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Benjamin FranklinEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Philadelphia und London; Projekte und Experimente; Öffentliche Ämter; Diplomat in Kriegszeiten; Die späten Jahre
1775 reiste Franklin nach Kanada, um die Unterstützung Kanadas für den Krieg zu gewinnen. Seine Bemühungen waren vergeblich. Nach seiner Rückkehr wurde er in ein fünfköpfiges Komitee berufen, das die Unabhängigkeitserklärung Amerikas ausarbeiten sollte. Als einer der Unterzeichner dieses historischen Dokuments wandte sich Franklin damals mit den berühmten Worten an die Assembly: „We must all hang together, or assuredly we shall all hang separately” („Wir müssen alle zusammenhalten, oder wir werden alle alleine hängen”). Im September des gleichen Jahres erhielt er zusammen mit Arthur Lee und Silas Deane den Auftrag, in Frankreich um wirtschaftliche Hilfe nachzusuchen. Sein Ruf als Naturwissenschaftler, seine Integrität sowie seine geistreiche und liebenswürdige Art machten ihn in den politischen, literarischen und gesellschaftlichen Kreisen Frankreichs äußerst beliebt. Gegen den energischen Widerstand des französischen Finanzministers Jacques Necker erhielt Franklin dank seines Verhandlungsgeschicks von König Ludwig XVI. von Frankreich großzügige Zuwendungen und Darlehen für die Vereinigten Staaten. Am 6. Februar 1778 schloss Franklin mit Frankreich einen Handels- und Bündnisvertrag, der im Nachhinein gesehen den Wendepunkt des Krieges bedeutete. Sieben Monate später wurde Franklin vom Kongress zum ersten bevollmächtigten Gesandten der USA in Frankreich ernannt. 1781 erhielten Franklin, John Adams und John Jay den Auftrag, einen Friedensvertrag mit Großbritannien auszuhandeln. Der endgültige Vertrag (der Friede von Paris) wurde am 3. September 1783 in Versailles unterzeichnet. Während seines weiteren Aufenthalts in Frankreich erfuhr Franklin zahlreiche Ehrungen für seine beachtenswerten Leistungen auf den verschiedensten Gebieten. Als Mitglied einer der angesehensten Freimaurerlogen in Frankreich hatte Franklin auch Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit einer Reihe von Philosophen und anderen, die später zu führenden Köpfen in der Französischen Revolution werden sollten und deren politisches Denken er nachdrücklich beeinflusste. Franklin befürwortete zwar die Liberalisierung der französischen Politik und Regierung, lehnte aber gewaltsam herbeigeführte Veränderungen ab.
Im März 1785 verließ Franklin auf eigenen Wunsch seinen Posten in Frankreich, kehrte nach Philadelphia zurück und wurde zum Präsidenten des Exekutivrates von Pennsylvania gewählt (1785-1787). Im Jahr 1787 wurde er als Delegierter in den Verfassungskonvent gewählt und war maßgeblich an der Ausarbeitung der Verfassung der Vereinigten Staaten beteiligt, u. a. mit dem Vorschlag, die Legislative des Bundes in Senat (als Vertretung der Bundesstaaten) und Repräsentantenhaus (als Vertretung des Volkes) zu unterteilen. Im gleichen Jahr wurde er Präsident der Pennsylvania Abolition Society, einer Gesellschaft zur Abschaffung der Sklaverei; und eine seiner letzten öffentlichen Handlungen war am 12. Februar 1790 die Unterzeichnung einer an den US-Kongress gerichteten Petition, in der er die Abschaffung der Sklaverei und des Sklavenhandels forderte. Zwei Monate später, am 17. April, verstarb Franklin im Alter von 84 Jahren in seinem Haus in Philadelphia. Franklin genoss sowohl als Wissenschaftler als auch als Staatsmann internationalen Ruf.
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