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BeninEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
15 Prozent der in Benin verbrauchten Energie stammen aus kleinen, dieselbetriebenen Wärmekraftwerken und einem Wasserkraftwerk. Der Rest der in Benin verbrauchten Elektrizität kommt aus Ghanas Wasserkraftwerk am Voltastausee.
Vor 1600 wanderten die Adja aus dem heutigen Togo nach Allada im heutigen Benin aus, wo sie sich mit den Fon vermischten und ein Königreich gründeten. Anfang des 17. Jahrhunderts führte ein Streit zwischen Herrscherhäusern dazu, dass in Abomey und Porto Novo zwei rivalisierende Staaten gegründet wurden. Der in Abomey gegründete Staat entwickelte sich zum Königreich Dahomey, das das Gebiet bis ins 19. Jahrhundert beherrschte und dessen Macht größtenteils aus dem Sklavenhandel resultierte.
1851 unterschrieb Frankreich einen Freundschaftsvertrag mit dem Herrscher von Porto Novo. Durch zwei Verträge, die 1868 bzw. 1878 unterschrieben wurden, fiel das Gebiet zwischen Whydah (Ouidah) und Porto Novo an Frankreich. König Béhanzin versuchte, das Land zurückzuerobern, da es für Dahomeys weitere Beteiligung am Sklavenhandel unerlässlich war, wurde aber 1892 von Frankreich geschlagen. Das Land wurde zum französischen Protektorat erklärt. 1899 wurde Dahomey Teil von Französisch-Westafrika. Seine genauen Grenzen bestimmten Vereinbarungen mit Großbritannien und Deutschland, die Nachbargebiete im Osten bzw. Westen kolonisiert hatten. Dahomey unterstützte im 2. Weltkrieg die Interessen des Nationalkomitees der Freien Franzosen und wurde 1946 eines der französischen Überseeterritorien. Von 1958 bis 1960 war es eine autonome Republik innerhalb der Französischen Gemeinschaft. Seine Unabhängigkeit erklärte es am 1. August 1960 und wurde im folgenden Monat in die Vereinten Nationen (UN) aufgenommen.
Die ersten zwölf Jahre der Unabhängigkeit, während derer die alten Eliten aus der Kolonialzeit um die Macht konkurrierten, waren von ständiger politischer Unsicherheit gekennzeichnet. Hubert Maga, der erste Präsident des unabhängigen Dahomey, wurde 1963 vom Militär entmachtet, und in den darauf folgenden sechs Jahren fanden vier Putschversuche statt. 1970 übernahm ein aus drei Mitgliedern bestehendes Präsidialkomitee die Macht und setzte die Verfassung außer Kraft. 1972 riss Major Mathieu Kérékou, der zu dieser Zeit stellvertretender Stabschef der Streitkräfte war, mit dem sechsten Putsch seit der Unabhängigkeit die Macht an sich und leitete, gestützt auf die Einheitspartei Parti de la Révolution Populaire de Bénin (PRPB), einen an den Marxismus-Leninismus und die Ostblockstaaten angelehnten Kurs ein. Im November 1975 rief er die „Volksrepulbik Benin” aus. Kérékou wurde 1980 von der Revolutionären Nationalversammlung zum Präsidenten gewählt und 1984 im Amt bestätigt; 1988 überlebte er einen Putschversuch des Militärs. Vor dem Hintergrund des Zerfalls des Ostblocks und zunehmender Proteste gegen sein kommunistisches Regime sah sich Kérékou 1990 gezwungen, zum Mehrparteiensystem zurückzukehren. Bei den ersten Präsidentschaftswahlen unter der neuen, demokratischen Verfassung im März 1991 wurde der reformorientierte bisherige Ministerpräsident Nicéphore Soglo zum Staatsoberhaupt gewählt. Die politischen Verhältnisse nach den Wahlen waren jedoch alles andere als stabil; die Parteienlandschaft war nun, kurz nach der Wiederzulassung von Parteien, noch stark in Bewegung und weit zersplittert. Soglo suchte die seit Jahren andauernde Wirtschaftskrise zu überwinden und das Land aus der Armut herauszuführen, jedoch ohne nachhaltigen Erfolg. Bei den Präsidentschaftswahlen vom März 1996 setzte sich wieder Kérékou, der nun für den Mouvement Présidentiel, ein Parteienbündnis zu seiner Unterstützung, angetreten war, gegen Nicéphore Soglo durch; bei den Wahlen im März 2001 wurde er im Amt des Staatsoberhauptes bestätigt. Seit den Parlamentswahlen im März 1999 war der oppositionelle Parti du Renouveau Démocratique (PRD) stärkste politische Kraft; bei den Wahlen im März 2003 gewann jedoch wieder der Mouvement Présidentiel die absolute Mehrheit der Mandate. Aus den Präsidentschaftswahlen im März 2006, zu denen Kérékou aus Altersgründen nicht mehr angetreten war, ging der Wirtschaftsfachmann Yayi Boni, bisher Vorsitzender der Westafrikanischen Entwicklungsbank, klar als Sieger hervor. Zentrale Punkte seines Programms waren der Kampf gegen die Armut und gegen die seit Jahren in Regierung und Verwaltung grassierende Korruption.
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