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Hebräerbrief

Enzyklopädieartikel
Artikelgliederung
1

Einleitung

Hebräerbrief, Schrift des Neuen Testaments. Die Verfasserschaft dieses Briefes hat schon in der Frühzeit des Christentums zu Kontroversen geführt. Im 3. Jahrhundert schrieb ihn Tertullian den apostolischen Vätern oder einem unbekannten Schriftgelehrten zu, der angeblich die Predigten von Paulus schriftlich festhielt. Die Katechismusschule von Alexandria (ab dem 2. Jh. n. Chr.), betrachtete Paulus als den Verfasser der Schrift. Diese Meinung wurde von Augustinus im 5. Jahrhundert und später von den meisten Kirchenvätern übernommen.

2

Inhalt

Der Brief enthält keine bestimmte Anrede und beginnt ohne die übliche Grußformel. Man nimmt an, dass er an eine oder mehrere judenchristliche Gemeinden gerichtet war. Infolge der zunehmenden Christenverfolgungen durch die Römer in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts bereuten vermutlich viele Juden ihren Übertritt zum christlichen Glauben.

In seinem ersten und längsten Teil (1, 1 bis 10, 18) versucht der Verfasser des Briefes, die Gemeinde von der Überlegenheit des Christentums über das Judentum zu überzeugen, indem Christus als Sohn Gottes höher gestellt wird als Engel, Moses und die Propheten. Der Schlussteil (10, 19 bis 13, 25) ermahnt die Christen, an ihrem Glauben festzuhalten und enthält praktische Anweisungen.

Als Entstehungsjahr des Briefes an die Hebräer wird 70 n. Chr. angenommen, als die Römer den Tempel zerstört hatten und es in Jerusalem keine größeren judenchristlichen Gemeinden mehr gab. Andere Auffassungen gehen davon aus, dass die Schrift zwischen 80 und 90 n. Chr. verfasst wurde. Seinen heutigen Titel trägt der Brief seit 200 n. Chr. 1999 wurde in der Wiener Nationalbibliothek die bislang älteste Abschrift des Hebräerbriefs entdeckt.

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