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Kamerun

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Kamerun (Flagge und Hymne)Kamerun (Flagge und Hymne)
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7.3

Einheitsstaat

Auch nach der Unabhängigkeit Kameruns führte die UPC ihren Guerillakampf fort, wurde jedoch bis 1963 (mit französischer Hilfe) niedergeschlagen. In der Folgezeit festigte Ahidjo sein Regime: 1966 fasste er mehrere Parteien zur Union Nationale Camerounaise (UNC) zusammen; 1972 setzte er eine neue, per Volksabstimmung angenommene Verfassung in Kraft, durch die die Bundesrepublik Kamerun in einen Einheitsstaat mit Einparteiensystem unter dem Namen Vereinigte Republik Kamerun umgewandelt wurde; einzige zugelassene Partei war die UNC unter Ahidjos Führung. Die Opposition wurde unterdrückt und verfolgt. Außenpolitisch blieb die enge Verbindung zu Frankreich dominierend; darüber hinaus orientierte sich das Land vorwiegend an den westlichen Staaten.

Bis 1980 wurde Ahidjo regelmäßig im Präsidentenamt bestätigt; im November 1982 trat er jedoch unerwartet zurück. Sein Nachfolger wurde der bisherige Ministerpräsident Paul Biya. Die Beziehungen zwischen Biya und Ahidjo verschlechterten sich jedoch zunehmend, und im Juli 1983 ging Ahidjo, der bis dahin an der Spitze der UNC gestanden hatte, ins Exil nach Frankreich. Biya übernahm nun auch den Parteivorsitz und gewann im Januar 1984 die vorgezogenen Präsidentschaftswahlen mit fast 100 Prozent der Stimmen. Durch eine im selben Monat vorgenommene Verfassungsänderung wurde das Amt des Ministerpräsidenten abgeschafft und der Staatsname in Republik Kamerun geändert. Einen Putschversuch von Ahidjo-Anhängern konnte er im April 1984 vereiteln. 1985 benannte er die Einheitspartei UNC in Rassemblement Démocratique du Peuple Camerounais (RDPC) um; den Parteivorsitz behielt er.

Wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem diktatorischen Regime, die sich in zum Teil blutigen Protesten Luft machte, zwang Biya ab den neunziger Jahren zu einer gewissen Demokratisierung: 1990 wurde die Monopolstellung des RDPC aufgehoben und das Mehrparteiensystem wieder eingeführt, woraufhin sich eine ganze Reihe von Oppositionsparteien formierte. Bei den ersten freien Mehrparteienwahlen im März 1990 gewann dennoch der RDPC knapp die Hälfte der Mandate und konnte seine dominierende Stellung behaupten, nicht zuletzt dank der Zersplitterung der Opposition. Zweitstärkste Partei wurde die Union Nationale pour la Démocratie et le Progrès (UNDP), andere Oppositionsparteien, darunter die Social Democratic Front (SDF), hatten die Wahlen boykottiert. Die Präsidentschaftswahlen im Oktober 1992 gewann Biya mit knapp 40 Prozent der Stimmen. Bei beiden Wahlen warf die Opposition der Regierung Wahlfälschung vor, es kam erneut zu Protesten und Unruhen, die etwa 300 Menschen das Leben kosteten. 1996 wurde die Verfassung in einigen wesentlichen Punkten geändert; so wurde u. a. die Amtszeit des Präsidenten von fünf auf sieben Jahre mit allerdings nur einmaliger Möglichkeit der Wiederwahl verlängert, und es wurde eine vorsichtige Dezentralisierung des Staates eingeleitet.

Aus den Parlamentswahlen im Mai 1997 ging der RDPC mit der absoluten Mehrheit der Mandate hervor, bei den Präsidentschaftswahlen im Oktober 1997 wurde Biya im Amt bestätigt. Die Präsidentschaftswahlen waren von den wichtigsten Oppositionsparteien, darunter UNDP und SDF, boykottiert worden. Bei den Parlamentswahlen im Juni 2002 und im Juli 2007 baute der RDPC seine absolute Mehrheit jeweils noch weiter aus; die Opposition spielte im Parlament praktisch keine Rolle mehr. Bei all diesen Wahlen wie auch bei den Präsidentschaftswahlen im Oktober 2004, die Biya mit etwa drei Vierteln der Stimmen gewann, kam es regelmäßig zu zahlreichen Unregelmäßigkeiten und Protesten.

Seit den achtziger Jahren kam es wiederholt zu auch militärisch ausgetragenen Konflikten mit Nigeria um die Halbinsel Bakassi im Grenzgebiet zwischen den beiden Ländern. Die Halbinsel, vor deren Küste reiche Erdölvorkommen vermutet werden, war 1961 im Zuge der Angliederung des südlichen Teils von Britisch-Kamerun an Kamerun gefallen, wurde aber seither von Nigeria besetzt gehalten. 2002 entschied der Internationale Gerichtshof den Streit zugunsten von Kamerun; allerdings dauerte es noch vier Jahre, bis Nigeria die Halbinsel tatsächlich räumte.

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