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Jules Verne (1828-1905), französischer Schriftsteller. Mit seinen Abenteuerromanen gilt er als Begründer der modernen Sciencefiction. Seine Werke gehören zu den meistübersetzten der gesamten französischen Literatur. Verne wurde am 8. Februar 1828 in Nantes geboren und studierte zunächst Jura in Paris. Zwischen 1848 und 1863 schrieb er vorwiegend Opernlibretti und Dramen. Im Jahr 1863 erzielte er mit der Veröffentlichung des Buches Cinq semaines en ballon (Fünf Wochen im Ballon) seinen ersten großen Erfolg und legte mit dieser phantastischen Geschichte den Grundstein für sein weiteres Schaffen. Es folgten u. a. Klassiker wie Voyage au centre de la terre (1864; Reise nach dem Mittelpunkt der Erde), der eine Reise beschreibt, die von Snæfällsjökull startet, De la terre à la lune (1865; Von der Erde zum Mond), Vingt mille lieues sous les mers (1870; 20 000 Meilen unter’m Meer), L’île mystérieuse (1875; Die geheimnisvolle Insel), Le tour du monde en quatre-vingts jours (1872; Reise um die Welt in 80 Tagen) und Michel Strogoff, Moscou-Irkoutsk (1876; Der Kurier des Zaren, 2 Bde.); alle Romane wurden mehrmals erfolgreich fürs Kino bearbeitet. 1892 erhielt Verne den Orden der Ehrenlegion. 1902 verfilmte der französische Regisseur Georges Méliès erstmals eines seiner Bücher unter dem Titel Le voyage dans la lune (Die Reise zum Mond), und ließ später etwa Le voyage á travers l’impossible (1904) und 20 000 lieus sous le mers (1907) sowie weitere Adaptionen folgen. Verne starb am 24. März 1905 in Amiens.
Vernes Romane entstanden in einer Zeit, in der die Naturwissenschaften und neue technische Erfindungen enormes öffentliches Interesse fanden. Gründliche Vorstudien und Recherchen ließen die Handlungen seiner Abenteuer- und Zukunftsromane nicht nur als durchaus vorstellbar erscheinen; viele seiner detailliert geschilderten wissenschaftlichen Utopien wurden im 20. Jahrhundert tatsächlich Realität. So finden sich in seinen Werken Vorgriffe auf Entwicklungen wie Raumschiffe, Unterseeboote, Hubschrauber, Klimaanlagen, ferngelenkte Geschosse und bewegte Bilder, wie sie erst viel später realisiert wurden. Le tour du monde en quatre-vingts jours ist ein Meisterwerk fiktiver Reiseliteratur, dessen Ausgangsidee – eine Wette innerhalb einer Klubatmosphäre über die technische Machbarkeit einer (nach damaligem Maßstab) Hochgeschwindigkeitsweltreise – vom englischen Reformklub inspiriert worden war. Im Unterschied zur Sciencefiction von H. G. Wells, einem weiteren Mitbegründer der Gattung einer technifizierten phantastischen Literatur, sind Vernes Werke (mit Ausnahme der verhalten pessimistischeren der Spätzeit) geprägt von einem ungetrübten Fortschrittsglauben und ohne sozialkritische Aspekte. Le tour du monde en quatre-vingts jours inspirierte Julio Cortázar und Jean Cocteau zu ihren Büchern Reise um den Tag in 80 Welten bzw. Meine Reise um die Welt in 80 Tagen. Zu den zahlreichen Literaturverfilmungen des Romans gehört Around The World In 80 Days (1956) mit David Niven und Shirley MacLaine. In den Adaptionen 20 000 Meilen unter dem Meer (1954) und In achtzig Tagen um die Welt (1956) spielte u. a. Peter Lorre mit. 1997 drehte Michael Anderson eine TV-Serie nach 20 000 Meilen unter dem Meer mit Michael Caine als Captain Nemo. Auf Motiven aus Vernes De la terre à la lune basiert auch Those Fantastic Flying Fools (1967; Tolldreiste Kerle in rasselnden Raketen) mit Gert Fröbe und Klaus Kinski.
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