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Windows Live® Suchergebnisse SetzereiEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Setzerei, Teil eines graphischen Betriebs, der den Schriftsatz herstellt, bei dem einzelne Schriftzeichen in Wörter, Sätze, Absätze usw. zum Zweck des Druckens und Publizierens zusammengefügt werden. Der Satzgestalter oder Typograph bestimmt die Gestaltung der Drucksache. Er liefert verschiedene Angaben für den Schriftsatz: die Drucktype und Schriftgröße; die Zeilenlänge oder Satzbreite und den Zeilenabstand bzw. Durchschuss. Weitere Angaben sind für den Satz von Anfangsseiten (Titelseite, Inhaltsverzeichnis usw.) und Schlussseiten (Quellenverzeichnis, Stichwortverzeichnis usw.) notwendig. Nachdem alle Schriftzeichen gesetzt sind, erstellt man gewöhnlich zur Überprüfung eine Korrekturfahne (ein gedrucktes Muster).
Beim Schriftsatz verwendet man zwei Maßeinheiten, den Punkt und die Pica. Ein Punkt entspricht 0,376 Millimeter (in den USA: 1 Point = 0,351 Millimeter) und wird für Schriftgrößen und Durchschuss verwendet. Eine Pica entspricht zwölf Points. Für Zeilenabstände verwendet man den Begriff Durchschuss. Der Ausdruck stammt aus der Zeit, als man dünne Metallstreifen (Regletten) aus Blei zwischen die Zeilen der Schriftzeichen einsetzte.
Fast 500 Jahre lang, von Mitte des 15. Jahrhunderts bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts, erstellte man den Schriftsatz größtenteils mit Metalltypen. Bis Ende des 19. Jahrhunderts kaufte ein Drucker von einem Schriftgießer normalerweise so viele Schriftarten und -größen (vollständige Typensätze), wie er für den anstehenden Druckauftrag benötigte. Diese gegossenen Typen wurden in hölzernen, in kleine Fächer verschiedener Größe aufgeteilten Setzkästen nach Buchstaben und Zeichen sortiert. Der Setzer verwendete einen Winkelhaken, in dem er die Zeichen zu Wörtern zusammenfügte. Die einzelnen Wörter waren durch einen niedrigeren Metallstift (Ausschluss) getrennt, der etwas kleiner als die Zeichen war. Die gesetzten Zeilen fügte man dann auf einem Blech (Schiff) zusammen, stellte einen Probeabdruck her, prüfte und korrigierte ihn. Danach wurden die gesetzten Zeichen zu Seiten zusammengefügt, was man als Umbruch bezeichnet.
Während des 19. Jahrhunderts veränderten eine Reihe technischer Entwicklungen die Druckindustrie. Obwohl durch die Entwicklung neuer Druck- und Setzmaschinen der Druck und die Schriftsatzherstellung maschinell durchgeführt werden konnten, änderte sich die Beziehung zwischen Satzgestaltung und Satzherstellung nicht. Den größten Fortschritt in der Satztechnik brachte die Erfindung der Linotype- und Monotypemaschinen gegen Ende des 19. und ihre Verbesserung bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Typen wurden nun über eine Tastatur gesetzt und in der Maschine gegossen, doch die folgenden Arbeitsschritte blieben die gleichen.
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