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Epiphyse

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Tageslicht und Fortpflanzung beim Weißkehl-AmmerfinkenTageslicht und Fortpflanzung beim Weißkehl-Ammerfinken

Epiphyse, Zirbeldrüse, kleine, zylinderförmige Struktur am oberen Mittelhirn der meisten Wirbeltiere, außerdem Bezeichnung für den verdickten Endabschnitt von Röhrenknochen. Die Zirbeldrüse entsteht in der Embryogenese als Ausstülpung des Gehirns. Sie fehlt Krokodilen und Säugern der Ordnung Xenarthra (Ameisenbären, Gürteltiere, Faultiere). Bei Walen und Elefanten besteht sie nur aus einigen wenigen Zellen. Beim Menschen entwickelt sich die Epiphyse bis zum siebten Lebensjahr und hat dann etwa die Größe einer Erbse. Danach findet lebenslang eine Ablagerung kleiner mineralischer Partikel statt, insbesondere von Calcium. Manchmal kann man diese Partikel auf Röntgenaufnahmen des Gehirns sehen.

Die Epiphyse wurde von dem französischen Psychologen Philippe Pinel zum ersten Mal beschrieben. Ihre Funktion ist noch nicht eindeutig geklärt. Sie hat sowohl nervale als auch endokrine (Drüsen-) Eigenschaften. Bei primitiven Wirbeltieren, wie beim Neunauge, sitzt sie auf einem Stiel nahe einer Öffnung des Schädels und dient als lichtempfindliches Organ. Auch bei höheren Wirbeltieren steht die Epiphyse in Verbindung mit lichtempfindlichen Strukturen, so z. B. bei Reptilien und einigen Vogelarten. Beim Menschen ist die Epiphyse nicht lichtempfindlich, jedoch besteht eine Nervenverbindung zu den Augen. Man kann daraus schließen, dass die Funktion der Epiphyse generell etwas mit der Helligkeit der Umgebung zu tun haben muss.

Die Entdeckung des Hormons Melatonin 1958 führte zu einem besseren Verständnis der Epiphysenfunktion. Tierversuche haben ergeben, dass die Epiphyse hauptsächlich nachts Melatonin produziert. Während des Tages wird kein Melatonin abgegeben. Melatonin seinerseits beeinflusst wieder andere endokrine Drüsen, etwa die Schilddrüse, die Nebenniere und die Hoden. Andere Tierexperimente haben gezeigt, dass Melatonin den Fortpflanzungszyklus von Tieren beeinflusst, die sich abhängig von der Jahreszeit vermehren. So kann ein künstlich herbeigeführter Mangel an Melatonin die Fortpflanzungsphase verlängern. Man beginnt erst, die Rolle von Melatonin und der Epiphyse hinsichtlich des Biorhythmus zu verstehen. Dabei wird die Hypothese diskutiert, dass selbst Lebewesen, deren Fortpflanzungsaktivität nicht jahreszeitlich bedingt ist – dazu gehört der Mensch –, von der Epiphyse in ihrem Tagesrhythmus beeinflusst werden.

Melatonin ist in Deutschland in Apotheken rezeptfrei erhältlich, es wird u. a. gegen physiologische Folgen des Jetlags eingenommen. Von ärztlicher Seite wurde jedoch anlässlich des zunehmenden Verkaufs von Melatoninpräparaten vor deren unkontrollierter Einnahme gewarnt. Die falsche Dosierung dieser Hormonpräparate könne zu Zyklusstörungen und Hodenschrumpfung führen.

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