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Gaius Petronius

Enzyklopädieartikel

Gaius Petronius, genannt Petronius Arbiter, (gestorben 66 n. Chr.), römischer Schriftsteller. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus bezeichnete ihn als arbiter elegantiarum („Schiedsrichter des guten Geschmacks”), woraus sich sein Beiname Arbiter ableitet. Wegen seines Sinnes für Luxus und Eleganz war Petronius für die Planung vieler Unterhaltungen am Hof Neros verantwortlich. Petronius diente auch als Prokonsul von Bithynien und später als Konsul. Sein Einfluss auf Nero erweckte die Eifersucht des Politikers Ofonius Tigellinus, eines weiteren Günstlings Neros, der daraufhin falsche Beschuldigungen gegen Petronius erhob. Der Verschwörung angeklagt, wurde Petronius gezwungen, sich das Leben zu nehmen. Es heißt, er habe vor seinem Tod eine Schrift an Nero verfasst, die eine Aufzählung der Laster des Tyrannen enthält.

Petronius ist der Verfasser eines beachtenswerten dichterischen Werkes, des satirischen Romans in Prosa- und Versform mit dem Titel Satyricon (ca. 60 n. Chr.), von dem noch Teile erhalten sind. Das Werk ist eines der frühen Beispiele des Abenteuer- und Schelmenromans und gilt als Prototyp von Romanen wie Histoire de Gil Blas de Santillane (1715-1735, Geschichte des Gil Blas von Santillane) von Alain-René Lesage und Roderick Random (1748, Die Abenteuer Roderick Randoms) von Tobias Smollett.

Das Satyricon ist ein lebendiges, oftmals extrem obszönes Sittengemälde des 1. Jahrhunderts n. Chr. Obwohl der Ich-Erzähler im besten Latein des silbernen Zeitalters spricht, ist das Werk besonders im Hinblick auf die umgangssprachlichen Elemente (Vulgärlatein) sehr wertvoll. Die berühmteste Episode des nur fragmentarisch erhaltenen Werkes ist die Cena Trimalchionis (das Gastmahl Trimalchios), eine realistische Beschreibung eines Gelages, das von dem prahlerischen Emporkömmling Trimalchio gegeben wird. Petronius Arbiters Satyricon diente als Grundlage für den gleichnamigen, 1969 von Federico Fellini gedrehten Film.

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