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Bordeaux

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Place de la Bourse, BordeauxPlace de la Bourse, Bordeaux

Bordeaux, Stadt im Südwesten Frankreichs, Hauptstadt Aquitaniens und des Departements Gironde, an der Garonne gelegen. Die Stadt hat einen bedeutenden Hafen, der über den Mündungstrichter der Gironde auch für Hochseeschiffe zugänglich ist. Bordeaux ist Heimathafen einer großen Fischereiflotte sowie bedeutendstes Handelszentrum der weltberühmten Bordeauxweine. Wichtigste Industriezweige der Stadt sind Schiff- und Fahrzeugbau, chemische und petrochemische Industrie sowie Nahrungs- und Genussmittelindustrie.

Die Stadt liegt an einer langen Schleife der Garonne, der Stadtumriss ist halbmondförmig. Vom Stadtzentrum aus nach Norden wird Bordeaux von breiten Straßen, großen Plätzen (vor allem der Place des Quinconces) und zahlreichen eindrucksvollen Bauten geprägt. Südlich dieser Viertel liegt die mittelalterliche Altstadt mit engen gewundenen Straßen und vielen Holzbauten im Stil des 15. Jahrhunderts. Herausragende Bauwerke dieses historischen Zentrums, das 2007 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, sind die Kirchen Saint-André (geweiht 1006), Sainte-Croix und Saint-Seurin (11.-15. Jahrhundert). Sehenswert sind außerdem das Hôtel de Ville (Rathaus), die Stadtbibliothek mit wertvollen Manuskriptsammlungen, das Grand Théâtre (18. Jahrhundert) und diverse Kunstmuseen.

Bordeaux wurde etwa im 3. Jahrhundert v. Chr. gegründet. Unter dem Namen Burdigala war es Hauptort der keltischen Bituriger. Im 1. Jahrhundert v. Chr. fiel es an die Römer und entwickelte sich zu einem blühenden Handelszentrum. Ein Jahrhundert später wurde Burdigala Hauptort der römischen Provinz Aquitania Secunda und im 4. Jahrhundert Bistum. Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches im 5. Jahrhundert kam die Stadt zunächst unter westgotische, später unter fränkische Herrschaft. 1154 fiel sie durch die Heirat von Eleonore von Aquitanien mit Heinrich II. Plantagenet an die englische Krone. 1453 eroberten die Franzosen Bordeaux zurück. An eine regionale Autonomie unter englischer Herrschaft gewöhnt, war Bordeaux zwischen 1548 und 1675 Schauplatz mehrerer Aufstände gegen die Herrschaft der Zentralregierung.

In der Schlussphase des Deutsch-Französischen Krieges (1870/71) sowie im 1. und im 2. Weltkrieg verlegte die französische Regierung ihren Sitz von Paris hierher. Bordeaux – eine Hochburg der Résistance – war von 1940 bis 1944 von deutschen Truppen besetzt. Vor allem durch die Modernisierung der Hafenanlagen und die Ansiedlung moderner Betriebe entwickelte sich die Stadt seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem der wichtigsten Wirtschaftsstandorte im Südwesten Frankreichs.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 231 000.

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