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  • Erdöl – Wikipedia

    Erdöl ist ein in der Erdkruste eingelagertes, hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen (unter anderen auch Methan) bestehendes lipophiles Stoffgemisch.

  • Erdöl und Erdölverarbeitung

    Erdöl und Erdölverarbeitung Rohöl ist ein zähflüssiges Stoffgemisch aus mindestens 500 Stoffen Zusammensetzung des Erdöls: Das aus der Erde unmittelbar kommende ...

  • Erdöl

    WWW-Index Chemie ... Erdöl, Erdgas, Petrochemie: Internetverweise auf Seiten mit informellen Inhalten zum Erdöl.

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Erdöl

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Erdölförderung und -verbrauch (weltweit)Erdölförderung und -verbrauch (weltweit)
Artikelgliederung
6

Offshorebohrung

Ölfelder unter dem Meeresboden werden mit Hilfe so genannter Offshorebohrungen erschlossen. Je nach Wassertiefe kommen dabei auf dem Meeresboden fest stehende Anlagen (Jack-up; bis etwa 150 Meter Wassertiefe), schwimmende Bohrinseln (Halbtaucher; bis etwa 3 000 Meter) oder Bohrschiffe (mehr als 3 000 Meter) zum Einsatz. Vor allem bei großen Wassertiefen verfügen schwimmende Bohrinseln wie Bohrschiffe über eigene Antriebe, die die Anlage auf Position über dem Bohrloch halten. Bei geringeren Tiefen kann dies auch durch Verankerungen am Meeresboden geschehen. Offshorebohrungen sind im Durchschnitt fünf- bis zehnmal teurer als Bohrungen auf dem Land.

7

Erdölverarbeitung

Unbehandeltes Erdöl enthält verschiedene Gase (zusammenfassend Erdölgase genannt), Wasser und feste Bestandteile, die vor dem Transport zu den Raffinerien entfernt werden müssen. Das Erdölgas, das z. B. Methan, Ethan, Propan und Schwefelwasserstoff enthält, wird in speziellen Anlagen (Separatoren) vom Öl abgetrennt und entweder zu Heizzwecken verbrannt oder, wenn der Gehalt an wertvollen Bestandteilen hoch ist, einer Weiterverarbeitung zugeführt. Das entgaste Erdöl wird anschließend einige Zeit in Tanks gelagert, damit sich Wasser und Feststoffe absetzen können; Emulsionen lassen sich durch Chemikalien (Demulgatoren) in Wasser und Öl trennen. Nach der Beseitigung von Wasser und Feststoffen wird das gereinigte Rohöl zur Raffinerie transportiert, meistens über Pipelines oder per Tankschiff.

Vor seiner Weiterverarbeitung in der Raffinerie (von französisch raffiner: reinigen, feiner machen) wird das Rohöl mit Wasser behandelt, um einige unerwünschte, wasserlösliche Salze (z. B. Magnesiumchlorid) zu extrahieren. Nach Abtrennung des Wassers wird das Erdöl durch Erhitzen verdampft und in einen Destillationsturm geleitet. Der Turm ist im Inneren durch teilweise offene Böden in mehrere Abschnitte unterteilt. Dort kühlen sich die verdampften Bestandteile ab und werden flüssig. Weil die unterschiedlichen Bestandteile im Erdöl bei unterschiedlichen Temperaturen kondensieren, verflüssigen sich manche Anteile auf den wärmeren, tiefer gelegenen Böden (z. B. Schwerbenzin, Kerosin) und andere wiederum auf den höher gelegenen, kälteren (z. B. Leichtbenzin). Auf diese Weise kann Erdöl in verschieden hoch siedende Fraktionen zerlegt werden. Die Fraktionen werden in verschiedenen Höhen aus der Kolonne abgezogen, der verbleibende Rest (Destillationssumpf) einer Vakuumdestillation unterworfen. Dabei fallen weitere Fraktionen (z. B. Schmieröle) sowie Asphalt und Bitumen als Rückstand an. Einige Fraktionen müssen weiter destilliert oder mit anderen Verfahren wie etwa Cracken, Steamcracken, Reformieren und Platforming raffiniert werden.

7.1

Erdölsorten

Da das Erdöl einer jeden Lagerstätte eine jeweils charakteristische Zusammensetzung aufweist, gibt es zahlreiche verschiedene Erdölsorten. Sie unterscheiden sich außerdem in einigen physikalischen Eigenschaften (z. B. Dichte) und vor allem in ihrem Verhalten bei der Förderung. Im Handel hat man sich auf bestimmte Sorten als Referenzöle geeinigt. Zu den bedeutendsten gehören die für den europäischen Markt wichtige Sorte Brent, die für den US-Markt maßgebende Sorte West Texas Intermediate (WTI) und die für den asiatischen Markt relevante Sorte Tapis. Weltweit werden rund 30 Ölsorten als Referenz gehandelt, wobei der Schwerpunkt auf den Sorten Brent und WTI liegt, d. h., die Preise für diese beiden bestimmen die Preise der anderen Öle. Bei Brent und WTI handelt es sich um leichte, schwefelarme Rohöle, aus denen sich vergleichsweise hohe Anteile an Benzin gewinnen lassen. Andere Öle sind u. a. Arab Light (Saudi-Arabien), Dubai (Vereinigte Arabische Emirate), Saharan Blend (Algerien), Bonny Light (Nigeria), Minas (Indonesien), Tia Juana Light (Venezuela), Isthmus (Mexiko) und REBCO (Russland).

8

Vorkommen, Reserven und Verbrauch

Die größten Erdölvorkommen gibt es in Staaten des Nahen Ostens, insbesondere in Saudi-Arabien, das gleichzeitig auch größtes Förderland und größter Exporteur der Welt ist. Insgesamt fällt rund ein Drittel der weltweiten Ölförderung auf den Nahen Osten. Ihnen folgt Russland, das über ausgedehnte Erdölvorkommen in Westsibirien und in der Wolga-Ural-Region verfügt. In Nordamerika befinden sich vor allem in Kanada große Vorkommen, während die Lagerstätten in den USA zunehmend ausgebeutet sind. Die Menge an gesicherten Ölreserven weltweit wurde 2006 auf über 178 Milliarden Tonnen (inklusive Ölsande und Ölschiefer) geschätzt.

Seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts ist der weltweite Bedarf an Erdöl kontinuierlich gestiegen. Die größten Erdölverbraucher sind die USA und China, ferner Japan, Russland und Deutschland.

Deutschland bezieht seine Importe größtenteils aus Russland sowie Norwegen, Großbritannien und aus Libyen. Die eigene Erdölförderung ist sehr gering, sie trägt weniger als 3 Prozent zum Verbrauchsvolumen bei, mit abnehmender Tendenz. Die deutschen Vorkommen liegen im Niedersächsischen Becken (Gebiet westlich der Ems, Weser-Ems-Gebiet, Elbe-Weser-Gebiet, Gebiet nördlich der Elbe) und im Molassebecken des Alpenvorlandes.

Beim derzeitigen weltweiten Verbrauch würden die Reserven von 178 Milliarden Tonnen noch etwa 45 Jahre reichen, wobei nicht einberechnet ist, dass der Energieverbrauch vor allem in den Schwellenländern mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich zunehmen wird. Erdöl kommt daher als zukunftsfähiger Energieträger nicht in Frage. Alternative Energiequellen sind erneuerbare Energien wie geothermische Energie, Sonnenenergie oder Energie aus Wasser- und Windkraft. Auch die Kernenergie gilt als Alternative, ist aber wegen der weiterhin bestehenden Risiken sehr umstritten.

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