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Windows Live® Suchergebnisse Hafis al- AssadEnzyklopädieartikel
Hafis al- Assad (1930-2000), syrischer Politiker, Staatspräsident von Syrien (1971-2000). Assad wurde am 6. Oktober 1930 in dem Dorf Qardahah geboren und an Militärakademien in Syrien, Ägypten und der Sowjetunion ausgebildet. 1946 trat er der Baath-Partei bei. 1960 begründete er das geheime Militärkomitee mit, das 1963 durch einen Putsch die Baath-Partei an die Macht brachte. In der Folge wurde Assad zum Oberbefehlshaber der Luftstreitkräfte ernannt, und von 1966 bis 1970 amtierte er zudem als Verteidigungsminister. Seit der Niederlage Syriens im Sechstagekrieg gegen Israel 1967 und der Besetzung der Golanhöhen durch Israel bildeten die Rückgewinnung der verlorenen Gebiete und die Konfrontation mit Israel den Mittelpunkt seiner Politik. Darüber geriet er in Konflikt mit dem die Regierung dominierenden zivilen Flügel der Baath-Partei; in einem unblutigen Putsch stürzte er 1970 Präsident al-Atasi und setzte sich zunächst als Ministerpräsident, ab 1971 als Staatspräsident an die Spitze der syrischen Regierung. In der Folgezeit wurde Assad regelmäßig mit großer Mehrheit im Amt bestätigt, zuletzt 1999. Mit der Regierungsverantwortung übernahm er 1970 auch die Führung der Baath-Partei. Assad errichtete ein relativ stabiles Regime, das sich sowohl auf ein Bündnis der Baath-Partei mit anderen Linksparteien stützte als auch vor allem auf weitverzweigte Geheimdienste, mit deren Hilfe Assad jegliche oppositionelle Regung unterdrückte. 1982 ließ er einen großen Aufstand der Muslimbruderschaft in Hama von seiner Elitetruppe blutig niederschlagen. Seinen Bruder Rifaat, der ihn von der Macht zu verdrängen suchte, schickte er ins Exil. Die Außenpolitik Assads war geprägt von der Konfrontation mit Israel und, bis Ende der achtziger Jahre, vom engen Bündnis mit der Sowjetunion. 1971 vereinbarte Assad mit Ägypten und Libyen den Zusammenschluss der drei Staaten zur „Föderation Arabischer Republiken”, die dann schließlich doch nicht zustande kam. 1973 führte er gemeinsam mit Ägypten den Jom-Kippur-Krieg gegen Israel; dann aber zerbrachen die engen syrisch-ägyptischen Beziehungen: Das israelisch-ägyptische Truppenentflechtungsabkommen von 1974 und vor allem der Friedensvertrag von Camp David zwischen Israel und Ägypten von 1979 lehnte er wie jede arabische Annäherung an Israel strikt ab. Parallel zur Abkehr von Ägypten baute er die Beziehungen zum Irak aus; im Ersten Golfkrieg (1980-1988) allerdings stellte er sich, im Gegensatz zu den anderen arabischen Staaten, auf die Seite des Iran und provozierte damit erneut Spannungen im Verhältnis Syriens zum Irak und zu Jordanien. Seit 1976 intervenierte Assad wiederholt militärisch im Libanon, u. a. zugunsten der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), und etablierte Syrien de facto als Schutzmacht des Libanon, untermauert durch zwei Abkommen in den Jahren 1988 und 1991. Die Annexion der Golanhöhen durch Israel 1981 und der Libanonkrieg (siehe Nahostkriege) 1982 verschärften dagegen die Feindschaft gegenüber Israel. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion näherte sich Assad wieder Ägypten an, suchte den Kontakt zu den westlichen Staaten und rückte allmählich auch von seinem harten Konfrontationskurs gegenüber Israel ab. Im Zweiten Golfkrieg (1990/91) stellte er sich auf die Seite der antiirakischen Allianz, und in der Folgezeit zeigte er sogar auch Bereitschaft, am Nahost-Friedensprozess mit Israel mitzuwirken. Mit seiner nach wie vor unbeugsamen Haltung in Bezug auf die Golanhöhen verhinderte er allerdings noch kurz vor seinem Tod eine akzeptable Einigung in den Verhandlungen mit Israel, die im Dezember 1999 relativ hoffnungsvoll aufgenommen worden waren. Assad starb am 10. Juni 2000. Das Amt des Staatspräsidenten übernahm sein Sohn Bachar al-Assad, den der Vater bereits seit langem als Nachfolger aufgebaut hatte.
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