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Windows Live® Suchergebnisse VanuatuEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Vanuatu, Republik mit 82 von Riffen gesäumten Inseln im Südwesten des Pazifischen Ozeans, umfasst die Inselgruppe der Neuen Hebriden. Das Staatsgebiet hat eine Fläche von insgesamt 12 190 Quadratkilometern. Hauptstadt ist Port-Vila auf der Insel Éfaté.
Die Inselkette erstreckt sich von Norden nach Süden über etwa 800 Kilometer. Die größten der zwölf Hauptinseln sind Espíritu Santo (4 856 Quadratkilometer), Malekula (2 023 Quadratkilometer), Erromango (897 Quadratkilometer) und Éfaté (780 Quadratkilometer). Darüber hinaus umfasst die Landfläche noch mehr als 70 kleinere Inseln. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs und gebirgig – mit Ausnahme der nur bis 30 Meter hohen Koralleninsel Aniwa im Südosten. Neben neun noch aktiven Vulkanen gibt es drei untermeerische. Der höchste Berg Vanuatus ist der Tabwémasana (1 879 Meter) auf Espíritu Santo. Die meisten Inseln befinden sich im Grenzbereich von Indisch-Australischer Platte und Fidschi-Platte. Dies führt zu tektonischer Instabilität, die für weite Teile Vanuatus kennzeichnend ist und die sich an gelegentlichen Erdbeben und Vulkanausbrüchen zeigt. Das Klima ist feucht-tropisch mit ganzjährig hohen Temperaturen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 25 °C; die jährliche Niederschlagsmenge zwischen etwa 3 800 Millimetern im nördlichen Teil der Inselgruppe und rund 2 300 Millimetern im Süden. Die Niederschläge konzentrieren sich meist auf die Zeit von November bis April; während dieser Regenzeit wird die Inselgruppe oft von Wirbelstürmen heimgesucht. Demgegenüber ist es von Mai bis Oktober bei Vorherrschen von Passatwinden aus südöstlicher Richtung überwiegend trocken. Im Norden von Vanuatu wächst – den hohen Jahresniederschlägen entsprechend – immergrüner tropischer Regenwald, der im Inneren mancher Inseln sehr dicht ausgeprägt ist. An den Küsten gedeihen Bestände von Kokospalmen, an flachen Küstenabschnitten auch Mangroven. Im trockeneren Süden Vanuatus sind Trockenwälder und Savannen verbreitet. Es wurden etwa 900 Arten von Blütenpflanzen (einschließlich vieler Orchideen) und Farnen nachgewiesen, 15 Prozent davon sind endemisch. Zur Insektenfauna gehören etwa 70 Schmetterlingsarten; ein bemerkenswertes Krebstier ist der riesige Palmendieb. Reptilien sind durch Geckos, Skinke und Leguane repräsentiert; der Kurzkammleguan wurde in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts auf Éfaté eingebürgert. In Vanuatu leben etwa 60 landbewohnende Vogelarten, dazu gehören die Pazifikfruchttaube, der Bänderhabicht, der zur Familie der Eisvögel gehörende Braunbauchliest und der Rostbürzelstar. Die einzigen Landsäugetiere, welche die Inseln aus eigener Kraft erreichten, sind Fledertiere: acht Arten von Fledermäusen und vier Flughundarten, darunter der nur hier lebende Vanuatu-Flughund. In den Küstengewässern leben Dugongs.
Die Einwohnerzahl Vanuatus beträgt 215 000 (2008). Die Bevölkerungsdichte beläuft sich auf 18 Einwohner je Quadratkilometer (2008). Das jährliche Bevölkerungswachstum liegt bei 1,4 Prozent. Stärkste ethnische Gruppe sind mit 94 Prozent die Melanesier. Außerdem leben in Vanuatu 4 Prozent Europäer, sowie etwa 2 Prozent Mikronesier, Polynesier, Chinesen und Vietnamesen. Fast zwei Drittel der Einwohner leben auf den vier größten Inseln. Insgesamt sind 67 der 82 Inseln bewohnt. Größte Stadt ist die Hauptstadt Port-Vila mit 34 000 Einwohnern (2003). Die Amtssprachen sind Englisch, Französisch und Bislama, eine im 19. Jahrhundert entstandene Pidginsprache. Insgesamt sind in Vanuatu mehr als 100 Sprachen und Dialekte verbreitet. Die Inselbewohner sind mehrheitlich Christen; nur auf der isolierten Insel Tanna ist der Cargo-Kult Jon-Frum vorherrschend. Zentrale Bedeutung im sozialen Leben auf Vanuatu hat der Stammesverband.
Vanuatu stellt rund ein Viertel seines Staatsetats für das Bildungswesen zur Verfügung. Durch gezielte Förderung des Bildungssystems konnte der Alphabetisierungsgrad mittlerweile auf 52,9 Prozent (1995) angehoben werden. 90 Prozent der Kinder besuchen eine der Primarschulen, nur 20 Prozent jedoch gehen auf eine weiterführende Schule. Schulsprachen sind Englisch und Französisch. Höchste Bildungseinrichtung ist eine technische Hochschule. Fünf Radio- und ein Fernsehsender strahlen ihre Programme aus. Es erscheint eine Wochenzeitung (Vanuatu Weekly). 3 000 Nutzer verfügten im Jahr 2000 über einen Zugang zum Internet.
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