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    D as ganze 16. und 17. Jahrhundert über fielen im Gefolge Spaniens verschiedene europäische Mächte in die indianischen Länder Nordamerikas ein.

  • Puebloindianer - Duden - Deutsches Universalwörterbuch

    Pu|e|blo|in|di|a|ner, der: Angehöriger eines Indianerstammes im Südwesten Nordamerikas. ... Stöbern Sie in den Werken der Duden-Suche: Puebloindianer (Artikelvorschau)

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Puebloindianer

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Kulttanz der Hopi-IndianerKulttanz der Hopi-Indianer
Artikelgliederung
1

Einleitung

Puebloindianer (von spanisch pueblo: Dorf), Bezeichnung für Indianervölker im Nordwesten New Mexicos und im Nordosten Arizonas (USA). Ihren Namen erhielten sie aufgrund ihrer aus Stein- und Lehmhäusern bestehenden Dorfanlagen. Die Puebloindianer gehören zu vier verschiedenen Sprachfamilien, doch ihre Kulturen sind eng verwandt. Heute gibt es noch etwa 50 000 von ihnen.

Die östlichen Puebloindianer, die am Oberlauf des Rio Grande bei Santa Fe und Albuquerque beheimatet sind, sprechen eine Tanao- bzw. Keres-Sprache. Die Keres sprechenden Acoma und Laguna gehören zusammen mit den Zuñi und den Hopi zu den westlichen Puebloindianerstämmen. Die Sprache der Zuñi, die 1700 in ein Pueblo im äußersten Westen New Mexicos zogen, ist mit keiner anderen Indianersprache verwandt. Die Sprache der Hopi gehört zur utoaztekischen Sprachfamilie.

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Kulturelle Wurzeln

Die Puebloindianer verdanken ihre Lebensweise der prähistorischen Anasazi-Kultur (ein Navajo-Wort, das „die Alten” bedeutet). Zwischen 100 v. Chr. und 500 n. Chr. entstanden im Nordwesten prähistorische Siedlungen aus Höhlen bzw. Lehmhütten. Von hier aus gingen die Anasazi auf die Jagd, sammelten Wildpflanzen und bauten als Ergänzung Kürbisse und Getreide an. Lebensmittel wurden in Erdgruben mit Steinplatten frisch gehalten. Zwischen 500 und 700 n. Chr. begannen Landwirtschaft und Tierzucht die Jagd und das Sammeln von Wildfrüchten zu verdrängen. Die Lagergruben wurden zu halbunterirdischen Behausungen und Zeremonienkammern umfunktioniert. Die Gebäude des Pueblos erhielten allmählich ihre heutige Form.

Um 700 n. Chr. begannen die Anasazi, mit Stein zu bauen. Die nunmehr überirdischen Häuser wurden größer. Aus der Zeremonienkammer entstand die Kiwa, ein unterirdischer Raum, der für Rituale benutzt wurde und zusätzlich als Männerhaus diente. Die Indianer bauten Bohnen sowie Mais und andere Getreidearten an, vermutlich auch Baumwolle. In diese Zeit fallen die wichtigsten Gebietsvergrößerungen der Anasazi, deren Territorium nun bis weit nach Utah hineinreichte und sich bis in den Süden Colorados und nach Nordmexiko erstreckte.

In ihrer klassischen Periode (1050-1300) gründeten die Puebloindianer mehrstöckige Dörfer, die teilweise bis zu 300 Jahre bestanden. Am Ende dieser Epoche wurden viele der großen Pueblosiedlungen, möglicherweise aufgrund von Dürreperioden oder wegen Angriffen der Navajo und Apachen, wieder aufgegeben. Die gut erhaltenen Überreste dieser Pueblos bilden heute den Mittelpunkt eines Nationalparks. Für die Indianer sind in den Ruinen ihre Ahnen noch gegenwärtig. In der so genannten restaurativen Periode (1300-1700) entstanden viele der noch heute bewohnten Pueblos.

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Vom 16. zum 20. Jahrhundert

1539 stieß der spanische Missionar Marcos de Niza als Erster der Kolonisatoren auf Puebloindianer, vermutlich Zuñi. 1598 dann besetzten die Spanier das Land. Um 1630 wurden in fast allen Pueblos Missionsstationen eingerichtet. Durch einen Massenaufstand der Puebloindianer 1680 konnten die Spanier zunächst vertrieben werden. Doch 1692 kamen sie zurück und reduzierten die Zahl der Pueblos von 80 auf 30. Allerdings wurden nur wenige der Missionen wieder aufgebaut, so dass die meisten Puebloindianer ihre alte Religion beibehielten. Bis zum Ende des Amerikanisch-Mexikanischen Krieges (1848) wurden die Puebloindianer von spanischen und mexikanischen Regierungen verwaltet. Anschließend wurden sie den USA unterstellt. Trotz dieser Fremdherrschaft gelang es den Puebloindianern, ihre Traditionen zu bewahren. Besonders die westlichen Dörfer widersetzten sich erfolgreich dem spanischen Einfluss, während die Pueblos im Osten einige spanische Elemente in ihre Kultur integrierten.

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Lebensweise und Kultur

Die heutigen Pueblos bestehen aus Gemeinschaftshäusern. Die Räume sind quadratisch und mit dicken Flachdächern gedeckt. Die Geschosse liegen terrassenartig übereinander: Die Dächer der einzelnen Ebenen können von der darunterliegenden Ebene über Leitern erreicht werden. Ins Innere der Gebäude gelangt man durch Falltüren in den Dächern. Lange Zeit besaßen die Außenwände der Häuser weder Türen noch Fenster: Ursprünglich diente dies dem Schutz vor Feinden. Heute allerdings gibt es Glasfenster und Scharniertüren. Jedes Pueblo hat mindestens zwei Kiwas, mitunter auch mehr.

Die Gesellschaft der Puebloindianer ist in Clans unterteilt. Die Abstammung wird matrilinear, also nach der mütterlichen Linie, bestimmt. Die Frauen sind auch die Eigentümerinnen der Häuser. Die Puebloindianer praktizieren Monogamie und heiraten außerhalb des Clans. Auf Wunsch kann eine Ehe geschieden werden. Die wichtigsten religiösen Zeremonien, die von den Geheimgesellschaften ausgerichtet werden, die die Kiwas benutzen, finden zur Erntezeit statt. Sie bestehen vorwiegend aus Gebeten, mit denen für einen guten Ertrag oder für Regen gedankt wird. Besonders bei den westlichen Puebloindianern werden die Geister der Ahnen und andere gute Geister (die Kachinas) verehrt, von denen man glaubt, dass sie den Regen bringen. Bei den Ritualen verkörpern maskierte Tänzer die Geister. Außerdem erhalten die Kinder Puppen, die die Geister darstellen sollen. In manchen Pueblos im Osten sind die Bewohner in Sommer- und Wintermenschen aufgeteilt, die abwechselnd für die zyklischen Rituale verantwortlich sind.

Die Puebloindianer betreiben vorwiegend Landwirtschaft und Viehzucht. Einige leben vom Verkauf handgefertigter Produkte (Keramik, Körbe, gewebte Tücher). Die Dorfbewohner bewirtschaften die Felder gemeinsam. Vorwiegend werden Getreide, Bohnen, Baumwolle, Melonen und Kürbisse angebaut. Die Männer verrichten die Feldarbeit, weben und führen die Zeremonien aus. Die Frauen bereiten das Essen zu, versorgen die Kinder, flechten Körbe und töpfern. Der Hausbau wird oftmals gemeinsam ausgeführt.

Jede Pueblogemeinschaft hat bei der Korbflechterei eine eigene Technik und einen eigenen Stil entwickelt. Die Keramik der Puebloindianer ist besonders reich verziert.

Niedrige Einkünfte, eine unzureichende Gesundheitsfürsorge, schlechte Schulausbildung und die hohe Arbeitslosenquote unter den Puebloindianern haben im 20. Jahrhundert verstärkt zu sozialen Spannungen geführt. Gleichzeitig entwickelten sie in den letzten Jahren wieder ein stärkeres Traditionsbewusstsein.

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