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Artikelgliederung
Einleitung; Echte Adler; Habichtsadler; Seeadler; Harpyie und Philippinenadler; Schlangenadler; Fischadler; Systematische Einordnung
Adler, Sammelbezeichnung für eine Gruppe zumeist großer Greifvogelarten, die keine stammesgeschichtliche Einheit repräsentieren. Zur Abgrenzung des Begriffs Adler gibt es kaum objektive Kriterien. Einerseits werden auch manche relativ kleinen Greifvögel wie der bussardgroße Zwergadler als Adler bezeichnet; andererseits hängt es zum Teil von der jeweiligen Landessprache ab, ob ein Greifvogel Adler genannt wird: Die mächtige Harpyie beispielsweise heißt zwar im Englischen Adler (Harpy Eagle), nicht aber im Deutschen. Obwohl die als Adler bezeichneten Arten insgesamt also eine recht willkürlich zusammengestellte Gruppe sind, lassen sich innerhalb dieser Gruppe mehrere Taxa (stammesgeschichtliche Einheiten wie Gattungen) abgrenzen, deren Arten untereinander jeweils näher verwandt sind als mit anderen Arten.
Die Gattung der Echten Adler umfasst elf Arten und ist mit Ausnahme Südamerikas und der Antarktis weltweit verbreitet. Zu dieser Gattung gehört der Steinadler, der eine Gesamtlänge von knapp einem Meter und rund zwei Meter Spannweite aufweist; sein Gefieder ist dunkelbraun mit einer goldbraunen Tönung. Er ist im größten Teil der nördlichen Hemisphäre verbreitet und dort die häufigste Adlerart; in weiten Bereichen seines Gesamtareals wurde er jedoch ausgerottet. Steinadlerhorste werden zumeist auf Felsvorsprüngen gebaut; in manchen Regionen bevorzugen Steinadler Bäume. Der Steinadler schlägt hauptsächlich Säugetiere von Maus- bis Rehgröße, zum geringeren Teil auch Vögel. Ist lebende Beute knapp, fressen Steinadler auch Aas. Zu den in Eurasien beheimateten Arten dieser Gattung gehört auch der mit einer Spannweite von circa 1,5 Metern relativ kleine Schreiadler. Er bewohnt offenes Waldland mit Flüssen und Seen und jagt gern über Feuchtwiesen. Er überwintert in den Savannen des äquatorialen bis südlichen Afrika. Schreiadler ernähren sich von Kleinsäugern, Vögeln, Reptilien, Amphibien und – vor allem im Winterquartier – von großen Insekten. Der Schreiadler brütet mit etwa 100 Paaren auch in Deutschland (in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt). Der in Osteuropa vorkommende Schelladler hat eine Spannweite von circa 1,7 Metern. Er besiedelt gewässerreiche Waldlandschaften und jagt oft vom Boden aus Kleinsäuger und Amphibien. Der größte Adler dieser Gattung ist der in Australien verbreitete Keilschwanzadler, ein braunschwarzer Vogel mit einer Flügelspanne von 2,5 Metern.
Eine den Echten Adlern zumindest nahe verwandte Gattung bilden die Habichtsadler, die mit sechs Arten von Eurasien und Afrika bis Australien verbreitet sind; heute besteht die Tendenz, die Habichtsadler der Gattung der Echten Adler zuzuordnen. In Europa kommen die beiden Arten Habichtsadler und Zwergadler vor. Das europäische Vorkommen des Habichtsadlers ist weitgehend auf Spanien, Italien und Griechenland beschränkt. Er bewohnt felsige Gebirgsregionen, lebt von Vögeln und Kleinsäugern und erreicht eine Spannweite von etwa 1,7 Metern. Ebenfalls in Südeuropa ist der mit einer Spannweite von 1,3 Metern relativ kleine Zwergadler anzutreffen. Er bewohnt bewaldetes Berg- und Hügelland.
Die acht Arten der Gattung Seeadler haben lange, kräftige Schnäbel, die erst bei Alttieren auf ganzer Länge gelblich sind; die Beine sind nur halb befiedert. Seeadler bewohnen Küstenregionen sowie das Umfeld von Seen und Flüssen. Ihre Nahrung besteht vorwiegend, aber nicht ausschließlich, aus Fischen. In Eurasien lebt der auch im Nordosten Deutschlands vorkommende Seeadler, der gelegentlich bis nach Alaska streicht. Dieser graubraun gefärbte Seeadler kann eine Flügelspannweite von fast 2,5 Metern erreichen. Er jagt an Felsküsten, großen Waldseen und Flüssen und frisst neben Fischen insbesondere auch Wasservögel. Der Weißkopfseeadler, das Wappentier der USA, ist von Alaska bis Florida weit verbreitet. Den Jungvögeln fehlt die weiße Färbung an Kopf und Schwanz der Altvögel; es dauert vier bis fünf Jahre, bis sie ausgebildet ist. Im Vergleich zu anderen Seeadlern ist der Weißkopfseeadler bei der Jagd recht schwerfällig. Als Beute sucht er meist tote oder verletzte Fische oder solche, die sich zum Laichen in flache Gewässer begeben. Außerdem jagt er dem Fischadler Fische ab. In der Luft attackiert er den kleineren Vogel so lange, bis dieser seine Beute fallen lässt. Weißkopfseeadler bleiben im Winter nur dann in ihrer Brutheimat, wenn sie weiterhin Zugang zu offenen Wasserflächen haben; anderenfalls wandern sie in Richtung Süden oder zur Küste. Die größte Art dieser Gattung ist der Riesenseeadler. Er besiedelt die Küstenregionen Nordostasiens und kommt gelegentlich auch auf den Alëuten und den Pribilof-Inseln Alaskas vor. Es handelt sich um einen schwärzlichen Adler mit weißem, keilförmigem Schwanz; Alttiere haben einen großen, weißen Flügelfleck.
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