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    Navajo steht für: Diné, ein nordamerikanisches Indianervolk der Navajo (Eigenbezeichnung Diné) Navajo (Sprache), die zur Gruppe der Athapasken-Sprachen gehörende Sprache der ...

  • Navajo (Sprache) – Wikipedia

    Navajo, auch Navaho (Eigenbezeichnung: Diné bizaad), ist eine Na-Dené-Sprache der athapaskischen Sprachfamilie, und gehört darin zur Gruppe der Apachensprachen.

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Navajo

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Navajo-Reservat, ArizonaNavajo-Reservat, Arizona
Artikelgliederung
1

Einleitung

Navajo, Indianer im Südwesten der USA, die zur Sprachfamilie der Athapasken (Na-Dené) gehören. Sie selbst nennen sich Diné („Menschen”, „Volk”). Der Name Navajo geht auf die alte spanische Bezeichnung los Apaches del Navajo (auch Nabaju, abwertender spanischer Begriff für karge, baumlose Täler, also etwa: die Apachen der kargen Täler) zurück. Auf die Verwandtschaft mit den ebenfalls im Südwesten lebenden Apachen weist der Name zurecht hin.

Ursprünglich betrieben die Navajo hauptsächlich Jagd- und Sammelwirtschaft, in begrenztem Umfang auch Feldbau. Daneben waren sie als Händler im gesamten Südwesten bekannt, so dass ihre Sprache zeitweilig zur Handelssprache wurde. Viehzucht, vorwiegend Schafzucht, übernahmen sie im 17. Jahrhundert von den Spaniern. Daraufhin nahm die Weberei an Bedeutung zu und entwickelte sich zu einem einträglichen Wirtschaftszweig. Noch heute gehören Navajoteppiche zu den begehrtesten in Nordamerika. Im 19. Jahrhundert erlernten die Navajo die Silberschmiedekunst von den Spaniern und integrierten sie erfolgreich in ihre Schmuckherstellung, die wenig später ebenfalls zu einer wichtigen Erwerbsquelle wurde.

Mit derzeit rund 300 000 Personen sind die Navajo die zweitgrößte indianische Ethnie in den USA (U. S. Census 2000). Ihr Reservat im Norden Arizonas, das sich bis nach Utah, Colorado und New Mexico erstreckt, ist das größte innerhalb der Vereinigten Staaten. In Mitten des Navajo-Reservates befindet sich das der Hopi, was mitunter zu Spannungen zwischen beiden Gruppen führt.

2

Geschichte

Zusammen mit den Apachen bilden die Navajo die südliche Gruppe der athapaskischen Sprachfamilie. Alle anderen Ethnien dieser großen Sprachgruppe sind im Nordwesten Nordamerikas beheimatet oder bilden kleine Sprachinseln entlang der pazifischen Küste. Man nimmt an, dass Navajo und Apachen erst relativ spät in den Südwesten eingewandert sind. Die vielerorts zitierte Datierung ihrer Ankunft auf das 16. Jahrhundert dürfte allerdings eher politische Ursprünge haben. Vor allem bei Landrechtsstreitigkeiten wird bis heute mit dieser fiktiven Datierung gegen die Navajo argumentiert. Seriöse archäologische Quellen gehen von einer Besiedelung des Südwestens durch Navajo und Apachen spätestens im 12./13. Jahrhundert aus. Allerdings dürften sie ursprünglich etwas weiter im Osten gesiedelt haben und wurden im 16./17. Jahrhundert von Stämmen, die ihrerseits im Zuge der Kolonisierung vertrieben wurden, weiter nach Westen gedrängt. Linguisten errechneten auf Grund der sprachlichen Unterschiede zwischen nördlichen und südlichen Athapasken eine Trennung beider Gruppen um das 10. Jahrhundert. Auch die Navajo selbst datieren ihre Ankunft relativ früh.

1539 rückten spanische Konquistadoren in das Gebiet der Navajo vor, konnten aber nicht dauerhaft Fuß fassen. Das Ziel der spanischen Führung war nicht die Vertreibung oder Vernichtung der indianischen Ethnien, sondern die Ausbeutung der Region in Form von erzwungenen Abgaben. Im Gegensatz zu den sesshaften Pueblo-Indianern gelang es den mobileren Navajo, sich zu entziehen und ihr Gebiet militärisch abzuriegeln. Die militärische Unterwerfung erfolgte später durch die Angloamerikaner. Nach dem Krieg gegen Mexiko wanderten europäische Siedler verstärkt in das Gebiet der Navajo ein. Diese setzten sich unter dem Anführer Manuelito erbittert gegen die Landnahme zur Wehr. Unter General Carleton und Oberst Kit Carson begann ein Vernichtungsfeldzug. Dörfer, Gehöfte, Vieh und Pflanzungen der Navajo wurden zerstört, so dass sie sich bar aller Vorräte ergaben. Ein langer Leidensweg begann: 1864 wurden fast alle Navajo in das 400 Kilometer entfernte Bosque Redondo bei Fort Summer im Osten New Mexicos deportiert. Hunderte starben auf dem Marsch dorthin an Hunger und Entkräftung. Die schlechten Lebensbedingungen vor Ort, wo sie zusammen mit den Mescalero-Apachen interniert waren, forderten weitere Todesopfer, so dass 1868 nur noch etwa 8 000 Navajo in ihre Heimat zurückkehren konnten. Sie bekamen einen Teil ihres ursprünglichen Landes als Reservat zurück und erhielten als Entschädigung einen Grundstock an Vieh, den sie in der Folgezeit beträchtlich vermehrten. Allerdings mussten sie in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wegen Überweidungsschäden einen Großteil ihrer Herden auf Anordnung des Innenministeriums schlachten. Diese große Viehreduktion wurde von vielen Navajo als ungerecht empfunden und als Fortsetzung der mit Bosque Redondo begonnenen Unterdrückung gesehen.

Im 2. Weltkrieg kämpften zahlreiche Navajo in den Streitkräften der USA. Zu besonderem Ruhm brachten es die Navajo Code Talkers. Auf der Basis ihrer uralten, komplizierten Sprache entwickelten sie einen Geheimcode, der nie vom Feind entschlüsselt werden konnte. Erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden die überlebenden Code Talkers vom Präsidenten der Vereinigten Staaten für ihre Verdienste geehrt.

3

Gesellschaft und Religion

Die Navajo waren in zahlreiche Clans unterteilt, deren Mitglieder sich durch gemeinsame Rechte und Pflichten verbunden fühlten. Sie lebten in Lokalgruppen aus meist clanverwandten Großfamilien zusammen. Die verwandtschaftliche Zugehörigkeit wurde nach der weiblichen Linie bestimmt (Matrilinearität) und die Ehemänner zogen meist zur Familie der Frau (Matrilokalität). Noch heute ziehen traditionsbewusste Navajo bei der Hochzeit mit Gaben zum Elternhaus der Braut, wo sie nach altem Vorbild zeremoniell vermählt werden. Aus einem speziellen Hochzeitskorb wird während der Zeremonie gemeinsam Maismehl gegessen.

Die Navajo waren in zahlreichen Clans mit je einem Oberhaupt organisiert. Eine übergeordnete Führungsebene gab es nicht. Den größten Teil des Jahres lebte man in Großfamilien zusammen, nur zu Festen, Zeremonien oder anderen Gemeinschaftsunternehmungen fanden mehrere Familien zusammen. Bei militärischen Operationen schlossen sich mehrere Clans und Einzelpersonen unter einem Anführer zusammen, der jedoch keine Befehlsgewalt hatte. Vertragsabschlüsse, Friedensvereinbarungen oder Kriege betrafen daher nach Sicht der Navajo immer nur die jeweils involvierten Clans oder Familien, nicht aber den Rest der Navajo.

Die Medizinmänner der Navajo waren Priester und Heiler in einem. Sie waren für das Gleichgewicht zwischen den Menschen und den Kräften der Natur, zu denen auch die übernatürlichen zählten, zuständig. Da nach dem Weltbild der Navajo viele Erkrankungen auf ein Ungleichgewicht dieser Kräfte zurückzuführen sind, mussten sie zur Heilung mittels bestimmter Zeremonien wieder ins Lot gebracht werden. Für einige dieser Zeremonien wurden Bilder aus verschiedenfarbigem Sand auf den Boden aufgebracht, die während der Heilung wieder zerstört wurden. Gesänge, die oft die mythischen Ursprünge zum Inhalt hatten, begleiteten dies. Daneben gab es vorbeugende Zeremonien, die das Wohlbefinden der Gemeinschaft sichern sollten. Bis heute werden die meisten dieser Zeremonien von den Medizinmännern abgehalten.

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Die Navajo heute

Heute leben die meisten Navajo von der Viehhaltung, dem Kunsthandwerk oder gehen Beschäftigungsverhältnissen außerhalb des Reservates nach. Wie in den meisten Reservaten ist die Arbeitslosenquote überdurchschnittlich hoch und viele leben am Rande der Armutsgrenze. Die Ausbildungssituation ist relativ gut. Auch die eigene Sprache darf heute wieder in den Schulen gelehrt werden. Mehrere Zeitschriften, darunter der Navajo-Hopi Observer, werden auf dem Reservat publiziert. Die inneren Angelegenheiten werden vom demokratisch gewählten Stammesrat geregelt, der jedoch keine Entscheidungsgewalt über den Abbau tiefer liegender Rohstoffe hat.

In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden Öl- und Gasvorkommen im Norden des Reservates erschlossen. Eine stammeseigene Business Corporation erhielt jährliche Pachteinnahmen, die für Entwicklungsprojekte und einen Fonds für Stipendien von Navajokindern eingesetzt wurden. Die Hoffnung auf eine wachsende Zahl von neuen Arbeitsplätzen erfüllte sich aber in diesem Zusammenhang nicht. Der spätere Abbau von Steinkohle im Gebiet der Black Mesa hat den Widerstand vieler Navajo und von Teilen der Hopi hervorgerufen, da mit dem Tagebau erhebliche Umweltbelastungen und ein immenser Wasserverbrauch verbunden sind. Die Kohle wird in Pipelines bis nach Kalifornien gespült, was bereits zu einem Absinken des Grundwasserspiegels in dem ohnehin trockenen Wüstengebiet führte. Die anhaltenden Umsiedelungsmaßnahmen der Regierung, die Navajo-Familien aus einem gemeinsam mit den Hopi genutzten Gebiet in neuen Dörfern ansiedeln will, werden im Zusammenhang mit dem Kohleabbau gesehen, und es wird heftig gegen sie opponiert.

Einige Familien leben bis heute in den traditionellen Hogans, erdgedeckten Holzhäusern.

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