Magmas, das sich wie die Metamorphite aus in tieferen Krustenteilen aufgeschmolzenen Gesteinen (z. B. Anatexis) oder durch Umwandlung von Gesteinen (z. B. Metasomatose) bildet; dieser Prozess heißt Granitisation oder Granitisierung. Das Granitmagma erstarrt in einem Pluton. Von diesem können Gänge mit feinkörnigem Aplit oder grobkörnigem Pegmatit ausstrahlen. Durch die langsame Auskristallisation entsteht das grobkörnige Gefüge des Granits. Tiefengesteine können nur durch spätere tektonische Hebungsvorgänge (Gebirgsbildungen) und Abtragung der überlagernden Gesteinspakete an die Erdoberfläche gelangen. Granit gehört zu den verbreitetsten Gesteinen der kontinentalen Erdkruste. Sein Anteil an den Tiefengesteinen beträgt mehr als 90 Prozent. Ähnliche Gesteine sind Granodiorit, Tonalit (z. B. im Adamello) und der Rapakivi (z. B. in Finnland). Eine Besonderheit des Granits sind seine vielfältigen, charakteristischen Verwitterungsformen. Durch sich mehr oder weniger senkrecht schneidende Klüfte wird das Gestein in Quader zerlegt. Bei frei stehenden Felsen werden die Quader durch die Verwitterung langsam abgerundet, und es entstehen die kissenartigen Blöcke der so genannten Wollsackverwitterung. Derartige Felsen finden sich z. B. im Bayerischen Wald. Dort sind auf Gipfeln (z. B. Lusen) und an Hängen auch die Block- oder Felsenmeere zu beobachten, wo sich die bei der flächenhaften Verwitterung entstandenen Blöcke in wirren Haufen angesammelt haben, während das feinere Material weggespült worden ist. Eine Verwitterungsform von Granitfelsen mit Löchern und skurrilen Formen sind die Tafoni, wie sie in warm-feuchten Klimaten, z. B. auf Sardinien und Korsika, entstehen. Durch die tiefgründige Verwitterung von Graniten in warmen Klimaten (in den ostbayerischen Kristallingebieten vor allem während des Tertiärs) entstehen Kaolinerden, ein wichtiger Rohstoff für die Porzellanindustrie. Die Dichte von Granit beträgt 2,63 bis 2,75. Seine Bruchfestigkeit reicht je nach Varietät von 1 050 bis 14 000 Kilogramm pro Quadratzentimeter. Granit hat eine höhere Festigkeit als Sandstein, Kalkstein und Marmor und ist daher schwierig abzubauen. Granit ist ein gutes Baumaterial, da er durch seinen Quarzgehalt hart und äußerst widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse ist. In Deutschland ist Granit vor allem in geologisch älteren Gebirgen zu finden, z. B. im Schwarzwald oder im Bayerischen Wald. Dort sind die Plutonite während der variszischen Gebirgsbildung, also im jüngeren Paläozoikum, aufgedrungen. Der Granit bildet dort das so genannte Grundgebirge, dessen Morphologie durch weiche, gerundete Formen gekennzeichnet ist. In den Zentralalpen kann er auch jüngeren Datums (Tertiär) sein.
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