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Vermessungskunde (oder Geodäsie; griechisch: Erdverteilung, Landverteilung), mathematische Wissenschaft zur Bestimmung von Form und Größe der Erde sowie von Form, Größe und Position von Teilen ihrer Oberfläche. Dazu gehört beispielsweise die Bestimmung von Grundstücksgrenzen oder die Geländevermessung, als wichtige Grundlage für die Planung von Bauwerken (Dämme, Brücken) und Verkehrswegen. Man unterscheidet zwischen Erdmessung, Landes- und Einzelvermessung. Aufgabe der Erdmessung ist es, die äußere Gestalt der Erde im Großen zu erfassen; die Landesvermessung ist für die landesweite Vermessung und Bereitstellung gleich bleibender und exakter Bezugspunkte (Lagefestpunktfelder bzw. Triangulierungsnetze) zuständig; bei der Einzelvermessung wiederum werden die Festpunktfelder der Landesvermessung soweit verdichtet, dass Einzelobjekte exakt eingemessen werden können. Bei der Erdmessung und Landesvermessung müssen Krümmung und Schwerefeld der Erde berücksichtigt werden. Bei Einzelvermessungen dient in der Regel eine Horizontalebene als Bezugssystem. Sowohl bei der Landes-, als auch bei der Einzelvermessung werden die klassischen Vermessungsverfahren immer mehr von modernen Verfahren, z. B. der Satellitengeodäsie mit Hilfe von GPS-Satelliten (Global Positioning Systems) verdrängt. Auch das klassische Triangulierungsverfahren wurde durch exaktere Laserstrahlmessungen abgelöst.
Horizontale Linearmessungen erfolgen in der Regel mit geeichten Zollstöcken oder Maßbändern. Mitunter kommen auch elektronische Messmethoden zum Einsatz (dabei wird die Zeit gemessen, welche Licht- oder Radiowellen benötigen, um von einem Messpunkt zum nächsten zu gelangen). Vertikale Linearmessungen (Höhenmessungen) werden mit Hilfe einer Messlatte durchgeführt, anhand derer sich Höhenunterschiede und Höhenlagen über Normalnull ablesen lassen. Das Nivelliergerät (Teleskop auf einem dreifüßigen Stativ, das mit Libelle und Fadenkreuz ausgestattet ist) dient dem Ablesen des entsprechenden Teilstriches auf der Messlatte. Horizontale oder vertikale Winkel werden mittels eines Theodolites (Teleskop auf einem dreifüßigen Stativ, das mit einem Fadenkreuz und einem Winkelmesser ausgestattet ist) gemessen. Die Geräte zur elektronischen Entfernungsmessung werden ständig weiterentwickelt und liefern extrem genaue Ergebnisse. Daneben werden auch Präzisionsinstrumente zur elektronischen Winkelmessung verwendet. Mit einer speziellen Optik ausgestattete Theodolite erreichen eine Genauigkeit von einer hundertstel Bogensekunde. Zur Messung von Höhenunterschieden kommen mitunter auch automatische Nivelliergeräte (z. B. mit einem Pendelprisma) zum Einsatz.
Schon Aristoteles kannte im 4. Jahrhundert v. Chr. das Wort Geodäsie. Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurden geodätische Gradmessungen zur Bestimmung der Erddimensionen verwendet. Im folgenden Jahrhundert wurde die Geodäsie infolge einer verstärkten Erforschung der naturwissenschaftlichen Grundlagen zu einer eigenständigen Wissenschaft. Wichtige internationale Vereinigungen sind die Association Internationale de Géodésie und die Fédération Internationale des Géomètres. In Deutschland gibt es die Geodätische Kommission und den Deutschen Verein für Vermessungswesen.
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