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KamerunEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Physische Geographie; Bevölkerung; Bildungswesen; Verwaltung und Politik; Wirtschaft; Geschichte
Kamerun ist Mitglied der Franc-Zone; Währungseinheit ist der CFA-Franc, bestehend aus 100 Centimes. Die Notenbank ist die in Yaoundé angesiedelte Zentralbank der zur zentralafrikanischen Währungszone zusammengeschlossenen Staaten. Bedeutende Handelspartner beim Export sind die EU-Länder, vor allem Spanien, Italien, Frankreich und die Niederlande. Importiert werden vor allem Maschinen, Brennstoffe, Nahrungsmittel und Konsumgüter aus Frankreich, Nigeria, den USA und Deutschland.
Von dem etwa 50 000 Kilometer langen Straßennetz (2004) sind rund 10 Prozent befestigt. Während der Regenzeit sind die unbefestigten Straßen häufig unpassierbar. Das Schienennetz des Landes hat eine Länge von rund 1 100 Kilometern. Bedeutende Verbindungen sind die Transkamerunlinie, die auf der Nord-Süd-Strecke von Douala über Yaoundé nach N’Gaoundéré führt, sowie die Linie von Douala nach Nkongsamba. Der größte Teil des Überseehandels wird über den Hafen von Douala abgewickelt, der auch von den angrenzenden Binnenstaaten für den Überseeumschlag genutzt wird. Weitere wichtige Häfen sind Kribi und Tiko. Über den nur zwei bis drei Monate pro Jahr schiffbaren Hafen Garoua am Fluss Benue erfolgt der Großteil des Warenverkehrs mit Nigeria. Internationale Flughäfen sind Douala, Yaoundé und Garoua; daneben gibt es noch eine Reihe kleinerer Flughäfen.
Über die ursprüngliche Besiedlung des heutigen Kamerun ist nur wenig bekannt. Die ersten Bewohner weiteten ihren Siedlungsraum wahrscheinlich bis zum 13. Jahrhundert in mehreren aufeinanderfolgenden Migrationswellen vom Landesinneren in Richtung Küste aus. Offensichtlich lebte zur Zeit der ersten Kontakte mit den Europäern eine Reihe etablierter Gruppen wie die Bubi, Bakweri und Douala an der Küste. Ab dem 16. Jahrhundert wanderten Fulbe in den Norden Kameruns ein und breiteten sich bis zum 19. Jahrhundert bis in den Süden aus. Ende des 15. Jahrhunderts erforschten die Portugiesen die Küste und nannten das Mündungsgebiet des Wouri südlich des Kamerunberges Rio das Camerões („Krabbenfluss”). Im 17. Jahrhundert errichteten Kaufleute Handelsstützpunkte entlang der Küste und betrieben Handel mit Sklaven, Elfenbein und Kautschuk. Ab dem 18. Jahrhundert waren insbesondere britische Händler und Missionare in diesem Gebiet aktiv. Um 1860 begannen Deutsche und Briten mit der Erforschung des Hinterlandes. 1884 schlossen deutsche Handelshäuser Verträge über Nutzungsrechte mit einigen Douala-Häuptlingen, die sogleich das Deutsche Reich in Person des Konsuls Gustav Nachtigal übernahm; Kamerun wurde deutsches Schutzgebiet. In der Folgezeit dehnten die Deutschen, gestützt auf Verträge mit Briten und Franzosen, ihren Machtbereich mehr und mehr ins Hinterland aus.
Transportprobleme und der Widerstand einiger indigener Stämme erschwerten die Erschließung des Gebietes, aber schließlich wurden doch große Kakao-, Palmen- und Kautschukplantagen sowie Straßen angelegt. Außerdem wurde mit dem Bau einer Eisenbahn sowie der Anlage des Hafens von Douala an der Atlantikküste begonnen. Nach Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 drangen englische und französische Truppen in die deutsche Kolonie ein; im Februar 1916 ergaben sich die letzten deutschen Truppen. Nach dem Krieg fiel Kamerun wie alle anderen deutschen Kolonien als Mandatsgebiet an den Völkerbund, der es an Frankreich und Großbritannien übertrug: Frankreich erhielt die Verantwortung über den erheblich größeren Teil im Osten (etwa vier Fünftel der Fläche), und Großbritannien bekam das restliche, westliche Fünftel des Territoriums, das an Nigeria angrenzte. Während Großbritannien seinen Teil von Kamerun seiner Kolonie Nigeria angliederte, schuf Frankreich in seinem Teil des Landes eine eigenständige, von den anderen französischen Kolonien unabhängige Verwaltung.
Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Völkerbundsmandate in Treuhandterritorien der Vereinten Nationen (UN) umgewandelt. In dem Gebiet unter französischer Verwaltung wurde der Ruf nach Unabhängigkeit immer lauter, es kam zu Unruhen, die Mitte der fünfziger Jahre in einen Guerillakampf ausarteten, der vor allem von der kommunistisch orientierten Union des Populations du Cameroun (UPC; Union der Völkerschaften Kameruns) getragen wurde. 1957 erhielt Französisch-Kamerun Autonomie, und am 1. Januar 1960 wurde es schließlich als Republik Kamerun in die Unabhängigkeit entlassen. Ahmadou Ahidjo, seit 1958 Ministerpräsident, wurde der erste Präsident des Landes. Die neue Republik wurde im September 1960 in die Vereinten Nationen aufgenommen. Unter Aufsicht der Vereinten Nationen fand 1961 in Britisch-Kamerun eine Volksabstimmung statt, in der sich der Süden des Gebietes für einen Anschluss an die Republik Kamerun entschied, während der Norden für den Anschluss an Nigeria votierte. Zum 1. Oktober 1961 wurden die Republik Kamerun und der Süden von Britisch-Kamerun zur Bundesrepublik Kamerun vereint.
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