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Soda, historische Bezeichnung für Natriumcarbonat (Na2CO3), das in der Natur häufig zusammen mit Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) vorkommt. In beiden Fällen handelt es sich um weiße Pulver mit alkalischen Eigenschaften. Siehe auch Carbonate
Natriumcarbonat besitzt eine relative Dichte von 2,53 und einen Schmelzpunkt von 851 °C. Gelöst kommt es zusammen mit Natriumhydrogencarbonat in den so genannten Natronseen vor; außerdem in fester Form in einigen Salzlagern, besonders in Wyoming (USA). Einige hydratisierte Formen des Natriumcarbonats werden industriell hergestellt, darunter das Decahydrat (Na2CO3 · 10 H2O), das man Waschsoda oder Kristallsoda nennt, und das Monohydrat (Na2CO3 · H2O). Natriumcarbonat wurde ursprünglich aus Pflanzenasche gewonnen und Sodaasche genannt. Der französische Chemiker Nicolas Leblanc entwickelte das nach ihm benannte Leblanc-Verfahren, mit der man die Verbindung im Prinzip aus gewöhnlichem Tafelsalz (Natriumchlorid) produzieren konnte. Natürlich verwendete man nicht teures Tafelsalz, sondern das kostengünstigere Steinsalz. Das Leblanc-Verfahren wurde später durch das billigere Solvay-Verfahren verdrängt. Entwickelt hat es der belgische Chemiker Ernest Solvay. Bei diesem Verfahren kommt Ammoniak zum Einsatz, der in der Koksindustrie als Nebenprodukt anfiel. Heutzutage macht diese Ammoniakquelle aber nur noch 8 Prozent der Welterzeugung aus. Über 90 Prozent des weltweiten Ammoniakbedarfs gewinnt man nach dem Haber-Bosch-Verfahren aus den Elementen. Beim Solvay-Verfahren wird Natriumchloridlösung mit gasförmigem Ammoniak und anschließend mit Kohlendioxid behandelt. Im Verlauf der Reaktion entstehen Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) und Ammoniumchlorid. Der Natriumhydrogencarbonatniederschlag wird von der Ammoniumchloridlösung abfiltriert, getrocknet und erhitzt, so dass sich Natriumcarbonat bildet. In steigendem Maße wird jedoch das synthetisch hergestellte Natriumcarbonat durch das aus natürlichen Quellen gewonnene (z. B. aus Natronseen) ersetzt. Natriumcarbonat wird bei der Herstellung von Glas und Keramik, beim Holzaufschluss zur Papiererzeugung und zur Produktion von Seife eingesetzt. Der mengenmäßig kleinere Anteil wird bei der Erdölraffination, in Reinigungs- und Waschmitteln sowie zur Herstellung natriumhaltiger Verbindungen, z. B. für Natriumphosphat, verwendet.
Natriumhydrogencarbonat ist ein weißes Pulver mit einer relativen Dichte von 2,16. Erhitzt man es an der Luft über 55 °C, so gibt es Kohlendioxid und Wasser ab und geht in Natriumcarbonat über. Natriumhydrogencarbonat ist Bestandteil von Backpulver und der Ausgangsstoff für Kohlendioxid, das man in Feuerlöschern verwendet. In der Medizin wird es eingesetzt, um überschüssige Magensäure zu neutralisieren (Antacidum). In der Natur kommt Natriumhydrogencarbonat in vielen Heilquellen vor. Technisch stellt man es her, indem man Natriumcarbonat mit Wasser und Kohlendioxid unter Kühlung behandelt. Siehe auch Hydrogencarbonate; Alkali; Natrium
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