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Windows Live® Suchergebnisse George SandEnzyklopädieartikel
George Sand, eigentlich Aurore Lucile Dupin, verheiratete Baronin Dudevant, (1804-1876), französische Schriftstellerin. In ihren Romanen setzte sie sich u. a. mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft auseinander. Sand wurde am 1. Juli 1804 als Tochter eines französischen Offiziers in Paris geboren. Nachdem sie ihre Kindheit auf dem Landsitz ihrer Großmutter in Nohant verlebt hatte, wurde sie drei Jahre lang in einem Pariser Kloster erzogen. Achtzehnjährig heiratete sie den Landedelmann Casimir Dudevant. 1831 verließ Sand ihren Ehemann und ging mit dem Schriftsteller Julien Sandeau nach Paris, wo sie sich in Künstlerkreisen bewegte, zu denen u. a. auch Honoré de Balzac und Franz Liszt gehörten. In Paris war sie einige Zeit Mitarbeiterin von Le Figaro und La Revue des Deux Mondes und 1841 Mitbegründerin der Revue Indépendante (gemeinsam mit Pierre Leroux). Bekannt wurde Sand nicht nur durch ihr literarisches Schaffen; auch ihre wechselnden Liebesbeziehungen, insbesondere mit Alfred de Musset und Frédéric Chopin, erregten Aufsehen. Mit Letzterem lebte sie zwischen 1838 und 1846 zusammen. Nach der sie enttäuschenden Revolution von 1848 zog sich Sand auf ihren Landsitz Nohant zurück. Die Autorin starb am 8. Juni 1876 in Nohant-Vic (Indre). Sand hinterließ ein umfangreiches literarisches Werk, das von ihrer Teilnahme an menschlichen Schicksalen und ihrer feministischen Grundhaltung zeugt. Ihre ersten beiden Romane entstanden in Zusammenarbeit mit Jules Sandeau. Sie erschienen unter dem Pseudonym Jules Sand, das die Autorin bereits bei ihrem folgenden Werk, Indiana (1832), in George Sand änderte. Ihr literarisches Schaffen zerfällt in vier Phasen. In der ersten von 1832 bis 1836 andauernden Phase entstanden romantisch-idealistische Liebesromane; charakteristische Beispiele sind die Werke Valentine (1832) und Lélia (1833). Wie in Indiana pries sie auch in diesen Romanen die freie, von ehelicher Bindung unbeeinflusste Liebe. In ihrer zweiten, von politischem Engagement geprägten Schaffensphase zwischen 1840 und 1848 verfasste Sand sozialistisch-humanitäre Tendenzromane wie Consuelo (1842). Auf ihrem Landsitz in Nohant entstanden von 1848 bis 1860 die Romane der dritten Phase, in denen sie teils verklärend das bäuerliche Landleben schildert. Zu den Werken aus dieser Zeit zählen François le champi (1848, François, das Findelkind) und La petite Fadette (1849, Die kleine Fadette). In den Romanen ihrer letzten Schaffensphase widmete sie sich wieder gesellschaftlich übergreifenden Themen, so z. B. in Le marquis de Villemer (1861, Der Marquis von Villemer) und Mademoiselle de la Quintinie (1863). Sands Autobiographie erschien unter dem Titel Histoire de ma vie (1854/55, Geschichte meines Lebens). Ebenfalls autobiographisch ist ihr Werk Contes d’une grand-mère (1873), das sie als Geschichtensammlung für ihre Enkelkinder schrieb. Obwohl Sands Romane im 19. Jahrhundert viel gelesen wurden und großen Einfluss auf jüngere Schriftsteller ausübten, verlor ihr Werk zunehmend an Beachtung. Erst in jüngerer Zeit fand ihr Leben und Schaffen im Zusammenhang mit der feministischen Literaturkritik wieder neues Interesse.
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