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Windows Live® Suchergebnisse TigerEnzyklopädieartikel
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Tiger, in Asien verbreitete größte Katzenart, die zur selben Gattung gehört wie Löwe, Leopard und Jaguar. Man unterscheidet sechs heute lebende Unterarten des Tigers, drei weitere starben im 20. Jahrhundert aus oder wurden ausgerottet. Eine der heute lebenden Unterarten, der Malaysiatiger, wurde erst 2004 anhand genetischer Analysen identifiziert. Bekannte Unterarten sind der Sibirische Tiger oder Amurtiger, der Bengal- oder Königstiger und der Sumatratiger. Man nimmt an, dass sich die Spezies Tiger während des Pleistozäns in Nordasien entwickelte, sich von dort weiter nach Süden verbreitete und erst vor etwa 10 000 Jahren den Himalaya überquerte.
Der vor allem in Russland im Gebiet von Amur und Ussuri vorkommende sehr seltene Sibirische Tiger ist die größte Unterart. Er trägt ein dichtes, gelbes Fell mit dunklen Streifen, hat eine Kopfrumpflänge von 1,4 bis 2,8 Metern, eine Schwanzlänge von 70 bis 95 Zentimetern und wiegt 180 bis 300 Kilogramm. Der etwas kleinere Bengaltiger ist auf dem südostasiatischen Kontinent und in Zentral- und Südindien verbreitet. Sein Fell liegt flacher an als das des Sibirischen Tigers und hat eine sattere Braunfärbung mit noch dunkleren Streifen. Er bewohnt grasreiche oder sumpfige Ebenen und Wälder, in denen er aufgrund seiner Färbung gut getarnt ist. Der nur auf Sumatra lebende Sumatratiger ist mit einer Kopfrumpflänge von etwa 1,4 Metern die kleinste der heute lebenden Unterarten.
Die Nahrung des Tigers reicht von Hirschen und Hausrindern bis zu Fröschen, Fischen und Aas. Tiger sind Einzelgänger. Männchen und Weibchen kommen lediglich zusammen, um sich zu paaren, um ein Beutetier zu teilen oder um in Gebieten mit wenig Wasser an einem Wasserloch zu trinken und zu ruhen. Ein Wurf besteht aus einem bis sechs (in der Regel zwei) Jungen, die nach einer Tragzeit von etwa 110 Tagen zur Welt kommen. Die Jungen werden drei bis sechs Monate gesäugt, sie bleiben bis in das zweite Lebensjahr hinein bei der Mutter. Im Zoo wurden Tiger maximal 25 Jahre alt, im Freiland erreichen sie nicht mehr als 18 Jahre. Der einzige Feind erwachsener Tiger ist der Mensch.
Alle Unterarten des Tigers gelten als bedroht. Eine gravierende Ursache der Gefährdung ist neben der Lebensraumzerstörung die Traditionelle Chinesische Medizin, die aus Körperteilen von Tigern „Arzneien” herstellt. Weltweit gibt es nach Angaben des World Wide Fund for Nature (WWF) von 2004 noch 5 000 bis 7 200 Tiger; die meisten Individuen (etwa 4 000 bis 5 000) entfallen auf den Bengaltiger. Der Bestand des Sibirischen Tigers beträgt nur noch 450 Exemplare, der des Sumatratigers 400 bis 500, und der Südchinesische Tiger steht mit höchstens 30 Tieren unmittelbar vor dem Aussterben. Weltweit ist der Tigerbestand in den letzten 100 Jahren um 95 Prozent zurückgegangen.
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