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BeninEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
In Benin besteht seit 1975 eine allgemeine Schulpflicht (6.-12. Lebensjahr), wobei der Schulbesuch kostenlos ist. Der Alphabetisierungsgrad beträgt 43,2 Prozent (2005). Etwa 10 000 Studenten besuchen die Nationaluniversität von Benin in Cotonou und andere höhere Bildungseinrichtungen.
Die Nationalbibliothek von Benin befindet sich in Porto Novo, das Nationalmuseum in Cotonou. Die staatliche Radio- und Fernsehstation sendet von Cotonou aus. Die einflussreichste der 31 Tageszeitungen, eine staatliche Zeitung, erreicht eine tägliche Auflage von etwa 10 000.
Benin gliedert sich verwaltungmäßig in zwölf Regionen. Von 1977 bis 1989 wurde der Staat von einer gewählten Legislative, der Revolutionären Nationalversammlung, regiert. Dieses Einkammerparlament wählte einen Präsidenten, der als Führer des Nationalen Exekutivrates regierte. Die Revolutionäre Volkspartei von Benin (Parti de la Révolution Populaire du Benin, PRPB), eine marxistisch-leninistische Gruppe, übernahm als Einheitspartei 1972 die Macht. Im Dezember 1989 wandte sich die Führung der PRPB vom Marxismus-Leninismus ab und berief 1990 einen Nationalrat, der eine neue Verfassung erarbeitete. Dieser Verfassungsentwurf wurde 1990 in einem Volksentscheid mit überwältigender Mehrheit angenommen. Nach dieser Verfassung ist Benin eine Präsidialrepublik. Das Staatsoberhaupt wird für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählt. Die 83 Mitglieder der Nationalversammlung werden jeweils für vier Jahre gewählt. Wichtigste politische Parteien sind der Parti du Renouveau Démocratique (PRD), der Parti de la Renaissance du Bénin (RB), der Front d’Action pour la Renouveau et le Développment (FARD-ALAFIA) und der Parti Social-Démocrate (PSD).
Benin ist eines der ärmsten Länder Afrikas. Wie während der Kolonialzeit ist die Wirtschaft von der Landwirtschaft und vom Grenzhandel mit Nigeria abhängig. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 4 775 Millionen US-Dollar (2006). Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt beläuft sich auf 32,2 Prozent. 64 Prozent der Erwerbstätigen sind in diesem Bereich beschäftigt. In den siebziger Jahren wurden zahlreiche private Unternehmen verstaatlicht. Im Rahmen eines Wirtschaftsreformprogramms, das von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds unterstützt wird (1991), ist die Privatisierung einiger Unternehmen eingeleitet worden, auch sind Einsparungen bei den öffentlichen Ausgaben vorgesehen, um das hohe Defizit des Staatshaushalts zu verringern. Benin ist Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten (ECOWAS), einer Organisation zur Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung.
90 Prozent der landwirtschaftlichen Erzeugnisse kommen aus kleinen, unabhängigen Betrieben. Die wichtigsten angebauten Nahrungsmittel sind Mais, Maniok, Sorghum, Yamswurzeln, Hirse, Reis, Süßkartoffeln, Erdnüsse und Bohnen. Marktfrüchte, die hauptsächlich im Süden angebaut werden, sind u. a. Palmöl, Palmkerne, Baumwolle, Kaffee und Kakao. Rinder-, Schaf- und Ziegenherden werden in erster Linie im Grasland des Nordens gehalten.
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