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Habana (Havanna), Hauptstadt und wichtigste Hafenstadt Kubas, im Westen des Landes gelegen. Sie ist die größte Stadt der Westindischen Inseln.
Habana ist der bedeutendste Industriestandort in Kuba. Zu den wichtigsten Produktionszweigen gehören die Herstellung von Metallwaren, Maschinen und chemischen Erzeugnissen (vor allem Kunstdünger). Außerdem werden Spirituosen, Nahrungsmittel (u. a. Zucker), Tabakwaren und Textilien produziert. Habana ist auch das wichtigste Verkehrszentrum des Landes, der internationale Flughafen José Martí liegt südlich der Stadt. Sie verfügt über einen der besten Naturhäfen der Karibik. Die geschützte Bucht von Habana ist einer der sichersten Häfen der Welt. Er hat nur einen schmalen Zugang zum offenen Meer.
Habana ist eine der ältesten und malerischsten Städte der Neuen Welt. Drei Festungen flankieren das alte Hafenbecken: Das Castillo de la Punta, das Castillo de los Tres Reyes del Morro (beide 16. Jahrhundert) und die Fortaleza de la Cabaña (18. Jahrhundert). Zahlreiche Docks und Lagerhäuser bestimmen die Frontansicht des Hafens. Das Zentrum erstreckt sich hinter der Uferpromenade Calzada de Malecón. Das Bild der Altstadt prägen enge, verwinkelte Gassen. Zahlreiche alte Häuser mit verzierten Balkonen und historische Denkmäler sind hier zu finden. Die UNESCO erklärte diesen Teil der Stadt 1982 zum Weltkulturerbe. Neben der Altstadt besitzt Habana einen modernen Stadtteil mit beeindruckenden öffentlichen und kirchlichen Gebäuden, ausgedehnten Parkanlagen und Plätzen sowie breiten Alleen. Seit der Machtübernahme von Fidel Castro wurden viele große Privathäuser in Behörden, Studentenwohnheime und andere öffentliche Gebäude umgewandelt. Weitere interessante Gebäude der Stadt sind das Kapitol, ein weißes Kalksteingebäude, in dem die Akademie der Wissenschaften untergebracht ist, die Capitanía (Hafenmeisterei), der Präsidentenpalast und die Universität Habana. Das ehemalige Kloster Santa Clara (1644) beherbergt heute das Arbeitsministerium. Die Festung El Castillo de la Real Fuerza (1544-1583) ist das älteste Militärgebäude Lateinamerikas. Sie war einst Hauptquartier des spanischen Kolonialgouverneurs. Die Kirche San Francisco (1575), in der heute das Postamt untergebracht ist, zählt ebenso zu den Sehenswürdigkeiten wie das Rathaus aus dem 18. Jahrhundert. Die Stadt beherbergt außerdem das Nationalmuseum und die Nationalbibliothek.
Habana wurde 1515 vom spanischen Eroberer Diego Velázquez an der Stelle der heutigen Stadt Batabanó gegründet. Erst 1519 wurde sie an ihren jetzigen Standort verlegt. Der Hafen und die strategisch günstige Lage der Stadt machten sie zum wichtigsten spanischen Flottenstützpunkt der Neuen Welt. Die mit Schätzen beladenen spanischen Schiffe versammelten sich hier, bevor sie in ihr Heimatland zurückkehrten. Habana war daher im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert oft Ziel von englischen, niederländischen und französischen Freibeutern und Piraten. Zur Zeit des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) war die Stadt bereits stark befestigt und von einer Stadtmauer umgeben. Dennoch wurde sie im August 1762 von einer britischen Flotte erobert. Im darauf folgenden Jahr erhielten die Spanier Habana im Tausch mit spanischen Ländereien im heutigen Florida zurück. In der Folgezeit entwickelte sich die Stadt zum überregional bedeutenden Wirtschaftszentrum. Im Februar 1898 wurde das US-Kriegsschiff Maine im Hafen in die Luft gesprengt. Während des folgenden Spanisch-Amerikanischen Krieges war der Hafen von der US-Flotte blockiert. Nachdem die USA Spanien besiegt hatten, übernahm das amerikanische Militär die Regierungsgewalt, und Habana erlebte eine neue wirtschaftliche Blüte. Die Infrastruktur der Stadt wurde verbessert, und viele Teile wurden neu aufgebaut oder modernisiert. (Geschichte Habanas nach 1898 siehe Kuba.) Die Einwohnerzahl beträgt etwa 2,17 Millionen (2007).
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