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Canossa

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Heinrich IV. in CanossaHeinrich IV. in Canossa

Canossa, Burg in Norditalien, südwestlich von Reggio nell’Emilia, in der Region Emilia-Romagna. Sie wurde um die Mitte des 10. Jahrhunderts errichtet und war der Sitz der Markgrafen von Canossa. Im 13. und nochmals im 16. Jahrhundert wurde die Burg zerstört; seit 1878 ist die Burgruine italienisches Nationaldenkmal.

Im Januar 1077 reiste Kaiser Heinrich IV., der im Jahr zuvor von Papst Gregor VII. auf einem ersten Höhepunkt des Investiturstreites exkommuniziert worden war, von Deutschland über die Alpen nach Canossa, um beim Papst, der sich gerade als Gast der Mathilde von Tuszien in der Burg aufhielt, die Lösung vom Bann zu erwirken. Nach dem Bericht des Annalisten Lampert von Hersfeld harrte Heinrich drei Tage und drei Nächte lang barhäuptig und barfuß in der Winterkälte im Schlosshof aus. Nach dieser Demutsbezeugung löste der Papst Heinrich vom Bann. Heinrichs Gang nach Canossa wurde in der Geschichtswissenschaft sehr kontrovers diskutiert: Während die ältere Forschung Heinrichs Selbstdemütigung als Niederlage des Kaisers interpretierte, stellt die neuere Forschung die Tatsache, dass Heinrich die Lösung vom Bann erreichte, als politischen Sieg und taktischen Erfolg des Kaisers heraus. Unbestritten ist jedoch, dass der Canossagang dem Ansehen des römisch-deutschen Kaisertums schadete und die Position des Kaisers gegenüber dem Papsttum schwächte.

Seit Heinrichs Gang nach Canossa, verstärkt noch, seit der Reichskanzler Otto von Bismarck im Rahmen des Kulturkampfes in einer Reichstagsrede am 14. Mai 1872 die Redewendung „Nach Canossa gehen wir nicht” prägte, gilt der Ausdruck „Canossagang” als Synonym für tiefe Demütigung, Erniedrigung und Buße.

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