Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Wirbelsäule", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Wirbelsäule

Windows Live® Suchergebnisse

  • Wirbelsäule – Wikipedia

    Die Wirbelsäule (lat.: Columna vertebralis, griech. rhachis) ist in ihrer Gesamtheit das zentrale tragende Konstruktionselement der Wirbeltiere.

  • wirbelsaeule.com

    suche

  • Aufbau der Wirbelsäule

    Rückenschmerzen sind eineVolkskrankheit. 90 Prozent der Bevölkerung machen damit Bekanntschaft. Ursachen können z.B. Bewegungsmangel, Fehlbelastungen, Degeneration und ...

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Wirbelsäule

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Menschliche WirbelsäuleMenschliche Wirbelsäule
Artikelgliederung
1

Einleitung

Wirbelsäule, Struktur aus Knochen und Knorpel, die bei Wirbeltieren das Rückenmark umgibt und schützt. Die Wirbelsäule wird auch als Rückgrat bezeichnet.

2

Anatomie und Physiologie

Die Wirbelsäule ist der wichtigste Teil des Skeletts. An ihr sind der Schädel, die Rippen und das Becken befestigt. Tiere, die etwas einfacher gebaut sind als die eigentlichen Wirbeltiere, besitzen keine voll ausgebildete Wirbelsäule, sondern einen Knorpelstab, den man als Notochord bezeichnet. Reste des Notochords sind bei höheren Tieren die Knorpelscheiben, die zu dem Verbindungsapparat zwischen den Wirbeln gehören. Aber als Stützstruktur ist bei ihnen eine Reihe einzelner Knochen, der Wirbel, an die Stelle des Knorpelstabes getreten.

Form und Zahl der Wirbel sind bei den einzelnen Tierarten sehr unterschiedlich. In der Regel sind die Wirbel wie die Jetons einer Spielbank aufgeschichtet; zusammengehalten werden sie von Bändern – jenen Strängen aus Bindegewebe, die auch die Knochen in den Gelenken verbinden. Die Wirbelsäule der meisten Menschen besteht aus 33 Wirbeln: Ganz oben liegen sieben Halswirbel. Dann folgen zwölf Brustwirbel auf der Rückseite des Brustkorbes (Thorax), an denen die zwölf Rippenpaare befestigt sind, und fünf Lendenwirbel im unteren Teil des Rückens. Die nächsten fünf Wirbel sind zu einem einzigen Knochen verschmolzen, dem Kreuzbein (Os sacrum; siehe Iliosakralgelenk). Das Kreuzbein passt in eine Lücke zwischen den Hüftbeinen. Das Steißbein, das sich unten an das Kreuzbein anschließt, besteht aus drei bis fünf (zumeist vier) ebenfalls verschmolzenen Wirbeln.

Vor der Geburt ist die menschliche Wirbelsäule in einer einzigen Kurve im Rücken nach außen gebogen. Bei der Geburt bildet sie zwei nach vorn gerichtete, konkave Bögen, von denen einer im Brust-, der andere im Lendenbereich liegt. Bei normaler Entwicklung entstehen unmittelbar über diesen beiden ersten Bögen zwei weitere, ausgleichende Kurven in Hals- und Lendenhöhe. Auf diese Weise erlangt die Wirbelsäule eine Widerstandskraft, die mit einer geraden Reihe aufeinandergestapelter Knochen nicht zu erreichen wäre.

Jeder einzelne Wirbel ähnelt ein wenig einem Ring mit einer Verdickung, die zur Körpervorderseite weist. Zwischen den Wirbeln liegt jeweils eine dicke Knorpelscheibe: Diese Polster, die man auch als Bandscheiben bezeichnet, bilden die wichtigste bewegliche Verbindung zwischen den Wirbeln. Darüber hinaus können sich die Wirbel aber noch an anderen Stellen gegeneinander bewegen.

Die meisten Wirbel besitzen eine Verdickung, den Wirbelkörper, der das Gewicht aufnimmt. Ein dicker Knochenbogen, der Wirbelbogen, ragt nach hinten. Zwischen Wirbelbogen und Wirbelkörper befindet sich das Wirbelloch, eine runde Öffnung, durch die das Rückenmark verläuft. Zu einem geschlossenen Ring wird die Öffnung durch die Wirbelplatten, die auf der Rückseite des Wirbels einen Winkel bilden. Den Kanal, der durch die übereinander liegenden Öffnungen der einzelnen Wirbel entsteht, nennt man Rückenmarkskanal. An der Verbindungsstelle zwischen Wirbelplatte und Wirbelbogen liegt auf beiden Seiten ein Vorsprung, der Querfortsatz. Ein weiterer Fortsatz, Dornfortsatz genannt, setzt an dem von den Wirbelplatten gebildeten Winkel an. An der Ansatzstelle der Querfortsätze befinden sich weiche, bewegliche Strukturen, welche die Verbindungen zu den Nachbarwirbeln herstellen. Bei aufrecht gehenden Tieren liegt jeweils ein Paar dieser Fortsätze an der Ober- und Unterseite des Wirbels.

Bei Säugern haben die Wirbel in den einzelnen Abschnitten der Wirbelsäule unterschiedliche Eigenschaften. Die Querfortsätze der oberen Halswirbel haben jeweils ein Loch, durch das die Wirbelschlagader verläuft. Die Dornfortsätze dieser Wirbel sind sehr kurz. Die beiden ersten Halswirbel unterscheiden sich von allen anderen: Der erste, Atlas genannt, hat keinen Wirbelkörper, sondern einen großen Knochenbogen, der eine Vertiefung umschließt. Seine Oberseite ist mit dem Condylus occipitalis verbunden, einem Gelenkkopf des Schädels. Der zweite Halswirbel heißt Dreher; er hat oben einen Fortsatz, der wie ein Gelenkzapfen in eine besondere Einbuchtung des Atlas ragt. An den Querfortsätzen der Brustwirbel befinden sich besondere Ansatzstellen für die Rippen. Die Dornfortsätze dieser Wirbel sind lang, ragen nach unten und liegen übereinander. Die Lendenwirbel haben einen großen Wirbelkörper, während die Quer- und Dornfortsätze zurückgebildet sind. Die verschmolzenen Knochen von Kreuz- und Steißbein wurden oben bereits beschrieben.

3

Anomalien und Krankheiten

Krankhafte Wirbelsäulenverkrümmungen kommen beim Menschen häufig vor. Sie können mehrere Ursachen haben, z. B. Bänderschwäche, schlechte Haltung, Krankheiten oder angeborene Fehlbildungen der Wirbelsäule sowie Verletzungen oder Krämpfe der Rückenmuskulatur.

Eine bekannte Fehlbildung ist der Rundrücken, der durch eine zu starke Biegung der Wirbelsäule entsteht. Es kann sich dabei entweder um eine Kyphose handeln, bei der die übermäßige Biegung die normale Richtung hat, oder um eine Kombination der Kyphose mit einer seitlichen Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose). Diesen Zustand nennt man Kyphoskoliose. Die Skoliose allein lässt selten einen sichtbaren Rundrücken entstehen. Die Kyphose kann schwach oder stark sein. Sie ist in den meisten Fällen angeboren, kann aber auch durch Wirbelsäulenverletzungen entstehen. (Bevor es wirksame Medikamente gegen die Tuberkulose gab, entwickelte sich manchmal der Pott-Buckel; seine Ursache war eine Form der Tuberkulose, die sich auf die Wirbel auswirkte.) Bei älteren Menschen, insbesondere bei Frauen, deren Knochen weich und brüchig werden, können Wirbel zusammenbrechen (siehe Osteoporose). Ist eine solche Kompressionsfraktur die Ursache der Verkrümmung, wird die betroffene Person gleichzeitig kleiner. Durch die Wirbelsäulenverkrümmung verschieben sich auch die Rippen, so dass die Lunge und andere Strukturen im Brustkorb zusammengedrückt werden; auch Schlüsselbeine und Schulterblätter nehmen eine anomale Lage ein. Durch das ständige Bemühen um Gleichgewicht verformen sich die Hüften und andere Körperteile.

Der Rundrücken wird auf unterschiedliche Weise behandelt. Eine mäßige Kyphose lässt sich oft mit einem Gipskorsett oder Bändern korrigieren, wenn sie diagnostoziert wird, bevor das Knochenwachstum beendet ist. Angeborene Fehlbildungen lassen sich nicht heilen. Eine anomale Form der Wirbel hat ihren Ursprung in der Embryonalentwicklung und lässt sich durch chirurgische und lokale Maßnahmen nur in ihren Auswirkungen lindern. Auch Wirbelsäulenerkrankungen, die einen Rundrücken entstehen lassen, sind chirurgischer und lokaler Behandlung nur eingeschränkt zugänglich. Man benutzt dazu Zugapparate, Polster und Gipsstützen sowie manchmal auch eine Reizstrombehandlung. Zur chirurgischen Korrektur der Skoliose setzt man in manchen Fällen parallel zur Wirbelsäule einen Metallstab ein.

Auch der Vorfall oder Riss einer Bandscheibe kann die Wirbelsäule schädigen. Die Ursache kann das hintere Längsband der Wirbelsäule (Ligamentum longitudinale posterius) sein, das auf der Vorderseite des Rückenmarkskanals liegt: Es verhindert manchmal nicht, dass eine der Knorpelscheiben zwischen den Wirbeln in den Kanal eindringt. Der bekannte Bandscheibenvorfall entsteht, wenn die herausgerutschte Scheibe gegen die Nervenwurzeln oder das Rückenmark drückt und starke Schmerzen verursacht.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft