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Windows Live® Suchergebnisse Denis DiderotEnzyklopädieartikel
Denis Diderot (1713-1784), französischer Schriftsteller, Philosoph, Enzyklopädist, Kunst- und Literaturtheoretiker. Er war einer der bedeutendsten Repräsentanten der Aufklärung. Diderot wurde am 5. Oktober 1713 in Langres (Département Haute-Marne) geboren und an einer Jesuitenschule erzogen. 1734 ließ er sich in Paris nieder, wo er sich humanistischen Studien widmete. Seinen Lebensunterhalt bestritt er zehn Jahre lang als Privatlehrer, Auftragsschriftsteller und Übersetzer. In seinem ersten Werk von Bedeutung, das 1746 ohne Autorenangabe unter dem Titel Pensées philosophiques erschien, erläuterte Diderot seine Philosophie des Deismus. 1747 wurde er mit der Bearbeitung einer französischen Übersetzung der englischen Cyclopaedia von Ephraim Chambers beauftragt. Mit seinem Mitherausgeber, dem Mathematiker Jean Le Rond d’Alembert, und rund 200 Mitarbeitern realisierte er mit der 35-bändigen Encyclopédie ou dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des metiers, par une société de gens de lettres die bedeutendste Enzyklopädie des 18. Jahrhunderts. Mit der Unterstützung berühmter zeitgenössischer Schriftsteller wie Voltaire und Montesquieu setzte der Skeptiker und Rationalist Diderot die Encyclopédie als wirksame Waffe gegen die kirchliche Obrigkeit, den damals vorherrschenden Aberglauben und Konservatismus sowie gegen die noch stark vom Feudalismus geprägte Gesellschaftsordnung ein. Dadurch erregten die Herausgeber den Unwillen von Kirche und König. 1759 unterband der Conseil du Roi die Verbreitung der seit 1751 erschienenen ersten zehn Bände und verbot die Fortsetzung des Werks. Diderot führte seine Arbeit dennoch weiter und ließ heimlich weitere Bände drucken. 1765 lagen 17 Bände mit Text vor, die in der Folgezeit bis 1780 illustriert und mit Ergänzungen versehen wurden. Zu Diderots erzählerischen Werken zählen u. a. der in Briefform verfasste Roman La religieuse (1796, Die Nonne), in dem er gegen das Klosterleben polemisierte und sich gegen falsche Frömmigkeit wandte, die Satire Le neveu de Rameau (1774, Rameaus Neffe), eine Darstellung der damaligen Gesellschaft und ihrer heuchlerischen Moral, sowie Jacques le fataliste et son maître (1796, Jacques, der Fatalist und sein Herr) über den freien Willen und die Determiniertheit des Menschen. In seiner philosophischen Schrift Lettre sur les aveugles à l’usage de ceux qui voient (1749, Brief über die Blinden zum Gebrauch der Sehenden) und in dem dramatischen philosophischen Dialog Le rêve de d’Alembert (1769, Der Traum d’Alemberts) erläutert Diderot seine materialistischen Theorien. Als Wegbereiter der ästhetischen Kritik gründete er 1759 die Zeitschrift Les Salons, in der er Kritiken zu Pariser Kunstausstellungen publizierte. Mit De la poésie dramatique (1759) machte sich Diderot auch einen Namen im Bereich der Dramentheorie. Ebenso wie in seinen anderen Schriften tritt er auch hier als Vertreter aufklärerisch-emanzipatorischer Ideen auf. Diderot wurde von Katharina der Großen von Russland als Befürworterin der Aufklärung unterstützt. Er übte großen Einfluss auf andere europäische Philosophen des Zeitalters der Aufklärung aus. Er starb am 31. Juli 1784 in Paris.
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