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Windows Live® Suchergebnisse HussitenEnzyklopädieartikel
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Hussiten, Anhänger des böhmischen Theologen Jan Hus, dessen Forderungen in vielen Punkten mit jenen der protestantischen Reformatoren übereinstimmten. Der Kampf um die Unabhängigkeit Böhmens begann jedoch bereits lange bevor das Konstanzer Konzil Hus 1415 verurteilte und als Ketzer verbrennen ließ. Nach seinem Tod übernahm die nationale Freiheitsbewegung die wichtigsten Ziele des Märtyrers.
Zahlreiche Gruppen aus Böhmen und den benachbarten Ländereien weigerten sich, den Konstanzer Schuldspruch anzuerkennen. Jakoubek von Stribo, Hus’ Nachfolger an der Prager Bethlehemskapelle, führte den organisierten Widerstand an. 1420 verfassten die Calixtiner die Vier Prager Artikel. Diese forderten die Freiheit der Predigt gemäß der Heiligen Schrift, das Abendmahl in beiderlei Gestalt (Brot und Kelch) auch für Laien, ein besitzloses Leben der Geistlichen sowie die Rückgabe kircheneigener Pfründen an weltliche Eigentümer und schließlich ein Verbot der Prostitution.
Als die hussitische Bewegung wuchs, spaltete sie sich in einen gemäßigten und einen radikalen Flügel. Größere Kompromissbereitschaft zeigten die Utraquisten (von lateinisch sub utraque: in beiderlei Gestalt) oder Calixtiner (von lateinisch calixtus: Kelch). Dieser Gruppe ging es im Wesentlichen um die Durchsetzung der Vier Artikel. Die Taboriten, die sich im Wesentlichen aus der bäuerlichen Landbevölkerung und mittellosen Städtern zusammensetzten, verlangten die Abschaffung der priesterlichen Gewänder sowie der lateinischen Liturgie, wandten sich jedoch darüber hinaus gegen die Monarchie und das Feudalsystem. Wie die ihnen verwandte Gruppe der Horebiten (nach dem biblischen Berg Horeb) glaubten sie, der Beginn eines tausendjährigen Reiches (Millennium) stehe unmittelbar bevor, und hielten sich daher für unbesiegbar.
1419 wurde Sigismund, der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und König von Ungarn, zum König von Böhmen gekrönt. Bereits einige Zeit zuvor hatten die Hussiten hier weitgehende Unabhängigkeit erlangt. Der Herrscher unterstützte Papst Martin V., als dieser zu einem Kreuzzug gegen die Ketzer aufrief. Nun griffen diese zu den Waffen und trug in den Hussitenkriegen Erfolge davon. Unter dem Oberbefehl von Jan Žižka führten sie indes zunächst reine Verteidigungsschlachten. Um die Kämpfenden zu einen und ihre Position zu stärken, unterdrückte Žižka jedes Aufbegehren und vertrieb Tausende von antihussitisch gesinnten Deutschen aus dem Land. Nach Žižkas Tod bezeichneten seine Anhänger sich selbst als Bruderschaft der Waisen. Unter seinem Nachfolger, Prokop dem Großen, gelangen den Böhmen noch einige weitere wichtige Verteidigungssiege, dann gingen sie in die Offensive und griffen katholische Bastionen in Slowakien, Schlesien und benachbarten Gebieten an.
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