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MexikoEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
82,85 Prozent des elektrischen Stromes werden in Wärmekraftwerken erzeugt, 9,40 Prozent in Wasserkraftwerken, 4,77 Prozent in Kernkraftwerken und 2,97 Prozent werden aus Erdwärme gewonnen (2003).
In Mexiko entstand eine der ältesten und am höchsten entwickelten Kulturen der westlichen Hemisphäre. Einige Funde sprechen dafür, dass ein Volk von Jägern das Land schon 21 000 Jahre v. Chr. besiedelt hatte. Die Olmeken bauten die erste große mesoamerikanische Zivilisation auf, die zwischen 1200 und 400 v. Chr. ihre Blütezeit erlebte. Die Kultur der Maya erreichte nach archäologischen Erkenntnissen ungefähr im 6. Jahrhundert n. Chr. den höchsten Entwicklungsstand. Eine andere Gruppe, die kriegerischen Tolteken, wanderte vom Norden her ein und errichtete im 10. Jahrhundert ein Reich im Tal von Mexiko. Die Tolteken gründeten die Städte Tulum und Tulancingo (nördlich des heutigen Mexiko-Stadt) und entwickelten eine hoch stehende Zivilisation, von der heute noch die Ruinen großartiger Bauten und Denkmäler zeugen.
Im 11. Jahrhundert wurden die Tolteken von den Chichimeken, die die toltekische Zivilisation übernahmen, besiegt und vertrieben. Ein Jahrhundert später drangen sieben miteinander verbündete Nahuastämme vom Norden her in das Tal ein. Sie kamen wahrscheinlich aus der Gegend des heutigen New Mexico und Arizona. 1325 gründeten die Azteken, nach dem führenden Stamm auch Mexica genannt, in dem von Sümpfen umgebenen Gebiet in Texcoco, in einem der Talseen eine Siedlung mit dem Namen Tenochtitlán. Als die Siedlung größer wurde, sicherte man sie durch den Bau von Dämmen, die das Wasser der umliegenden Sümpfe aufstauten und die Stadt zu einer uneinnehmbaren Inselfestung machten. Unter Itzcoatl, ihrem ersten Kaiser, dehnten die Azteken ihr Einflussgebiet auf das gesamte Tal von Mexiko aus und wurden damit im 15. Jahrhundert zur vorherrschenden Macht im zentralen und südlichen Mexiko. Ihre Kultur, die auf der der Tolteken und Chichimeken gründete, war hoch entwickelt. Die Wirtschaft dieser Kultur war von der Landwirtschaft abhängig, vor allem vom Maisanbau. Als sich ihr Reichtum und ihre Macht vergrößerten, bauten die Azteken riesige Städte und entwickelten ein kompliziertes soziales, politisches und religiöses Gesellschaftssystem. Der erste europäische Entdecker, der auf das Gebiet von Mexiko vordrang, war Francisco Fernández de Córdoba. 1517 entdeckte er Spuren der Maya in Yucatán. Ein Jahr später leitete Juan de Grijalva eine Expedition, welche die Ostküste von Mexiko erforschte. Er brachte die ersten Berichte vom Reichtum der Azteken in die spanische Kolonie auf Kuba. Diese Berichte veranlassten Diego Velázquez, den Gouverneur von Kuba, 1519 eine starke Streitmacht unter dem Befehl von Hernán Cortés zu entsenden. Zur Eroberung Mexikos durch die Spanier siehe Cortés, Hernán.
Mehrere Jahre nach dem Fall der aztekischen Hauptstadt wurde 1535 mit der Ernennung von Antonio de Mendoza zum ersten spanischen Vizekönig die Grundlage für die Kolonialregierung in Mexiko gelegt. Während der gesamten spanischen Kolonialzeit von 1535 bis 1821 herrschten insgesamt 61 Vizekönige über Mexiko. Mendoza und seine Nachfolger führten eine Reihe von militärischen und Forschungsexpeditionen durch, und vergrößerten Neuspanien um die heutigen US-Bundesstaaten Texas, New Mexico und Kalifornien. Die spanische Kolonisierung Mexikos war geprägt durch Ausbeutung und Versklavung der indianischen Bevölkerung. Obwohl während der spanischen Eroberung Tausende von Indianern getötet worden waren, stellten sie in Neuspanien trotzdem die Bevölkerungsmehrheit, sprachen ihre eigenen Sprachen und behielten auch zum großen Teil ihre alte Kultur bei. Viele lebten allerdings in faktischer Sklaverei, die u. a. durch das System der Encomienda verursacht wurde. Danach erhielten spanische Adelige, Priester und Soldaten nicht nur großen Landbesitz zugesprochen, sondern auch die Gerichtsbarkeit über die gesamte indianische Bevölkerung. Die Regierung in Spanien unternahm mehrere Versuche, die Ausbeutung der Indianer auf den Landgütern und in den Minen gesetzlich einzuschränken. Die von Spanien erlassenen Reformen waren jedoch weitgehend wirkungslos, da sie sich nur schwer durchsetzen ließen. Ein zweiter wichtiger Faktor der spanischen Kolonialzeit in Mexiko war Stellung und Macht der römisch-katholischen Kirche. Die Missionare der Franziskaner, Augustiner, Dominikaner und Jesuiten kamen zusammen mit den Conquistadores in das Land. Juan de Zumárraga wurde 1528 der erste Bischof von Mexiko. Um 1548 wurde das Land zum Erzbistum. Bevor 1859 das Kirchenvermögen verstaatlicht wurde, hatte die Kirche ein Drittel allen Eigentums und Landes in ihrem Besitz. Ein drittes Kennzeichen waren die scharf voneinander abgegrenzten gesellschaftlichen Klassen: die indianische Bevölkerung, Mestizen (während der Kolonialzeit eine beständig anwachsende Gruppe), schwarze Sklaven, freigelassene Schwarze und weiße Mexikaner. Unter den weißen Mexikanern gab es ein weiteres Klassensystem. Die höchste Klasse stellten die in Spanien geborenen Peninsulares dar, die sich von den Criollos oder Kreolen unterschieden, die in Neuspanien geboren und dort aufgewachsen waren. Die Peninsulares wurden aus Spanien geschickt, um die höchsten Kolonialämter sowohl in der zivilen als auch der kirchlichen Verwaltung zu besetzen. Sie hielten sich gesellschaftlich von den Criollos fern, die fast nie hohe Ämter erhielten. Diese Benachteiligung der Criollos wurde später ein wichtiger Faktor in der Unabhängigkeitsbewegung. Vor der Einsetzung des Vizekönigtums war die Regierung im heimatlichen Spanien beunruhigt über Ineffizienz und Korruption in der Kolonialverwaltung. Trotz regelmäßiger königlicher Untersuchungskommissionen waren Bestechung und Erpressung allgemein üblich. Ende des 18. Jahrhunderts versuchte Spanien vor allem in den Jahren von 1789 bis 1794 unter dem Vizekönig Juan Vicente Güémez Pacheco, conde de Revilla Gigedo, eine Reihe von Verwaltungsreformen einzuführen. Diese Reformen beseitigten aber die grundlegenden Schwächen des Systems nicht, und so belasteten Anfang des 19. Jahrhunderts der Unmut der Criollos und die ineffiziente Regierung Neuspaniens die Verbindung zwischen der Kolonie und dem Mutterland. Hinzu kam der Einfluss liberaler politischer Ideen aus Europa, vor allem nach der Französischen Revolution von 1789. Die Besetzung Spaniens durch Napoleon löste in Mexiko weitere Autonomiebestrebungen aus. Es kam zu Konflikten innerhalb der mexikanischen Führungselite, bei denen die spanische Zentralmacht nicht eingreifen konnte. 1808 erlaubte der Vizekönig unter dem Druck einflussreicher Criollos, dass auch Kreolen in der Verwaltung eingesetzt wurden. Beamte der Peninsulares protestierten dagegen und vertrieben den Vizekönig. Während dieser Auseinandersetzungen kam es zu Volksaufständen.
Am 16. September 1810 rief Miguel Hidalgo y Costilla, Priester in dem kleinen Ort Dolores, zum Kampf gegen die spanische Regierung auf und forderte die Aufhebung der Standesunterschiede sowie die Abschaffung der Leibeigenschaft der Indianer. Trotz anfänglicher Erfolge war Hidalgos Revolution nur von kurzer Dauer. Der Priester wurde von königlichen Truppen gefangen genommen und 1811 in Chihuahua erschossen. Die Führung der Befreiungsbewegung ging auf einen anderen Priester über, José María Morelos y Pavón, der 1814 eine von Spanien unabhängige Republik in Mexiko ausrief. Ein Jahr später besiegten königliche Truppen unter der Führung des Kreolengenerals Agustín de Itúrbide Morelos und seine Armee. Die Revolution wurde unter der Führung von Vicente Guerrero fortgesetzt, der eine relativ kleine Armee anführte. Die Spanische Revolution von 1820 hatte auch Einfluss auf Mexiko. Die liberalen politischen Tendenzen in Spanien stießen auf Widerstand bei den konservativen mexikanischen Anführern, die nun ihrerseits eine Intrige in Gang setzten, die das Vizekönigtum von Spanien abspalten sollte. In ihrem Auftrag traf sich Itúrbide 1821 mit Guerrero. Sie unterschrieben ein Abkommen, um die Unabhängigkeit herbeizuführen. Ihr Vorhaben, das als Plan von Iguala bekannt wurde, sah folgende Ziele vor: Erreichen der Unabhängigkeit und Etablierung einer konstitutionellen Monarchie, die römisch-katholische Kirche sollte Staatskirche werden und Spanier und Kreolen sollten rechtlich gleichgestellt werden. Der Vizekönig ging nicht aktiv gegen Itúrbide vor und wurde zum Rücktritt gezwungen. Der letzte Vizekönig von Neuspanien war Juan O’Donojú. Nach seiner Ankunft in Mexiko wurde er gezwungen, den Vertrag von Córdoba anzunehmen, mit dem am 27. September 1821 formell die mexikanische Unabhängigkeit begann.
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