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  • Heiliger Gral – Wikipedia

    Die Legende um den Heiligen Gral erscheint im späten 12. Jahrhundert in vielgestaltiger Form in der mittelalterlichen Erzählliteratur im Umkreis der Artussage.

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Gral

Enzyklopädieartikel
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König Artus und die Ritter der TafelrundeKönig Artus und die Ritter der Tafelrunde
Artikelgliederung
1

Einleitung

Gral (altfranzösisch graal), in der mittelalterlichen Literatur ein wundertätiger und heiliger Gegenstand, der nur von auserwählten Personen gefunden werden kann und diesen dann weltliche und himmlische Glückseligkeit verheißt. Einer frühchristlichen Legende zufolge war der Gral jener Kelch, den Christus beim letzten Abendmahl benutzte und in dem dann Joseph von Arimathaia dessen Blut sammelte. In der mittelalterlichen Dichtung wird der Gral zumeist von den Rittern der Tafelrunde um König Artus gesucht. Die Gralslegende ist vor allem mit dem Parzival-Stoff verwoben. Die älteste französische Fassung stammt von Chrétien de Troyes (Perceval, um 1190).

2

Der Parzival-Stoff

Nach seiner Jugend in unhöfischen Verhältnissen beschließt Parzival, Ritter zu werden. Von seinem Onkel Gurnemanz wird er ritterlich erzogen. Auf seiner Reise zum Artushof gerät er auf die Burg des kranken „Fischerkönigs”. Dieser ist der Hüter des Heiligen Grals und der Lanze, mit der Christus am Kreuz gestochen wurde. Als Parzival dessen Burg erreicht, wird er Zeuge einer Prozession, bei der die blutige Lanze und der Heilige Gral am stummen Gurnemanz vorbeigetragen werden. Der verwunderte Parzival wagt nicht, Fragen über die Krankheit des „Fischerkönigs” zu stellen und muss deshalb weiterziehen. Nach langer Suche wird Parzival in das Gralsgeheimnis eingeweiht, kehrt zur Gralsburg zurück, heilt den „Fischerkönig” und übernimmt dessen Platz.

Um 1200 bis 1210 griff Wolfram von Eschenbach die Gralslegende in seinem 24 810 Reimpaarverse umfassenden höfischen Roman Parzival wieder auf. Hier ist der Gral kein Kelch, sondern ein Stein, der auf der abgeschiedenen Burg Munsalvaesche im Zentrum einer Gesellschaft aus Tempelherren und des Gralskönigs nebst seiner Familie steht. Jeden Karfreitag bringt eine Taube eine Hostie zur Burg, durch die die Macht des Grals erhalten bleibt. Im 13. Jahrhundert wurde der Stoff etwa von Heinrich von dem Türlin (Krone) und im Jüngeren Titurel Albrechts von Scharfenberg behandelt. Im 19. Jahrhundert gestaltete Richard Wagner Wolframs Version im symbolischen Festspiel Parsifal, das 1850 erstmals aufgeführt wurde, um.

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