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Windows Live® Suchergebnisse BeutelteufelEnzyklopädieartikel
Beutelteufel, auch Tasmanischer Teufel, Raubbeutler aus der Unterfamilie der Beutelmarder, der heute nur noch in Tasmanien vorkommt. Der Beutelteufel war früher auch in Australien weit verbreitet, wurde dort jedoch – wahrscheinlich durch die Ausbreitung des Dingos – vor etwa 600 Jahren ausgerottet. Die Kopfrumpflänge des Beutelteufels beträgt etwa 60 Zentimeter, der Schwanz misst 25 Zentimeter. Beutelteufel erreichen Gewichte von vier bis zwölf Kilogramm; Männchen sind größer und schwerer als Weibchen. Beutelteufel sind durch ein schwarzbraunes Fell sowie eine weiße Fleckenzeichnung an der Kehle gekennzeichnet. Die unbehaarten Ohren erscheinen aufgrund der Durchblutung rötlich, insbesondere wenn das Tier erregt ist. Beutelteufel sind vorwiegend nachtaktiv; tagsüber halten sie sich in Erdhöhlen oder dichtem Buschwerk auf. Der Beutelteufel ernährt sich von Kleinsäugern, Wallabys (siehe Kängurus), Vögeln, Reptilien, Amphibien, Insekten und anderen Kleintieren, aber auch von Aas und gelegentlich pflanzlich. Selbst größere Beutetiere werden vollständig (einschließlich Fell und Knochen) aufgefressen. Beim Streit mit Artgenossen – etwa an einem Kadaver – produzieren Beutelteufel kreischende Laute. Offenbar veranlasste die Kombination aus dunklem Fell, roten Ohren, nächtlicher Lebensweise und lautem Gekreisch die frühen europäischen Siedler, das Tier als Tasmanian devil (Tasmanischer Teufel) zu bezeichnen. Das Weibchen bringt im April nach einer Tragzeit von 21 Tagen zwei bis vier Junge zur Welt, die etwa vier Monate im Beutel bleiben und mit fünf bis sechs Monaten entwöhnt werden. Die maximale Lebenserwartung beträgt acht Jahre. Beutelteufel wurden intensiv mit Gift und Fallen verfolgt und standen in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts vor der Ausrottung; seit 1941 sind sie gesetzlich geschützt. Mitte der neunziger Jahre wurde der Bestand des Beutelteufels auf 150 000 bis 200 000 Tiere geschätzt. Seit der zweiten Hälfte der neunziger Jahre dezimierte eine Tumorerkrankung den Bestand um rund die Hälfte. Dieser als Tasmanian Devil Facial Tumour Disease (DFTD) bezeichnete Gesichtstumor wird wahrscheinlich durch Speichel bzw. Bisse übertragen. Die Krankheit ist im Gegensatz zu den nicht übertragbaren Krebserkrankungen des Menschen hochinfektiös. Sie wird offenbar durch Klone einer (aus unbekannten Gründen) entarteten Zelllinie verursacht, die als so genannte Allotransplantate von Tier zu Tier weitergegeben werden (Allotransplantate stammen von einem Individuum derselben Spezies). Seltsamerweise werden die übertragenen Zellen vom Empfängerorganismus nicht abgestoßen, sondern wuchern parasitär in dessen Gewebe. Erkrankte Tiere sterben innerhalb eines halben Jahres. Um wieder gesunde Populationen aufbauen zu können, die keiner Infektionsgefahr ausgesetzt sind, wurden 2006 insgesamt 47 Beutelteufel in verschiedenen australischen Wildparks eingebürgert. Systematische Einordnung: Der Beutelteufel wird wissenschaftlich als Sarcophilus harrisii bezeichnet. Er gehört zur Unterfamilie Dasyurinae der Familie Dasyuridae.
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