Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse ÄdilenEnzyklopädieartikel
Ädilen (lateinisch aediles, von aedes: der Tempel, also: zum Tempel gehörig), römische Beamte, zu deren Funktionen die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung durch Ausübung der polizeilichen Gewalt, die Aufsicht über Tempel, öffentliche Gebäude, Märkte, Straßen, Kanäle und Wasserleitungen einschließlich Brandbekämpfung, Maß- und Münzwesen, die Getreideversorgung und die Ausrichtung öffentlicher Spiele gehörten. Das Amt wurde 494 v. Chr. für jeweils zwei Beamte aus der römischen Plebs (aediles plebei) eingerichtet, die als Hilfskräfte der Volkstribunen (tribuni plebis) für die Pflege und Verwaltung des Ceres-Tempels verantwortlich waren und für jeweils ein Jahr von der Plebs gewählt wurden. Ab 367 v. Chr. kamen zwei weitere Ädilen dazu, die so genannten aediles curules, die jährlich im Wechsel von Patriziern und Plebejern gestellt wurden. Ihre Bezeichnung leitete sich von der sella curulis ab, dem Amtsstuhl der höheren Magistrate. Julius Caesar, der selbst kurulischer Ädil gewesen war, führte 44 v. Chr. zwei weitere Ädilen-Stellen ein, die so genannten aediles plebis Ceriales, die für die Lebensmittelversorgung der Stadt verantwortlich waren und die Getreidepreise festlegten. Traditionell war das Amt des Ädils nach dem des Quästors die zweite Stufe in der römischen Ämterhierarchie. In den letzten Jahren der Republik wurde es von ehrgeizigen Politikern häufig dazu benutzt, sich durch die Veranstaltung aufwendiger Spiele (ludi) in der Öffentlichkeit beliebt zu machen und sich so eine breite Gefolgschaft zu sichern. Während der Kaiserzeit blieb das Amt zwar bestehen, verlor jedoch zunehmend an Bedeutung, da die meisten seiner Funktionen kaiserlichen Verwaltungsbeamten übertragen wurden.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |