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Windows Live® Suchergebnisse WilnaEnzyklopädieartikel
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Wilna (litauisch Vilnius), Hauptstadt und größte Stadt von Litauen, am Fluss Neris (Wilija), im Südosten des Landes, etwa 25 Kilometer westlich der Grenze zu Weißrussland.
In Wilna werden rund 25 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Litauens erbracht. Die wichtigsten Produktionszweige sind Maschinen- und Werkzeugbau, Elektrotechnik und Elektronik sowie Textil-, Schuh-, Möbel-, Holz- und Nahrungsmittelindustrie. Wilna ist der zentrale Verkehrsknotenpunkt des Landes sowie bedeutendes Handelszentrum (internationale Messe).
Die 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Altstadt von Wilna wurde zwischen 1503 und 1522 von einem Festungsring umfasst, von dem noch Teile erhalten sind. Die Obere Burg (14.-15. Jahrhundert) ist heute Ruine, der Turm der vom Stadtgründer Gedimin erbauten Unteren Burg (13. Jahrhundert) wurde im 20. Jahrhundert restauriert. Zu den Sehenswürdigkeiten der Altstadt gehören vor allem die Universität (1570 als Jesuitenkolleg gegründet, seit 1579 Universität) mit zahlreichen Arkaden um 13 Innenhöfe herum, eine Vielzahl von Synagogen und Kirchen (darunter Nikolaikirche, 1387 begonnen) sowie zahlreiche Adelspaläste. Nach einem Großbrand im 17. Jahrhundert wurde die Altstadt in weiten Teilen neu aufgebaut. Die Kathedrale (1786-1801) sowie das Rathaus (1788-1799, heute Museum) sind in ihrer originalen Gestalt erhalten. Aus neuester Zeit stammen der 326 Meter hohe Fernsehturm, das Opern- und das Parlamentsgebäude. In Wilna sind zahlreiche Forschungsinstitute der Litauischen Akademie der Wissenschaften, mehrere Museen, fünf Theater, weitere Akademien und zahlreiche Verlage angesiedelt. Sowohl ein katholischer als auch ein russisch-orthodoxer Erzbischof haben in Wilna ihren Sitz.
Der litauische Prinz Gedimin errichtete in Wilna ab 1323 seine Burg. Die Stadt entwickelte sich im 14. und 15. Jahrhundert zum Handelszentrum des Landes. Nach der Realunion zwischen Polen und Litauen 1569 (siehe Union von Lublin) trat die polnische Kultur stärker in den Vordergrund. 1795 wurde Litauen Teil des Russischen Reiches mit Wilna als Gouvernementshauptstadt (1801-1815). Im 1. Weltkrieg hielten deutsche Truppen Wilna von 1915 bis 1918 besetzt. Bei der Pariser Friedenskonferenz (1920) wurde Wilna zwar Litauen zugesprochen, aber Polen annektierte die Stadt 1920 erneut. 1939 besetzte die UdSSR die Stadt und machte sie 1940 zur Hauptstadt der neu gebildeten Litauischen SSR. Von 1941 bis 1944 wurde Wilna erneut von deutschen Truppen besetzt und dabei schwer zerstört. Seit 1991 ist Wilna Hauptstadt des unabhängigen Litauen. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 553 000 (2004).
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