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Organisation der Amerikanischen Staaten (Organization of American States, OAS), ein regionales Bündnis von selbständigen Staaten Nord- und Südamerikas innerhalb der UNO. Die OAS wurde am 30. April 1948 auf der 9. Interamerikanischen Konferenz in Bogotá (Kolumbien) von 21 Staaten gegründet. Sie ging aus der Organisation International Union of American Republics hervor, die 1890 auf der 1. Internationalen Konferenz Amerikanischer Staaten in Washington ins Leben gerufen worden war.
Ihrer Charta zufolge sind die Hauptziele der OAS: (1) den Frieden und die Sicherheit auf dem amerikanischen Kontinent zu stärken; (2) die repräsentative Demokratie zu fördern und zu festigen, wobei der Grundsatz der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines Landes berücksichtigt wird; (3) mögliche Ursachen von Problemen im Vorfeld zu beseitigen und sicherzustellen, dass eventuelle Streitfälle zwischen Mitgliedsstaaten friedlich beigelegt werden; (4) im Falle einer Aggression gemeinsam gegen deren Verursacher vorzugehen; (5) Lösungen für politische, rechtliche und wirtschaftliche Probleme der Mitgliedsstaaten zu suchen; (6) durch gemeinsames Handeln die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung der Staaten zu fördern; und (7) eine wirksame Begrenzung konventioneller Waffen zu erreichen, die es ermöglicht, den größten Teil der Finanzmittel auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Mitgliedsstaaten zu verwenden. Die Charta der OAS ist insgesamt viermal ergänzt worden: (1) durch das Protokoll von Buenos Aires, das 1967 unterzeichnet wurde und seit 1970 in Kraft ist; (2) durch das Protokoll von Cartagena de Indias, das 1985 genehmigt wurde und im Jahr 1989 in Kraft trat; (3) und durch die Protokolle von Washington (1992) und (4) die Protokolle von Managua (Nicaragua; 1993), die jeweils nach Ratifizierung durch zwei Drittel der Mitgliedsstaaten wirksam wurden. Die Ergänzungen sollen die wirtschaftliche Entwicklung und Integration der Staaten in diesem Teil der Welt unterstützen; die repräsentative Demokratie fördern und verteidigen; die Armut überwinden helfen und die Zusammenarbeit auf technischem Gebiet wirksamer gestalten. Das Protokoll von Washington nannte als eines der Hauptziele der OAS, „extreme Armut abzuschaffen, die ein Hindernis bei der vollständigen Entwicklung der Demokratie unter den Völkern in diesem Teil der Welt darstellt”. 1999 verabschiedete die OAS zwei weitere Konventionen: Eine interamerikanische Konvention für größere Transparenz bei der Beschaffung von konventionellen Waffen, die allerdings vor allem auf den Austausch von Informationen, nicht aber auf Abrüstung abzielt, sowie eine Konvention gegen die Diskriminierung behinderter Menschen.
Die Hauptorgane der OAS sind: die Generalversammlung, die Konsultativversammlung der Außenminister, der Ständige Rat, der 1993 geschaffene Interamerikanische Rat für Integrale Entwicklung sowie das Generalsekretariat. Darüber hinaus unterhält die OAS eine Reihe von Sonderorganisationen und Sonderkommissionen sowie beratende Organe, wie z. B. die Interamerikanische Menschenrechtskommission und den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der Generalsekretär leitet das Generalsekretariat und ist sein gesetzlicher Vertreter. Das Generalsekretariat wird von der Generalversammlung für fünf Jahre gewählt, mit der Möglichkeit höchstens einer Wiederwahl. Der Sitz des Generalsekretariats ist Washington. Es unterhält Außenstellen in den Mitgliedsstaaten.
Die Gründungsmitglieder der OAS sind Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Kuba (Mitgliedschaft seit 1962 suspendiert), die Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Haïti, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panamá, Paraguay, Peru, USA, Uruguay und Venezuela. Die weiteren Mitglieder, die der Organisation beitraten, sind: Antigua und Barbuda (1981), Commonwealth of the Bahamas (1982), Barbados (1967), Belize (1991), Kanada (1989), Dominica (1979), Grenada (1975), Guyana (1991), Jamaika (1969), Saint Lucia (1979), Saint Vincent und die Grenadinen (1981), die Föderation Saint Kitts und Nevis (1984), Suriname (1977) und Trinidad und Tobago (1967).
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