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Windows Live® Suchergebnisse Konrad WitzEnzyklopädieartikel
Konrad Witz (um 1400 bis etwa 1445), Schweizer Maler deutscher Abstammung. Mit seinen Figurenbildnissen führte er den neuen Stil des niederländischen Realismus in die Malerei des deutschsprachigen Raums ein und gab mit dem ersten Abbild einer topographisch bestimmbaren Landschaft der Landschaftsmalerei wichtige Impulse. Witz wurde um 1400 vermutlich im schwäbischen Rottweil geboren. In mehreren Quellen ist er als Sohn des Malers Hans Witz verzeichnet. 1434 wurde er in Basel in die Malerzunft aufgenommen, ein Jahr später ist er als Baseler Bürger bezeugt. Witz starb um 1445 in Genf oder Basel. Aus seinem künstlerischen Werk sind etwa 20 Bilder erhalten, die zu größeren Retabelwerken gehörten und erst allmählich wieder zusammengetragen wurden. Mit seinen Altarbildern, die zur Zeit des Basler Konzils (1431-1449) entstanden, wandte sich der Maler bewusst von der vorherrschenden höfisch orientierten, idealisierenden Malweise ab. Seine an Skulpturen erinnernden, monumental und plastisch wirkenden Gestalten lassen den Weichen Stil der Gotik weit hinter sich, wie in seinem Werk Joachim und Anna an der Goldenen Pforte (um 1435 bis 1437) deutlich zu erkennen ist. Mit starken Lichteffekten in ihren Konturen betont, zeigen die Figuren und ihre räumliche Umgebung eine große Wirklichkeitstreue und dreidimensionale Raumerfassung. Der realistisch geprägte Malstil des Konrad Witz verweist auf den Einfluss der niederländischen Kunst; insbesondere die Figuren des Bildhauers Claus Sluter sowie die Bilder der Maler Robert Campin und Jan van Eyck können als Vorbilder gelten. Auch wenn Witz die Niederlande wohl selbst nicht bereist hat, bot sich ihm zur Zeit des Konzils im international belebten Basel Gelegenheit, mit dem neuen niederländischen Kunststil in Berührung zu kommen. Sein frühestes erhaltenes Werk ist der um 1435 als Auftragsarbeit für das Augustiner-Chorherrenstift Sankt Leonhard in Basel entstandene Heilsspiegelaltar, von dem heute nur noch zwölf der ehemals 16 Bildtafeln erhalten sind. Auf einer Bildtafel Petri Fischzug, die zum Petrusaltar (1444, auch Genfer Altar) gehört, ist erstmals in der europäischen Malerei eine topographisch bestimmbare Landschaft, nämlich eine Ansicht des Genfer Sees, wiedergegeben. Indem er den Hintergrund bis ins Detail farbig gestaltete und Licht- und Schattenpartien naturgetreu wiedergab, gelang es dem Maler mit diesem Bild, die Natur auf eine zuvor nicht da gewesene Art und Weise zu vergegenwärtigen. Witz’ Werke trugen wesentlich zur Überwindung des Weichen Stils bei, der zwischen 1380 und 1430 in ganz Europa vorherrschte. Der ins märchenhafte gesteigerten Prachtentfaltung der Bilder eines Fra Angelico, Gentile da Fabriano oder Stephan Lochner stellte er als einer der ersten Künstler der Gotik eine realistischere, perspektivische Darstellungsweise entgegen.
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