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Windows Live® Suchergebnisse BlankversEnzyklopädieartikel
Blankvers (englisch blank verse: reiner Vers), in der Literatur ein fünfhebiger Jambenvers ohne Reim. Er geht zurück auf den französischen vers commun (gemeiner Vers), der in französischen Heldenepen des 15. und 16. Jahrhunderts verwendet wurde. Der Blankvers ist zentral in der englischen Dramen- und Erzähldichtung seit Mitte des 16. Jahrhunderts und wurde auch in der italienischen Dichtung dieser Zeit übernommen. Bei Dramatikern wie Torquato Tasso und Battista Guarini wurde er zur am häufigsten verwendeten Versform. Der englische Dichter Henry Howard, Earl of Surrey, brachte den Blankvers aus Italien mit und führte ihn in der englischen Literatur ein. Er setzte ihn zum ersten Mal in seiner Übersetzung von Vergils Äneis (um 1540) ein. Christopher Marlowe und William Shakespeare verwendeten ihn in ihren Dramen. Der englische Dichter John Milton war der Ansicht, dass nur die reimlosen Verse dem Englischen die Würde einer klassischen Sprache verleihen könnten, wie er im Vorwort zu seinem Epos Das verlorene Paradies (1667-1674), einer der bedeutendsten Dichtungen in Blankversform, unterstrich. In die deutsche Literatur des 17. Jahrhunderts ging der Blankvers nur am Rande ein, so z. B. bei Übertragungen der Werke Shakespeares und Miltons. Seit dem 18. Jahrhundert aber wurde er zum festen Bestandteil vor allem der Dramendichtung. Insbesondere Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing (1779) machte den Blankvers im deutschen Sprachraum derart populär, dass er den Alexandriner, der bis dahin im Drama am häufigsten verwendet wurde, verdrängte. Auch Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller bedienten sich in ihren Theaterstücken des Blankverses, ebenso Heinrich von Kleist, Christian Friedrich Hebbel und, noch im 20. Jahrhundert, Gerhart Hauptmann. Auch haben u. a. Heinrich Heine und Stefan George Gedichte in Blankversen geschrieben. Durch die Rezeption der deutschen Klassik fand der Blankvers auch in Polen und Russland (etwa bei Aleksandr Puschkin) Verwendung.
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