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James Madison

Enzyklopädieartikel
Artikelgliederung
1

Einleitung

James Madison (1751-1836), vierter Präsident der USA (1809-1817), einer der Führer in der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung. Er gilt aufgrund seiner Rolle im Verfassungskonvent als „Vater der Verfassung”. In den neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts war Madison einer der Mitbegründer der Republikanischen Partei, und von 1801 bis 1809 war er Außenminister unter Thomas Jefferson.

Madison wurde am 16. März 1751 als Sohn eines reichen Plantagenbesitzers in Westmoreland County (Virginia) geboren. 1776 wurde Madison in den Konvent von Virginia gewählt, wo er vehement für die Unabhängigkeit der Kolonien vom Mutterland eintrat. Der Konvent war einberufen worden, um die Beziehung der Kolonien zu Großbritannien zu überdenken. Von 1777 bis 1780 gehörte Madison dem Rat des Gouverneurs an, und 1780 wurde er in den Kontinentalkongress gewählt. Obwohl jüngstes Kongressmitglied, stieg Madison rasch zu führender Position auf; zusammen mit Alexander Hamilton und anderen versuchte er erfolglos, die Zentralgewalt durch eine Erweiterung der Befugnisse des Kongresses bezüglich Steuern und Handel zu stärken. 1783 wurde Madison Mitglied des Parlaments von Virginia und brachte als Verfechter einer strikten Trennung von Kirche und Staat das Parlament zur Annahme des von Jefferson entworfenen Gesetzes zur Religionsfreiheit in Virginia.

2

Der Verfassungskonvent

Zusammen mit anderen Befürwortern einer starken Zentralregierung überredete Madison den Kongress zur Einberufung eines Konvents, der die Articles of Confederation, die Bundesverfassung, überarbeiten sollte. In dem Konvent, der im Mai 1787 in Philadelphia zusammentrat, spielte Madison eine führende Rolle. Er arbeitete den so genannten Virginia-Plan aus, der zur Basis der neuen Bundesverfassung wurde. Der Plan sah eine Gewaltenteilung mit einem effektiven Kontrollsystem vor, eine starke Exekutive mit Vetorecht sowie eine Judikative, die der Gesetzgebung der Einzelstaaten übergeordnet war. Zusammen mit Alexander Hamilton und John Jay veröffentlichte Madison Essays zur amerikanischen Verfassung und Staatsform, die unter dem Titel The Federalist erschienen.

3

Die Regierungen Washington, Adams und Jefferson

Nach seiner Wahl in das amerikanische Repräsentantenhaus 1789 initiierte Madison die ersten zehn Zusätze zur Verfassung (die Bill of Rights) zum Schutz der Grundrechte des Einzelnen. 1791 brach Madison mit Alexander Hamilton und den Föderalisten und opponierte gegen die Steuerpolitik der Regierung George Washingtons. Zusammen mit Thomas Jefferson und James Monroe gründete er die Republikanische Partei gegen die zentralistischen und aristokratischen Tendenzen in der Politik der regierenden Federalist Party.

1797 zog sich Madison aus dem Repräsentantenhaus zurück. Im folgenden Jahr veröffentlichte er die Virginia-Resolutionen, in denen er das Recht der Bundesstaaten, Bundesgesetze aufzuheben, betonte. 1799/1800 war Madison wieder im Parlament von Virginia vertreten.

Als Außenminister unter Jefferson versuchte Madison ohne Erfolg, in Europa die Anerkennung der von den USA während der Napoleonischen Kriege abgegebenen Neutralitätserklärung zu erreichen. Ebenso wenig gelang es ihm, die Briten an Eingriffen in den US-Handel und an der gewaltsamen Dienstverpflichtung amerikanischer Seeleute auf hoher See zu hindern.

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Die Präsidentschaft

1809 wurde Madison mit deutlicher Mehrheit gegen den Kandidaten der Föderalisten zum Präsidenten gewählt. Er hob die Handelssperre auf, mit der Jefferson hatte vermeiden wollen, in den Krieg der europäischen Staaten hineingezogen zu werden; die Spannungen zwischen den USA und Großbritannien blieben jedoch bestehen, und Madisons Außenpolitik wurde zunehmend sowohl von den Föderalisten als auch von seiner eigenen Partei kritisiert.

Am 18. Juni 1812 erklärte der Kongress auf Ersuchen Madisons Großbritannien den Krieg. Großbritannien machte Zugeständnisse in Bezug auf den Handel, nicht aber hinsichtlich der gewaltsamen Dienstverpflichtung von Seeleuten, so dass sich Madison weigerte, in einen Waffenstillstand einzuwilligen.

Der Britisch-Amerikanische Krieg von 1812 wurde von Kriegsminister John Armstrong, der die Gefahr einer britischen Invasion unterschätzt hatte, schlecht geführt. Als die britischen Invasionstruppen 1814 Washington einnahmen, wurde Armstrong durch James Monroe ersetzt. Britisch-amerikanische Friedensverhandlungen in Belgien führten zum Ewigen Frieden von Gent (Dezember 1814), der jedoch keinen der offenen Streitpunkte klärte.

In der Innenpolitik gab Madison dem immer stärker werdenden Nationalgefühl nach. Er führte Schutzzölle ein und stimmte der Gründung der Nationalbank zu (die Second Bank of the United States), die er noch 1791 vehement abgelehnt hatte. Außenpolitisch war Madisons bedeutendste Leistung nach dem Krieg die Aushandlung eines Abkommens über die dauerhafte Entmilitarisierung der Grenze zwischen den USA und Kanada.

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