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Windows Live® Suchergebnisse NestorianerkircheEnzyklopädieartikel
Nestorianerkirche, eine Gemeinschaft östlicher Christen, die sich zu den Lehren des Erzbischofs von Konstantinopel, Nestorius, bekennen. Nestorius wurde 431 vom Konzil von Ephesus als Häretiker verurteilt. Die meisten Nestorianer, deren Gesamtzahl etwa 176 700 beträgt, leben im Irak, in Syrien und im Iran, wo sie als Assyrer bezeichnet werden. Ihr Oberhaupt ist der Patriarch mit heutigem Sitz im Irak. Die Nestorianer widersetzen sich der in Ephesus definierten Lehre von der einzigen göttlichen Natur Jesu Christi, aufgrund derer seine Mutter Maria „Mutter Gottes” genannt wird. Dagegen bestehen die Nestorianer, in Befolgung der Lehren des Exegeten Theodor von Mopsuestia, auf der strengen Zweiteilung zwischen der göttlichen und der menschlichen Natur Jesu, was ihnen den Vorwurf ihrer Kritiker einbringt, sie würden an zwei getrennte Personen glauben, an Christus den Gottessohn und an den Sohn Marias (siehe Nestorianismus). Als 489 ein großer Teil der Nestorianer vor den Verfolgungen im Römischen Reich nach Persien floh, bildeten sie dort eine von der Reichskirche getrennte religiöse Gemeinschaft, deren intellektueller Mittelpunkt eine in Nisibis gegründete Schule war. Unter der Leitung des Katholikos von Seleucia-Ctesiphon entstanden auch in Arabien und Indien nestorianische Diözesen. In Persien sahen sich die Nestorianer zunächst zeitweiliger Verfolgungen durch die Parsen ausgesetzt. Nach der Eroberung Persiens durch die Araber (637) wurde ihnen jedoch von den Muslimen gesetzlicher Schutz gewährt. Aufgrund ihrer erfolgreichen Missionstätigkeit konnten die Nestorianer zwischen dem 7. und dem 14. Jahrhundert weitere Gemeinschaften in Zentralasien, in der Mongolei und in China gründen. Die meisten traten jedoch später zum Islam über. Nach der portugiesischen Besetzung Indiens (16. Jahrhundert) konvertierten die meisten dortigen Nestorianer, wie auch jene aus Mesopotamien, zum Katholizismus, der so genannten chaldäischen Kirche. Andere bekannten sich zu dem jakobitischen Patriarchen von Antiochia (Monophysiten) oder, wie jene aus dem Iran, zu der russisch-orthodoxen Kirche (1912). Während des 1. Weltkrieges starben etwa ein Drittel der verbliebenen Nestorianer den Hungertod oder wurden von den Türken und Kurden niedergemetzelt.
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