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Reiher

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SilberreiherSilberreiher

Reiher, Familie aus der Ordnung der Stelzvögel; zu dieser Ordnung gehören u. a. auch die Störche. Die Arten der Familie kommen in feuchten Gegenden oder Grasflächen der Hochländer in allen Erdteilen vor. Zu den Reihern gehören auch Dommeln und Kahnschnäbel. Reiher haben lange Hälse und Beine sowie einen spitzen Schnabel. Im Gegensatz zu Störchen und Kranichen, die mit ausgestrecktem Hals fliegen, ist das Flugbild der Reiher durch eine S-förmige Krümmung des Halses gekennzeichnet. Reiher haben an jedem Fuß vier Zehen mit langen Krallen. Drei Zehen sind nach vorn, die vierte ist nach hinten gerichtet. Die Kralle der vorderen Mittelzehe hat einen kammähnlichen Rand, der zum Putzen des weichen Gefieders dient.

Während der Brutzeit haben viele Reiherarten Schmuckfedern an Kopf, Rücken oder Brust. Reiher brüten in großen Kolonien und bauen ihre Nester auf Bäumen oder im Schilf. Eine Ausnahme bilden die Dommeln, die einzeln und nicht in Kolonien leben. Die Nahrung besteht aus verschiedenen Wassertieren, Insekten oder Mäusen, die Reiher im Seichtwasser oder auf Wiesen erbeuten. Bei der Jagd pirschen sie sich nicht an ihre Beute heran, sondern warten in Lauerstellung und stoßen dann blitzschnell zu.

In Eurasien ist der Graureiher am weitesten verbreitet. Er erreicht eine Größe von 90 bis 98 Zentimetern und ist grau gefärbt mit weißem Hals und Kopf sowie schwarzen Haubenfedern. Seine Hauptnahrung sind Fische, Reptilien, Amphibien, Mäuse und Insekten, die er im Süßwasser, an Flussmündungen oder auf feuchten Wiesen fängt. Der 78 bis 90 Zentimeter große Purpurreiher hat goldbraune Federn auf dem Rücken und am Hals. Er ist vor allem in den nördlichen Mittelmeerländern verbreitet. Brutvorkommen gibt es jedoch auch in Süddeutschland und der Schweiz mit jeweils einzelnen Brutpaaren sowie in den Niederlanden, Österreich und Ungarn mit jeweils einigen hundert Paaren. Der Purpurreiher überwintert im tropischen Afrika.

Der hellbraun gefärbte Rallenreiher ist mit 44 bis 47 Zentimetern die kleinste Art. Im Flug sind seine weißen Flügel sichtbar. Er brütet in Südeuropa – im Norden kommt er bis Ungarn vor – und überwintert in Afrika südlich der Sahara. Der Silberreiher wird etwa einen Meter groß, er bewohnt Schilfregionen vor allem in Südosteuropa (nördlich bis in die Niederlande) und anderen warmen Regionen der Erde. In Amerika brütet er vom Süden Kanadas bis nach Mittel- und Südamerika sowie auf den Westindischen Inseln. Außerdem ist er von Europa bis Japan und weiter südlich bis Afrika und Neuseeland verbreitet.

Der ebenfalls weiß gefärbte, nur 55 bis 65 Zentimeter große Seidenreiher der mediterranen Region besitzt auffallende Schmuckfedern, die bei der Balz aufgerichtet werden. Wegen dieser Federn, die bei Hutmachern Verwendung finden, wurden die Vögel früher während der Brutzeit uneingeschränkt gejagt. Gesetze zum Schutz der Art haben das Überleben des Bestands gesichert.

Der afrikanische Kuhreiher kommt ebenfalls im Bereich des Mittelmeeres vor, zudem hat er inzwischen alle Teile Amerikas besiedelt. In europäischen Zoos gibt es Kolonien mit frei fliegenden Tieren. Der Kuhreiher ist mit rund 50 Zentimetern relativ klein. Während der Brutzeit trägt er gelbbraune Federn an Kopf, Rücken und Brust. Er ernährt sich hauptsächlich von Insekten und Eidechsen, die durch grasendes Vieh aufgescheucht werden.

Die Nachtreiher bilden eine beinahe weltweit verbreitete Gattung mit sieben Arten, es sind großäugige, nachtaktive Tiere. Der grau, schwarz und weiß gefärbte, etwa 60 Zentimeter große europäische Nachtreiher kommt vorwiegend im Mittelmeerraum und in Nordamerika vor. Einzelne Brutvorkommen gibt es in Süddeutschland, Österreich und den Niederlanden. Der Nachtreiher brütet häufig in Graureiherkolonien, er geht hauptsächlich nachts auf Nahrungssuche.

Systematische Einordnung: Reiher bilden die Familie Ardeidae der Ordnung Ciconiiformes. Die wissenschaftliche Bezeichnung des Graureihers lautet Ardea cinerea und die des Purpurreihers Ardea purpurea. Der Rallenreiher wird als Ardeola ralloides, der Silberreiher als Casmerodius albus und der Seidenreiher als Egretta garzetta bezeichnet. Der Kuhreiher heißt wissenschaftlich Bubulcus ibis und der Nachtreiher Nycticorax nycticorax.

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